Home / DigitalTV / IFA 2013: Zwischen Featuritis und echten Innovationen
ifa_keyvisual_home

IFA 2013: Zwischen Featuritis und echten Innovationen

Pünktlich zur Internationalen Funkausstellung geht natürlich auch der Sturm der Pressemitteilungen wieder los: Sender, Gerätehersteller, Softwareproduzenten und viele andere übertrumpfen sich gegenseitig mit Jubelmeldungen über neue Produkte und Angebote.

Leider tun viele “Marktteilnehmer” (wie das jetzt neudeutsch heißt) unter dem vermeintlichen Newsdruck der IFA so, als hätten sie das digitale TV-Rad neu erfunden. Dabei handelt es sich oft genug nur um Adaptionen von Features, die die Konkurrenz schon längst anbietet. So entsteht zwar der, für viele Nutzer mitunter überaus irritierende, Eindruck, dass es sich hier um eine wahnsinnig schnell drehende, hippe Trends am Fließband produzierende, Branche handelt – oft aber verschleiert die Featuritis mit ihren immer verrückteren Produktbezeichnungen auch schlicht nur die Ratlosigkeit, mit der viele Teilnehmer auf ihren vollkommen veränderten Markt schauen.

Echte Innovationen, die das Thema “NewTV” signifikant weiterbringen, sind dagegen selten, aber es gibt sie natürlich auch. Und öffentliche Erkenntnisse, die für viele große Player im Milliardengeschäft noch vor kurzem undenkbar waren. 

Wie sehr etwa das Thema On-Demand mittlerweile auch die Kabelnetzanbieter bewegt, zeigt nicht zuletzt die Studie, die Kabel Deutschland aktuell präsentiert. Danach vollzieht sich die Abkehr vom linearen, “normalen” Fernsehen auch hierzulande schneller, als immer wieder vermutet, beziehungsweise von überaus interessierter Seite proklamiert wird. Auch die neue “Horizon”-Plattform des Kabelanbieters Unitymedia KabelBW ist diesem Trend angepasst.

Und ich bin durchaus auch gespannt darauf, wie sich die TV-Cloud, die Philips mit seiner Tochterfirma IP Vison nun für viele seiner SmartTV-Geräte anbietet, in der Praxis macht. Nahezu unbegrenztes Internetfernsehen in bester Qualität, dazu flüssigen Zugriff auf eigene Foto- und Videosammlungen, verspricht der Konzern. Bislang waren die meisten der Versuche, ein solch offenes Netzangebot auf den TV-Bildschirmen zu adaptieren, nicht von überragenden Erfolgen gekrönt, zu unterschiedlich sind doch immer noch die Standards zwischen Netz- und Fernsehtechnik.

Am meisten gefreut habe ich mich allerdings über eine Mitteilung aus den USA. Dort hat jetzt “Livestream”, die New Yorker Internet-TV-Firma, die ich im Mai besucht habe, den Sprung in die Wohnzimmer-Fernsehgeräte geschafft: Livestream bekommt eine eigene App auf der vor allem in den USA wahnsinnig populären “Roku”-Box, die – in etwa vergleichbar mit AppleTV – Online-Inhalte auf TV-Geräte überträgt.

So wie die TV-Cloud von Philips kann auch die Livestream-Roku-Kooperation dazu dienen, auch das umkämpfte Wohnzimmergerät und seine begehrte Lean-back-Zuschauerschaft mit frischen Programmen von neuen “Marktteilnehmern” zu versorgen. Hochwertig, kompliziert und ohne Frust.

P.S. Ich werde natürlich an dieser Stelle ausführlich von der IFA und der dazu parallel in Berlin stattfindenden Medienwoche berichten. Wer mag, kann schon am Montag und Dienstag den OneTV-IFA-Ticker auf Facebook verfolgen, da gibt es dann erste Eindrücke und Kommentare.

One comment

Kommentar verfassen