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Mehr als nur ein Medien-Hype: Der "Second Screen" gehört für viele TV-Zuschauer mittlerweile zum Fernsehen dazu
Mehr als nur ein Medien-Hype: Der "Second Screen" gehört für viele TV-Zuschauer mittlerweile zum Fernsehen dazu

Twitter vs. Facebook – wer gewinnt den “Second Screen”?

Während vor allem in Deutschland mancherorts immer noch der Streit darüber ausgetragen wird, ob der Second Screen nur ein überbewerteter Netzhype oder doch integraler Bestandteil der modernen TV-Konsums ist, halten sich die Big Player der Branche nicht mehr mit Grundsätzlichkeiten auf: Schon seit Monaten wird der Kampf um die Vorherrschaft im “SocialTV” zwischen Facebook und Twitter immer heftiger. Und dabei hat Twitter jetzt einen bemerkenswerten Coup gelandet.

Denn kurz vor dem geplanten Börsengang konnte das Unternehmen aus San Francisco in dieser Woche eine Partnerschaft mit dem zweitgrößten US-Kabelnetzdienst Comcast verkünden, die wahrscheinlich wegweisend für das gesamte Genre ist: Schon demnächst wird es in den USA möglich sein, aus Tweets über eine bestimmte Fernsehsendung direkt eben dieses laufende TV-Programm (oder die Sendung in einer Mediathek) aufzurufen. Per Klick auf einen im Tweet integrierten “See it”-Button wird der User auf den Comcast-Netstream, eine App oder die direkte Webseite des Senders weitergeleitet, abhängig davon, ob er registrierter Comcast-Kunde ist oder nicht. Die Technik soll auf jedem netzfähigen Gerät funktionieren, verspricht Twitter, also auch etwa SmartTVs. Ein erster Hinweis auf eine eigene Twitter-App für den “Big Screen”?

Die Kooperation jedenfalls ist der bisher weitreichendste Versuch, TV- und Socialmedia-Welt miteinander zu verbinden, und damit weiter einen Markt zu erschließen, der allein auf US-Fernsehseite rund 1,7 Milliarden Dollar Werbegelder per anno umsetzt. Einen Teil dieser Riesensumme greift Twitter bereits mit seinem “Amplify”-Programm an, mit dem Werbespots in Videoclips geschaltet werden können, die über Twitter verbreitet werden.

Es tut sich also endlich was in der Beziehung zwischen der traditionellen TV-Branche und der von ihr lange Zeit eher hochnäsig belächelten Webwelt. Dazu gehören SocialTV-Experimente wie RTL sie gerade verkündet hat, aber auch die Verhandlungen, die Twitter und Facebook derzeit in den USA und auch hierzulande mit Sendern und Marktforschern führen, um den Zusammenhang zwischen TV-Quoten und Social-Media-Aktivitäten besser zu erforschen. Es wäre ein weiterer wichtiger Schritt für die in Deutschland dringende, grundlegende Reform der Erfolgsmessung von Fernsehsendungen.

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