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Was Felix Baumgartner und Glenn Greenwald verbindet

Auf den ersten Blick sind es zwei vollkommen unterschiedliche Ereignisse, die in den vergangenen Stunden zumindest die Netzwelt bewegt haben: Zum einen hat Red Bull jetzt ein spektakuläres Video veröffentlicht (s. auch unten), das den Stratosphärensprung von Felix Baumgartner von vor einem Jahr nochmals aus bisher nicht bekannten Perspektiven zeigt. Und zum anderen gab Glenn Greenwald, der Guardian-Journalist, der an der Enthüllung der Edward-Snowden-Geheimnisse maßgeblich beteiligt war, nun bekannt, dass er seine Zeitung verlassen werde. Was hat das miteinander zu tun?

Nun, beide Nachrichten illustrieren auf ganz eigene Weise, wie tiefgreifend der Medienwandel mittlerweile voran geschritten ist. Hier ist Red Bull, ein Getränke-Konzern aus Österreich, der sicherlich eines der beeindruckendsten TV-Ereignisse der vergangenen Jahre in kompletter Eigenregie produziert und weltweit verbreitet hat. Und bis heute, siehe das frische Video, die Kommunikationshoheit über das Event und die Berichterstattung darüber hat. Kein Betteln um Sendezeiten oder Abdrucke mehr, kein Verhandeln mit ehrpusseligen Journalisten, ob da nicht doch ein, zwei Logos zu viel gezeigt werden. Und trotzdem, Youtube sei dank, ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. Ein Traum für jeden Marketing-Fachmann.

Auf der anderen Seite zeigt auch Greenwalds Abschied beim Guardian, wie fundamental die Verschiebungen im Journalismus dieser Tage sind. Denn der Top-Rechercheur wechselt nicht zur New York Times, zu CNN oder einer der anderen Institutionen, die vor gar nicht langer Zeit der (lukrative) Karrieretraum vieler Journalisten gewesen wären. Nein, Greenwald geht zu einem komplett neuen Web-Nachrichtenprojekt, das angeblich von Ebay-Gründer Pierre Omidyar finanziert werden soll.

Viel weiß man noch nicht über das Projekt, auch Greenwald hüllte sich noch weitgehend in Schweigen, aber es sei ein “Once-in-a-lifetime”-Angebot gewesen, von einem neuen Newsportal, das, anders als traditionelle Medien, wohl keine “Schwierigkeiten mit Finanzierung oder Regierungsdruck” haben werde.

The times, they are a changin.

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