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Großer Journalismus: Die WebTV-Reportage “Healing Bobby” von Time

“Video? Fernsehen? Das ist nicht unser Kerngeschäft.” Noch immer soll es Printmarken geben, die nicht genau wissen, was sie eigentlich mit diesem komischen Bewegtbilddingsbums anfangen sollen. Zumindest all jenen unter ihnen, die mit Journalismus noch nicht ganz abgeschlossen haben, sei ein kleiner Film von einem Printhaus ans Herz gelegt. Ein großer, wunderbarer, herausragender Film.

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“Healing Bobby”, eine Time-Dokumentation von Peter Van Agtmael über den im Irak-Krieg schwer verwundeten US-Soldaten Bobby Henline, der nun als Stand-up-Comedian sein Geld verdient, ist aber nicht nur ein sehr schön komponierter, ebenso informativer wie emotional überzeugender Film geworden. Er ist auch perfekt für das Netz produziert und in Szene gesetzt.

Das fängt damit an, dass man für die Reportage auf der Startseite von Time einen eigenen, rund drei Minuten langen Trailer platziert hat, der auf die Story aufmerksam macht. Der Film selber hat mit zehn Minuten genau die richtige Länge, die man auf PC, Laptop oder dem Tablet bequem am Stück sehen kann. Es gibt zusätzlich noch Hintergrundinfos des Autoren und eine beeindruckende Fotostecke.

Das alles in so gut aufeinander abgestimmt, dass kein Element überflüssig oder doppelt ist. Wort, Bild und Film ergänzen sich perfekt und schaffen eine grandiose journalistische Dichte. Ohne dabei eine aufwendige Multimedia-Inszenierung wie die schon beinahe legendäre (und für viele Verlagsmanager abschreckend teure) “Snow fall”-Story der New York Times zu benötigen.

Einfach toll. Auch abseits des Kerngeschäfts.

Hier geht es zum Film.

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