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Wie geht’s weiter… Herr Schulz?

Watchever-Geschäftsführer Stefan Schulz: Keine Angst vor Netflix

Watchever-Geschäftsführer Stefan Schulz: Keine Angst vor Netflix

Watchever ist der Überflieger im deutschen Video-on-Demand-Geschäft. Ein Jahr nach seinem Start hat das Tochterunternehmen des französischen Telco-Riesen Vivendi dank massiver Werbung, eines aggressiven Preismodells und einiger bemerkenswerter Kooperationen (unter anderem mit AppleTV) zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung einen Spitzenplatz im NewTV-Genre eingenommen. Konkrete Umsatz- und Kundenzahlen nennt Watchever zwar (noch) nicht, aber dem Vernehmen nach laufen die Geschäfte gut. Und nun? – Watchever-Geschäftsführer Stefan Schulz eröffnet die Premiere unseres neuen Fragebogen-Formats “Wie geht’s weiter..?”

 

 
Wie geht es weiter…mit Watchever, Herr Schulz?
Genauso wie es im ersten Jahr angefangen hat: Es hat sich herausgestellt, dass die Deutschen durchaus bereit sind, für einen Videodienst im Internet zu bezahlen. Unser Modell ist massenkompatibel, man kann monatlich kündigen und wir verfolgen eine sehr offensive Preispolitik. Watchever hält Inhalte parat, die für die gesamte Familie von Relevanz sind und nicht nur auf eine einzelne Zielgruppe abzielen. Unser Team hat wiederholt innerhalb kürzester Zeit nach Kinostart bereits echte Filmperlen für das Portfolio verhandelt. Darunter fallen internationale wie deutsche Arthouse-, Kinder- und Dokumentationsfilme wie Hannah Arendt, Sightseers, Pussy Riot – A Prunk Prayer, Sushi in Suhl, aber auch Breaking Bad zwei Tage nach US-Start. Einige dieser Filme sind bereits ein knappes halbes Jahr und damit vor Jahresfrist nach Kinostart mit Watchever auf Smart-TVs, Tablet, PC oder Smartphones verfügbar.
 
Wenn Netflix kommt, dann…
…ist ein zweiter Player auf dem deutschen Markt, der einen tollen Service im SVoD (“Subscription video on demand”)-Markt anbietet. Das wird den gleichen Effekt haben, den wir nach unserem Markteintritt gesehen haben: Der SVoD Markt wird der Wachstumstreiber am digitalen Leihmarkt werden. Es geht gar nicht um Netflix gegen Watchever, sondern um den Anteil der täglichen Mediennutzung von SVoD gegenüber dem Free-TV. Wir hatten im vergangenen Jahr weit über 25 Millionen Nutzungsstunden – mit stark steigender Tendenz. Der deutsche Videomarkt darf sich über ein Rekordjahr freuen. Und dieser Markt wird weiter wachsen. Filmrechte werden immer zeitbeschränkt und lokal zwischen Free-TV und Pay-TV bzw. SVOD vergeben. Einen digitalen Anbieter, der alle Inhalte zeitgleich anbieten darf, wie es das im Musikbereich mit “Spotify” gibt, wird es bei Filmen und Serien nie geben.
 

Unsere erste eigene deutschsprachige Serie startet… (Und heißt…) 

Von mir aus könnte unsere erste eigene Serie schon morgen starten! Aber noch müssen wir uns etwas gedulden, wir partnern bei unserer Serie mit einem namhaften deutschen Produzenten und reden mit Schauspielern. Namen verrate ich jetzt noch nicht und gute Produktionen haben eine lange Vorlaufzeit.

 
Unseren monatlichen Flatrate-Preis von 8,99 Euro wird es…
…weiterhin geben. Wer bei Watchever ein Abonnement abschließt, kann für eine monatliche Pauschale so viele Serien und Filme aus dem Angebot auf dem heimischen Computer, Smartphone oder Tablet anschauen, wie er will. Und das zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis. Es gibt wirklich gute Filme und Serien bei uns. Und wir sind immer auf der Jagd nach neuen tollen Inhalten.
 
"Watchever"-Serie "Breaking Bad":  "Alle Player rangeln sich täglich um die gleiche Zahl an Sehminuten"

“Watchever”-Serie “Breaking Bad”: “Alle Player rangeln sich täglich um die gleiche Zahl an Sehminuten”

Das lineare Fernsehen wird es…
…geben, so lange es Sportevents, Live-Events und Nachrichten gibt, das sieht man an TV-Events wie aktuell den Olympischen Spielen. Es wird auch immer wieder Formate geben, die gut im linearen TV funktionieren. Jedoch: Das Medienutzungsverhalten ändert sich, denn ob Fernseher, Tablet oder PC, alle Player rangeln sich täglich um die gleiche Zahl an Sehminuten. Mit SVoD vergrößern wir die gesamte Nutzungsdauer, erstens weil Nutzer nun außerhalb der Prime-Time qualitativ hochwertige Filme sehen; und zweitens können Haushaltsmitglieder parallel bei Watchever unterschiedliche Inhalte ansehen. Im ersten Jahr haben wir gesehen, dass SVoD in Deutschland funktioniert. Jetzt folgt der nächste große Schritt, also mit anderen Worten wir wollen weiter wachsen.
 
Dass einige hierzulande “PayTV” immer noch naserümpfend aussprechen…
…erklärt sich ganz einfach: Im Gegensatz zu anderen Märkten gibt es in Deutschland über die privaten Fernsehsender traditionell ein grosses Umsonst-Angebot an Inhalten. Man braucht kein Kabelfernsehen, um Inhalte zu sehen. In den USA, England  oder auch Frankreich gehen ohne Pay-TV viele Inhalte an einem vorbei. Und wir sprechen dann für den einzelnen Haushalt von ganz anderen Kosten.

Wir brauchen mehr Mut…

 
Ich wünsche mir von der deutschen TV-Branche…
…mehr Mut und Investitionen in hervorragende TV-Formate. Nachwuchsförderung auf allen Ebenen gehört dazu. Es gibt keinen einzigen Grund, warum wir hier nicht vor Ort Inhalte produzieren sollen, die sich – abseits vom Tatort – weltweit verkaufen und überall gesehen werden. Wir müssen unsere Geschichtenerzähler entdecken und fördern.
 
Youtube ist deshalb kein ernstzunehmender Konkurrent weil…
…wir einfach unterschiedliche Dinge machen. Video ist nicht gleich Video. Natürlich wird YouTube immer ein großer Bewegtbildlieferant sein und eine große Zahl des Video-Traffics kommt von YouTube, aber momentan ist das YouTube-Angebot für echte Film- und Serienliebhaber bescheiden. Gleichwohl haben Anbieter wie Google auch eine große Marktmacht und das finanzielle Polster, um Vertragsverhandlungen mit Studios und Produktionshäusern auf globaler Ebene umzusetzen. Guter Content ist das teuerste Gut. Von Beginn an haben wir uns bei Watchever auf die Fahne geschrieben, dass wir den besten Content zum fairsten Preis anzubieten. Darunter fallen auch exklusive Inhalte, wie “The Returned” oder “Braquo”, die von Canal+, unserer Vivendi-Schwester kommen.
 
In 20 Jahren wird Bewegtbild
…uns beschäftigen wie heute, denn es ist die emotionalste Form der Unterhaltung, die unsere Fantasie und Vorstellungskraft gefangen nimmt, Spannung und Mitfiebern erzeugt. Bewegtbild werden wir anders konsumieren – über OTT werden Serien und Filme auf alle Geräten werden immer und überall verfügbar sein und mit neuen Generationen von Datenbrillen werden wir die Möglichkeit haben, uns auch zuhause und sogar in beengten Reisesituationen zu fühlen wie im Kino.

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