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Schleichwerbungs-Vorwurf: Mediakraft keilt gegen ARD und ZDF

Mediakraft-Netzwerk: "Keine Beanstandungen bekannt"

Mediakraft-Netzwerk: “Keine Beanstandungen bekannt”

In der Diskussion über mögliche Verstöße gegen Werberichtlinien in Youtube-Videos hat “Mediakraft”, eines der wegen Schleichwerbung beschuldigten Vermarktungsnetzwerke, in harschen Tönen den Bericht des ARD-Magazins “Report Mainz” zurückgewiesen und die Haltung der öffentlich-rechtlichen Sender gegenüber Webvideoproduzenten scharf kritisiert.

In einer offiziellen Stellungnahme, die Mittwochabend an die Medien verschickt wurde, heißt es unter anderem, dass die Vorwürfe gegen Mediakraft und der von dem Netzwerk betreuten, ebenfalls von “Report” beschuldigten Comedygruppe “Y-Titty” haltlos seien, stattdessen – Zitat “…gab es immer wieder gravierende Regelverstöße öffentlich­-rechtlicher Sender gegen das Gebot zur Trennung von Werbung und Programm (u.a. Schleichwerbung bei “Marienhof” und “Wetten, dass…?”, zuletzt die Audi­-Ringe in der Wintersportberichterstattung), und dass, obwohl es im herkömmlichen Fernsehen seit Jahren klare Vorgaben für die Kennzeichnung von Placements gibt. Die Art und Weise, wie der SWR in seinem “Report”­-Beitrag ein junges Medium attackiert, muss daher auch vor dem Hintergrund verstanden werden, dass die öffentlich­-rechtlichen Sender die junge Zielgruppe nicht mehr erreichen und hier wiederholt publizistisch gegen einen Wettbewerber vorgehen.” (Hervorhebungen im Zitat durch OneTVMag)

Neben der Breitseite gegen ARD und ZDF gibt sich die Mediakraft-Erklärung durchaus versöhnlich: Auch, weil der Konsum der Videos auf den meisten Plattformen kostenlos sei, sei die “Professionalisierung der Online-Video-Branche” nicht ohne Werbeeinnahmen möglich, heißt es. “Für die Art und Weise der Kennzeichnung von Product Placements bei Online­Videos” gäbe es “anders als im Fernsehen noch keine anerkannten Standards oder Richtlinien. Die zuständigen Behörden und Medienanstalten beginnen gerade erst, sich mit der Thematik zu befassen.”

Mediakraft sei “im Kontakt mit den zuständigen Stellen” und bereit, an der Entwicklung entsprechender Standards mitzuwirken. Aber so einfach wird das in der aufgeheizten Atmosphäre wohl nicht werden.

P.S. Hier noch einmal die vollständige Erklärung: Stellungnahme_Mediakraft

One comment

  1. Mit dem Finger auf andere zu zeigen, war schon immer eine besonders vielversprechende Verteidigungsstrategie. :-). Mal ehrlich, mir entzieht sich das Verständnis für den Hinweis darauf, dass es für die Kennzeichnung von Product Placements noch keine Regelung gibt.

    Die rechtliche Lage sollte klar sein: nur weil der Werbetreibende für Product Placement bezahlt, ist das für den Endkunden nicht automatisch erkennbar. Ohne Kennzeichnung wird Product Placement zu Schleichwerbung und ist damit verboten.

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