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Ende für die “Macht” – die Fernbedienung ist out

TV-Fernbedienungs-App von HTC: mehr Chancen für den Second Screen (Foto: HTC)

TV-Fernbedienungs-App von HTC: mehr Chancen für den Second Screen (Foto: HTC)

Kontrolle: Immer mehr Besitzer moderner TV-Geräte benutzen ihr Smartphone oder Tablet zur Steuerung des Fernsehers.

In rund 20 Prozent aller US-amerikanischen Haushalte, die ihren Fernseher mit dem Internet verbunden haben – entweder über SmartTV oder eine angeschlossene Settop-Box – hat die klassische Fernbedienung bereits ausgedient und wurde von mobilen Apps abgelöst. Das Ende der oft liebevoll auch als “Macht” bezeichneten Instrumente ist eine wichtige Nachricht vor allem für Unternehmen und Sender, die in das SocialTV-Geschäft auf dem sogenannten Second Screen investieren, da die Interaktions- und Werbemöglichkeiten auf den Displays von Handys und Tablets weitaus besser aufzubauen sind. (Home Media Magazine)

Push: Angekündigt war der Versuch schon länger, nun hat Twitter tatsächlich damit begonnen, seine Nutzer via mobiler Direktnachricht zu informieren, wenn Twitterer, denen sie folgen, über ausgewählte TV-Sendungen zu diskutieren. Der vorerst nur in den USA gestartete Test ist der aktuellste einer ganze Reihe von Versuchen, mit denen Twitter die Aktivitäten seiner Nutzerschaft erhöhen will. (Recode)

Mega-Deal I: Laut US-Medienberichten wird YouTube die Streamingseite Twitch.tv für über 1 Milliarde Dollar kaufen. Das mit weltweit über 50 Millionen registrierten Nutzern sehr erfolgreiche Twitch ist vor allem bei Spielern beliebt, die ihre eigenen Gaming-Sessions ins Web streamen oder sogeannten “Let’s Play”-Videos erstellen. (Chip)

Mega Deal II: Der US-Telekomkonzern AT&T hat den Satelliten-Fernsehanbieter DirecTV für knapp 50 Milliarden Dollar gekauft. DirecTV ist neben dem Geschäft in den USA vor allem in Lateinamerika stark vertreten. (FAZ.net)

Kampagnen: Peter Kafka beschreibt für Recode das Geschäftsprinzip des New Yorker Start-ups Niche, das sich darauf spezialisiert hat, Webvideo-Stars und werbetreibende Industrie miteinander zu verbinden. Die jungen Videomacher produzieren dann unter anderem – bezahlte – Werbespots für bestimmte Produkte und vertreiben sie, mal gekennzeichnet, mal nicht, auf Plattformen wie Vine und Instagram. Wenn das die deutsche Medienaufsicht wüsste…

Abbitte: Jörg Pilawa meint, die ARD müsse sich “jede Häme, jeden Spott gefallen lassen”, angesichts der peinlichen Pannenserie beim Start der neuen Rätselshow “Quizduell”: “Wir sind mit großer Klappe gestartet und haben gesagt, wir erfinden quasi das interaktive Fernsehen neu und nach einer Woche spielen wir immer noch eine unplugged-Version des Quizduells wie in den ´80er Jahren”, sagt der Moderator im DWDL.de-Interview.

Abmahnwelle: Nach dem Neustart von “Popcorn Time” gehen Anwaltskanzleien auch in Deutschland gegen Nutzer des umstrittenen Streamingportals vor. Stern.de erklärt deshalb noch einmal sehr übersichtlich, welche Netzangebote in Sachen Video, TV und Musik illegal sind. (stern.de)

Lesetipp: Rob Vegas, selbst bekannter WebTV-Macher der erste Stunde, erklärt in seiner Kolumne auf Quotenmeter.de warum WebTV für viele Anbieter (noch) kein Geschäft sein kann.

One comment

  1. Noch mal nachgerechnet. 35% der US-Haushalte haben einen Smart TV (Schätzung BI Intelligence und emarketer.com). Davon wiederum nutzen 20% nicht mehr die klassische Fernbedienung. Sind also 7% der US-Haushalte.

    Ein Ende für die Macht der Fernbedienung sieht für mich dann doch etwas anders aus, auch wenn ein Trend zu überzeugenden Bedienkonzepten wünschenswert wäre. Eines gesehen habe ich aber bis jetzt noch nicht.

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