Home / Meistgelesen / Die Angst des Fernsehens vor dem Web

Die Angst des Fernsehens vor dem Web

webtv_YoutubeWarnung: Wie gefährlich ist das Netz und seine weltweit agierenden Konzerne wie Google oder Amazon für das klassische Fernsehen? Immens, meint Thomas Ebeling. Der ProSiebenSat.1-Chef beklagte sich auf der Hauptversammlung seines Unternehmens erneut über “Wettbewerbsverzerrungen” auf dem deutschen Medienmarkt. Je mehr das klassische Fernsehen mit dem Internet verschmelze, so Ebeling, desto größer würden die Nachteile, die Sender gegenüber neuen Anbietern im Internet hätten. So müsse sich zum Beispiel Google beim Betrieb seiner Videoplattform Youtube “weder an die gleichen Jugendschutz- und Datenschutzgesetze” und auch nicht an “die gleichen Lizenzanforderungen und Urheberrechte halten wie wir – oder gar an Werbezeitenbeschränkungen“, so Ebeling. Es gehe ihm nicht um zusätzliche Regeln, sondern um die Gleichbehandlung der verschiedenen Anbieter. Sonst bleibe der Wettbewerb verzerrt. Und an diesem möchte auch ProSiebenSat.1 in Zukunft noch stärker teilnehmen. Schließlich ergänzten sich Fernsehen und Internet perfekt, sagte Ebeling. Langfristig sollten die Einnahmen aus dem Netz seinen Konzern unabhängiger vom klassischen Werbegeschäft machen. (Handelsblatt)

Offensive: Rund zehn Millionen Dollar will das Multichannel Network “Fullscreen” in den nächsten Monaten in die Produktion hochwertiger Webvideo-Inhalte investieren. Dies gab Firmenchef George Strompolos während der diesjährigen Vidcon-Konferenz in Los Angeles bekannt. Gleichzeitig möchte Fullscreen seine Webstars wie Grace Helbig oder Shane Dawson öfter auch mit Projekten im klassischen TV platzieren. (Tubefilter)

Lokalrunde: Nach ProSiebenSat1 will nun auch die RTL-Gruppe in das Geschäft mit regional ausgerichteter Werbung einsteigen. Dazu hat der hauseigene Vermarkter IP Deutschland ein Modell entwickelt, bei dem der Zuschauer während eines laufenden Werbespots via Red Button des HbbTV-Angebotes noch zusätzliche, lokale Informationen abrufen kann. (DWDL.de)

Analyse: Google verfolgt mit seiner neuen SmartTV-Plattform “Android TV” zum ersten Mal eine übergreifende Strategie zur Bündelung all seiner Angebote auch auf dem Fernseher, urteilt Christina Bonnington für Wired. Vor allem die Tatsache, dass Google bei den TV-Herstellern die Integration seines eigenes, autonomes Softwaresystem durchgesetzt habe, mache Android TV zu einem mächtigen Tool des Webkonzerns.

Spitzenreiter: Maxdome ist der bekannteste Videostreaming-Dienst in Deutschland. Der VoD-Anbieter der ProSiebenSat1-Gruppe liegt mit einer Bekanntheit von 68 Prozent deutlich vor Watchever (48) und Amazons “Instant Video” (30). Das ergab eine aktuelle Umfrage von Yougov. In der Tabelle der beliebtesten VoD-Dienste liegt Amazon allerdings vorne, vor Watchever und Skys “Snap”. (Horizont)

Expansion: Der japanische Webkonzern Rakuten will seinen VoD-Dienst “Wuaki” noch in diesem Jahr in Deutschland starten. Bisher ist Wuaki nur in Spanien und England aktiv. Darüber hinaus sei für 2015 der Start in sechs weiteren europäischen Märkten geplant, sagte Wuaki-CEO Jacinto Roca. (Gründerszene)

Experiment: Der Sendeplatz für die von Jan Böhmermann mitproduzierte, neue WDR-Comedy-Idee “Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von…” steht nun fest: Die vorerst einzige Folge wird am 20. Juli um 22:15 Uhr ausgestrahlt. Gaststar der Premiere ist TV-Oldie Frank Elstner. (DWDL.de)

Verteidigung: Werner Reuß, Programmchef des nach der Umbenennung ab Samstag nun nicht mehr “BR-alpha”, sondern “ARD-alpha” genannten Bildungskanals, hat die Kritik der privaten TV-Sender am Relaunch seines Angebotes zurückgewiesen: “ARD-alpha ist kein weiterer öffentlich-rechtlicher Sender und kein digitaler Spartenkanal“, sagte Reuß in einem Interview mit Digitalfernsehen.de

Kommentar verfassen