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Smartphone-Reporter – Gratis-Bundesliga für alle?

Smartphone-Einsatz im Stadion: Recht auf Gratiskurzberichte?

Smartphone-Einsatz im Stadion: Recht auf Gratiskurzberichte?

Präzedenzfall: Helmut Thoma hat seinen Plan konkretisiert, auf seinem Lokalsender NRW.TV künftig auch Kurzberichte von den Spielen der Fußball-Bundesliga anzubieten. Die 90-sekündigen Berichte sollen von Reportern im Stadion per Smartphone gedreht werden. Dieses sei laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs rechtlich erlaubt, sofern beim Zugang zu einem Sendesignal keine Kosten anfallen würden, verkündete der Sender gestern selbstbewusst. Spannend dürfte das Experiment – sollte es tatsächlich dazu kommen – nicht nur inhaltlich und produktionstechnisch werden, sondern vor allem auch lizenzrechtlich. Denn bisher waren auch die Kurzberichte der Bundesliga für TV-Sender und andere Anbieter, wie etwa seit vergangenem Jahr Bild.de, nur zu stolzen Preisen einzukaufen. (Digitalfernsehen.de)

Strategie: Google holt sich mit dem Kauf des Videotool-Startups “Directr” weitere Video-Produktionskompetenz in den Konzern. Mit der Directr-App können auch Videolaien in kürzester Zeit ganz ansprechende Clips produzieren. Bislang wurde die kostenpflichtige App hauptsächlich von Bloggern und kleineren Unternehmen genutzt, nun will Google sie gratis anbieten und direkt mit Youtube verknüpfen. (Mashable)

Kapital: In der Öffentlichkeit ist es um die einst als “Revolution” gefeierte Möglichkeit, Videos interaktiv zu gestalten, ein weniger ruhiger geworden, hinter den Kulissen der Branche wird allerdings weiter heftig an der Technologie und ihrer Einsatzmöglichkeit im Web und TV gearbeitet. Eines der führenden Unternehmen auf diesem Gebiet, die amerikanische Rapt Media hat jetzt über drei Millionen Dollar für Weiterentwicklungen ihrer Tools eingesammelt, die vor allem für Werbekunden attraktiv sind. (VentureBeat)

Weiterbildung: Spiegel Online will seine Reporter darin schulen, mit dem Smartphone eigene Videos drehen zu können. Das kündigte SPON-Vize Florian Harms im Interview mit W&V an: “Wir werden das Thema Video viel stärker als bislang entwickeln und dabei die ganze Redaktion einbeziehen”, so Harms.

Migration: Ein Großteil der 82.000 Neukunden, die Sky Deutschland im 2. Quartal 2014 gewonnen hat, waren ehemalige “Liga-Total”-Nutzer der Telekom, die mit einer unkomplizierten, kostenneutralen Übernahme ihres Pakets zu Sky gelockt werden konnten. Insgesamt zählt der PayTV-Sender nun über 3,8 Millionen Abonnenten, darunter erstaunliche 2,2 Millionen, die das teure HD-Angebot nutzen. (Horizont)

Unverzichtbar: Internet und TV sind für die meisten Deutschen die mit Abstand wichtigsten Mediengattungen. Das ergab eine Umfrage von TNS Infratest. Erst in deutlicher Distanz folgen Tageszeitung und Radio.

Lesetipp: Die Digitalisierung führt auch im Bewegtbildbereich zu einer Flut von Inhalten, mal mehr, mal weniger kreativ und professionell produziert. Der Videocontent-Boom im Netz hat aber mit dem dahergehenden, dramatischen Preisverfall auch eine riesige Schattenseite. Wie man es als Webvideo-Produzent (oder als Marketingverantwortlicher) schafft, sich von der Masse abzuheben und bei Preisverhandlungen und Budgetplanungen dem Vorurteil “Online = billig” zu entgehen, schildert Hannes Jakobsen, Content-Chef beim Berliner MCN Divimove, in seinem Linkedin-Blog.

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