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Netflix startet im September in Deutschland

netflix_flaggeRekord: Erstmals haben in einem Quartal über 50 Millionen Haushalte den Online-Videodienst Netflix abonniert. Für den Herbst erwartet Vorstandschef Reed Hastings eine Zahl von 53,74 Millionen Nutzern, vor allem auch durch die dann anstehende Expansion in Europa. Als Starttermin für Deutschland wurde jetzt vom Unternehmen erstmals konkret der September genannt. (Handelsblatt)

Zielgerade: Die geplante Übernahme von Sky Deutschland durch BSkyB steht allem Anschein nach unmittelbar vor dem Abschluss. Der Medienunternehmer Rupert Murdoch, dessen “21st Century Fox” das größte Aktienpaket an den Sky-Gesellschaften hält, könnte damit kurzfristig Gelder mobilisieren, die er für seinen Kauf von Time Warner Cable in den USA dringend braucht. (FAZ.net)

Ärger I: Die überraschende Entscheidung zur Schließung seiner Xbox Entertainment Studios hat Microsoft heftige Kritik der US-Werbebranche eingebracht. Erst vor wenigen Monaten hatte der Konzern noch auf aufwendigen Media-Veranstaltungen die Vorzüge seiner eigenen, exklusiven Contentproduktion angepriesen, viele Agenturen hatten bereits ihre Budgetpläne daraufhin ausgerichtet. (Wall Street Journal)

Ärger II: Michelle Phan, einer der weltweit größten Youtube-Stars, droht in den USA ein Gerichtsverfahren wegen fortgesetzter Lizenzrechtsverstöße. Darauf zumindest lautet die Klage des Dance-Musik-Labels “Ultra Records”, das die Beauty-Vloggerin beschuldigt, häufig unerlaubt Musik seiner Künstler für ihre Videoproduktionen zu verwenden. Phans Management hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. (Tubefilter)

Reichweite: Das “Deutsche Anleger Fernsehen” ist ab sofort über eine eigene SmartTV-App unter anderem auf Geräten von Philips, Technisat, Sharp und Medion verfügbar. Wichtiger Bestandteil der App ist die umfangreiche Mediathek des Senders mit mehr als 50.000 Videobeiträgen. (Digitalfernsehen.de)

Lesetipp: Karin Hollerbach-Zenz, die Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) verteidigt im Interview mit DWDL.de ihre Messmethoden zur Erhebung der TV-Quoten. Kleinere Sender mit Marktanteilen von unter 0,5 Prozent würden damit ebenfalls korrekt abgebildet, auch neue, digitale Empfangsplattfromen würden von der AGF immer besser erfasst.

Neue Studie über käufliche “Let’s Player”

EA-Game "Battlefield 3": Produktions-"Beihilfen" nicht gekennzeichnet

EA-Game “Battlefield 3″: Produktions-“Beihilfen” nicht gekennzeichnet

Unsauber: Über ein Viertel aller größeren US-amerikanischen “Let’s Play”-Videoproduzenten lässt sich von den Herstellern der Games dafür bezahlen. Vor allem für Spieletests auf den großen Videoplattformen wie Youtube fließt regelmäßig Geld aus den Marketingabteilungen der Game-Industrie, oft als “Produktionsbeihilfen” ausgewiesen. Das belegt eine neue Untersuchung des Fachportals Gamasutra. Bereits vor einigen Monaten hatten Berichte über bestellte Spielrezensionen in der Gamer-Szene für einiges Aufsehen gesorgt. Auch große Firme wie Microsoft und EA waren in dieses “Stealth Marketing” involviert. Doch nach wie vor werden gekaufte oder “unterstützte” Let’s-Play-Videos nicht oder nur mangelhaft gekennzeichnet. (Tubefilter)

Prognose: Bis 2019 wird laut einer aktuellen Goldmedia-Studie der Gesamtumsatz im deutschen Video-on-Demand-Markt auf rund 750 Millionen Euro steigen. Dabei werde das Abonnement-Modell “Subscription-VoD” (wie bei Watchever, Maxdome oder Amazon z.B.) mit einem jährlichen Wachstum von etwa 50 Prozent am stärksten zulegen. Schon heute nutze bereits ein Fünftel aller deutschen WebUser VoD-Angebote. (Digitalfernsehen.de)

Mangelhaft: Eine neue Runde im mittlerweile beinahe skurrilen Streit zwischen Netflix und Verizon über die Schuld an mangelhaften Übertragungsqualitäten ist eröffnet. In dem jetzt von Netflix veröffentlichten Report über die Leistungsfähigkeit seiner Provider belegt Verizon mit Abstand den letzten Platz. Wir erinnern uns: bereits vor Monaten hatten die beiden Unternehmen eine exklusive Kooperation zur Verbesserung der Streamingperformance vereinbart. (Mashable)

Premiere: Mit einem aufwändig inszenierten Konzert des US-Folkpunkers Dave Matthews aus Jacksonville hat Yahoo in der vergangenen Nacht seine neue Reihe von Live-Musikevents gestartet. In Kooperation mit dem Konzertveranstalter “Live Nation” will Yahoo nun beinahe täglich ein Pop- oder Rock-Bühnenevent präsentieren. (Mediabiz)

Erforscht: Die Akzeptanz von mobiler Videowerbung steigt rapide an, und ist in seiner Wirkung mittlerweile sogar klassischen TV-Kampagnen teilweise überlegen. Das zumindest behauptet eine neue Nutzerstudie aus den USA. Einer der Gründe dafür seien die inhaltlichen und technischen Anpassungen, die bereits für viele mobile Spots in der Produktion vorgenommen werden. Allerdings würden Media- und Werbeagenturen immer noch zu häufig einfach Werbevideos aus dem klassischen TV ins Web übernehmen. (Adweek)

Brachial: Mit einem Youtube-Clip, in dem ein filigranes, mit einer brasilianischen Fahne geschmücktes, Cocktailglas von einem massiven deutschen Bierhumpen zerschmettert wird, hat der ARD-Radiosender “Bayern 3″ einen weltweiten Viralhit gelandet. Der, nun ja, eher simpel gestrickte Sieben-Sekunden-Spot wurde übrigens auf der Herrentoilette des Senders gedreht. (wuv.de)

Fehlerhaft: Ralf Wiegang weist in der Süddeutschen Zeitung darauf hin, dass bei der Rekordquote von 34,65 Millionen Zuschauern des WM-Finales zwischen Deutschland und Argentinien nur die Angaben der 5000 “klassischen” GfK-TV-Haushalte hochgerechnet wurden. Weder die immer populäreren Livestream-Angebote noch die deutschlandweiten Public Viewings seien in der Zählung enthalten.

Experiment: Über die gesamte kommende Fußballsaison wird ein Team von Sky Deutschland die Profifußballer von 1860 München, auf und vor allem auch abseits des Platzes, begleiten. Aus den Aufnahmen soll dann die vierteilige Dokumentation “57, 58, 59, Sechzig” entstehen. (DWDL.de)

Gerüchte um neues Youtube-Förderprogramm

youtube_neu_aufmacherAbsage: Youtube plant wohl doch keine Wiederauflage seiner “Originals”-Förderinitiative. Am Wochenende waren in den USA Gerüchte aufgekommen, nach denen die Videoplattform Investitionen von mehreren Millionen Dollar in die Schaffung neuer, sogenannter “Premium”-Inhalte beabsichtige. Nach Informationen von Tubefilter handelt es sich bei den bekanntgewordenen Gesprächen zwischen Youtube und einigen Webvideo-Produzenten nur um einen “normalen Gedankenaustausch” ohne finanziellen Hintergrund. Die Google-Tochter hatte das “Originals”-Programm, mit dem vor allem traditionelle TV-Sender und -Produzenten auf die Videoplattform gelockt werden sollten, im vergangenen Jahr nach eher mäßigem Erfolg eingestellt.

Weltmeisterlich: Mit 32,2 Millionen Tweets während des Endspiels Deutschland gegen Argentinien verzeichnete Twitter am Ende der Fußballweltmeisterschaft noch einmal einen Useransturm. Die Zahl der Final-Tweets blieb allerdings um 3,4 Millionen hinter dem Rekordwert des deutschen Halbfinales gegen Brasilien zurück. (Statista)

Strategie: Nach einer viel beachteten Startkampagne und positiven Userreaktionen ist es um den Internet-TV-Anbieter “Magine” hierzulande etwas ruhiger geworden. In einem Interview mit “Digital Insider” erläutert CEO Mattias Hjelmstedt nun, warum Deutschland die “Feuertaufe” für das Magine-Geschäftsmodell darstellt: Die regulatorischen Hürden seien hierzulande viel höher als in anderen europäischen Staaten, so Hjelmstedt. Schaffe man die, “so schafft man alle übrigen in Europa auch”. (Digitalfernsehen.de)

Ausgebaut: Seit der Öffnung der Entwicklerschnittstelle im Februar wurden bereits über 400 Apps für Googles “Chromecast” entwickelt oder angepasst. Noch für dieses Jahr rechnet Google mit mehreren tausend weiteren Angeboten auf dem HDMI-Stick. (Multichannel.com)

Etikett: Mit einer Namensänderung zu “Horizon Go” will Unitymedia Kabel BW sein mobiles Angebot bekannter machen. Bislang firmierte die App – wie auch die Settop-Box des Unternehmens – unter dem Titel “Horizon TV”. Parallel zum Namenswechsel kommt eine überarbeitete iOS-Version. (DWDL.de)

Hintergrund: Auch Webvideos über Wirtschaft können spannend und unterhaltsam sein, und damit auch zu viralen Erfolgen werden. Davon ist zumindest Paul Marcum überzeugt, der neue Chef von Bloombergs schon jetzt sehr umfangreichen Online-Videoangebot. Wichtig dabei sei vor allem, nicht versuchen zu wollen, das Fernsehen neu zu erfinden. (Adweek)

Lesetipp: “Allmachtsphantasien”, “Selbstherrlichkeit”, “schamloser Betrug” – Hans-Peter Siebenhaar lässt sich in seiner Medienkolumne für das Handelsblatt über die Affäre bei der ZDF-Show “Deutschlands Beste” scharf über das Zweite und vor allem dessen Programmdirektor Norbert Himmler aus. Der sei mit seiner “gottähnlichen” Attitüde nicht mehr tragfähig für die Sendeanstalt.

Emmy-Nominierung für deutsche “Game of Thrones”-Trickser

"Game of Thrones"-Szene: Einblick in die digitale Hexenküche

“Game of Thrones”-Szene: Einblick in die digitale Hexenküche

Faszinierend: Es kommt eher selten vor, dass sich Hollywoods Traumfabriken in die Karten schauen lassen. Doch bei der globalen Erfolgsserie “Game of Thrones” gehört das Veröffentlichen der digitalen Effekte, kurz VFX genannt, schon traditionell dazu. Nun hat die Stuttgarter Firma Mackevision, die auch zu den weltweit engagierten VFX-Machern von “GoT” gehört, ein neues Making-of-Video (s.unten) über ihre Tricks publiziert – und man versteht, warum Mackevision dafür soeben für einen Emmy in der Kategorie „Outstanding Special Visual Effects“ nominiert worden ist. (Stuttgarter Nachrichten)

Game of Thrones, Season 4 – VFX making of reel from Mackevision on Vimeo.

Masse: Maxdome, Watchever, Amazon – wenn von Video-on-demand in Deutschland gesprochen wird, geht es häufig nur um die großen Anbieter. Dabei gibt es hierzulande mittlerweile sage und schreibe 171 VoD-Angebote, davon immerhin 97 von heimischen Unternehmen. Das ergab eine Studie der “Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle”. Damit ist Deutschland nach Großbritannien und Frankreich der drittgrößte VoD-Markt in Europa. (Digitalfernsehen.de)

Skandal: Nach den Manipulationen bei seiner Show “Deutschlands Beste” geht das ZDF jetzt auch noch dem Verdacht nach, die Verschiebungen an der Prominenten-Rangliste seien politisch motiviert gewesen. Tatsächlich hatte die Redaktion die Position von SPD-Politikern wie Hannelore Kraft und Außenminister Frank-Walter Steinmeier verbessert, die Platzierung bei Unionspolitikern wie Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble verschlechtert. (Tagesspiegel)

Premiere: Die Fernseher der 9800er-Serie von Philips werden die ersten TV-Geräte in Europa sein, die mit Googles neuer Plattform AndroidTV ausgerüstet sind. Neben dem SmartTV-Portal von Philips wird Android auf diesen Geräten die Nutzung der Apps aus dem “Google Play Store” und weitere Anwendungen ermöglichen. (Digitalfernsehen.de)

Portfolio: Netflix wird seine hochgelobte, eigenproduzierte Serie “Fargo” bereits zu seinem Deutschland-Start (wahrscheinlich Ende September) auch hierzulande anbieten. Die erst neulich mit 18 Emmy-Nominierungen bedachte Reihe basiert auf dem gleichnamigen Film der Coen-Brüder aus dem Jahr 1996. (DWDL)

Technik-Tipp: Eine Welle von sogenannten “Timelapse”-Videos in den Sozialen Netzwerken prohezeit US-Techexperte Walt Mossberg für den Herbst diesen Jahres. Grund dafür sei, dass Apple in seine kommende Mobile-Software iOS 8 eine solche Zeitraffer-Funktion bereits als Standardfeature für die Kamera integrieren wird. Das Tool soll, so Mossberg in seiner Technikreview für Recode, weitaus komfortabler sein, als die diversen Timelapse-Apps, die es bereits von Drittanbieter gibt.

Fußball-WM treibt WebTV-Nutzung immens

ZDF-WebTV-Zusatzangebot zur WM: 1,3 Millionen neue App-User

ZDF-WebTV-Zusatzangebot zur WM: 1,3 Millionen neue App-User

Durchbruch: Die Fußball-WM 2014 hat die WebTV-Nutzung in Deutschland, vor allem mobil, in neue Dimensionen gehoben. Das belegen die Zahlen der Anbieter von Livestreams und Mediatheken, die nun nach und nach veröffentlicht werden. So gab etwa das ZDF stolz bekannt, das sein Livestream in den ersten dreieinhalb WM-Wochen mehr als 17 Millionen Mal abgerufen wurde. Die Mediatheken-App der Mainzer, die mit etlichen Zusatzfeatures wie mehreren Kameraperspektiven aufgehübscht wurde, fand während der WM 1,3 Millionen neue Nutzer und liegt jetzt bei 4,8 Millionen Downloads. Auch Zattoo, das bereits vor einigen Tagen seine respektablen Quoten für Einzelspiele veröffentlichte, kann sich um eine Vielzahl von neuen Kunden freuen: Allein in Deutschland verzeichnete der InternetTV-Anbieter 270.000 Neuregistrierungen, insgesamt nutzten 800.000 Zuschauer den Zattoo-Stream auf Smartphones und Tablets. (Digitalfernsehen.de; Zattoo-Pressemitteilung)

Erforscht: Das Phänomen “Second Screen” wird Alltagsrealität. Eine neue, aufwendige Studie von TNS Infratest belegt, dass sich das “Multi-Screening” immer weiter ausbreitet. Fast die Hälfte der weltweit befragten Menschen nutzen am Abend während des TV-Konsums zusätzliche digitale Geräte, um Mails checken, in sozialen Medien zu surfen oder online einzukaufen. (DWDL)

Expansion: Ein Geschäftsfeld ganz neuer Art testet Google/Youtube derzeit in Indien. In einer Kooperation mit “Tata Docomo”, einem der größten Mobilfunkbetreiber des Subkontinents, bietet Youtube seinen mobilen Zugang dort zu ermäßigten Preisen an. So können Nutzer zum Beispiel 300 MB Youtube-Datenvolume für umgerechnet 67 US-Cent erwerben – andere Videodienste kosten “Tata Docomo”-Kunden rund das Doppelte. (TheNextWeb)

Ausgezeichnet: Mit insgesamt 31 Nominierungen für die renommierten Emmy Primetime Awards, mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, hat Netflix in den USA für einen Paukenschlag gesorgt. Neben der sehr erfolgreichen eigenproduzierten Serie “Orange is the New Black” konnte auch die Netflix-Dokumentation “The Square” mehrere Nominierungen einheimsen. Die Preisverleihung findet am 25.August statt. (Tubefilter)

Erweitert: Google hat die Funktionen seines Chromecast-Streamingssticks um ein lang erwartetes Feature bereichert: Nun ist es möglich, nicht nur einige, sondern alle Inhalte seines Smartphones oder Tablets, zum Beispiel auch Spiele, auf den TV-Bildschirm zu übertragen. Bislang ist die Erweiterung allerdings nur für Android-Geräte verfügbar. (Androidnext)

Lesetipp: Martin Krauss analysiert für ZEIT Online die TV-Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft, die für den ungestörten, glänzenden Eventeffekt einiges an Wirklichkeit aussparen.