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Netflix zahlt 2 Millionen pro “Blacklist”-Episode

US-Erfolgsserie "The Blacklist": Wettrennen um die besten Stoffe

US-Erfolgsserie “The Blacklist”: Wettrennen um die besten Stoffe

Überhitzt: Exklusivität auf dem TV-Markt wird immer kostspieliger: Stimmen Medienberichte aus den USA, zahlt Netflix erstaunliche zwei Millionen Dollar pro Episode, um sich die alleinigen Streaming-Rechte an der NBC-Serie “The Blacklist” zu sichern. Das Rennen um exklusive, hochwertige Serien- und Film-Stoffe hat sich in den vergangenen Monaten extrem beschleunigt, auch Free-TV-Sender wie RTL sind davon mittlerweile massiv betroffen, wie RTL-Chefin Anke Schäferkordt vor wenigen Tagen in einem DPA-Interview berichtete. (Deadline.com)

Ankündigung: Google möchte Werbung auf Youtube attraktiver (und wohl auch teurer) machen. Man arbeite an Tools, die durch “besseres Tracking und ausführlichere Zielgruppenanalysen” eine “hochwertigere Markenkommunikation” für Werbetreibende ermöglichen, sagt Google-Werbechef Sridhar Ramaswamy in einem ausführlichen Adweek-Interview.

Strategie: Als Line-Extension ins Netz und damit zu den Zuschauergruppen der Zukunft soll die neue Webserie “Who Am I” dienen, die das TV-Netzwerk OWN von US-Talkstar Oprah Winfrey gestern auf der eigenen Webseite gestartet hat. Die Interview-Serie, die “interessante Menschen und ihre Geschichten” präsentieren soll, wird in den Youtube-Studios in Los Angeles produziert, um “den Spirit einer neuen Generation zu spüren”, wie ein OWN-Sprecher schwärmt. (Tubefilter)

Analyse: Die Nutzergruppen der Videostream-Angebote deutscher TV-Sender unterscheiden sich teilweise erheblich, einzelne Formate verzeichnen bis zu 97 Prozent Frauenanteil in der Zuschauerschaft. Das zeigen die nun erstmals veröffentlichten Strukturdaten der AGF. (DWDL.de)

Netflix 2: Nach dem Vorbild seiner erfolgreichen Eigenproduktionen “House of Cards” und “Orange is the new Black” bereitet Netflix auch spezielle Serienstoffe für den europäischen Markt vor: Unter dem Titel “Marseille” wird der VoD-Anbieter ab Frühjahr 2015 eine Politkrimi-Serie produzieren lassen. (Serienjunkies.de)

Kritik: Die Premiere von RTLs interaktiver Casting-Show “Rising Star” ist missglückt, urteilt Alexander Krei auf DWDL.de

Lesetipp: Felix Gillette beschreibt in einem sehr ausführlichen und gelungenen Stück für Businessweek die erfolgreiche MCN-Szene in Hollywood, die in wenigen Jahren das Bild von Youtube komplett neu geprägt hat – und nun zum begehrten, millionenschweren Kaufobjekt großer Medienkonzerne geworden ist.

970 Millionen für Twitch – Amazon sticht Google aus

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

Coup: Viele Branchendienste (auch OneTV Mag) hatten das Geschäft schon als (fast) besiegelt verkündet, nun aber wird der Game-Streaming-Spezialist Twitch doch nicht von Google aufgekauft. Stattdessen – und das ist selbst in diesem überhitzten Big-Deal-Jahr 2014 eine Sensation – hat Amazon nun die Live-Let’s-Play-Plattform gekauft, zum Preis von 970 Millionen Dollar. Warum das Geschäft mit Google, das Twitch wohl in Youtube integrieren wollte, platzte, ist noch genauso unbekannt wie die genauen Details der Pläne, die Amazon mit der Gamer-Videoplattform hat. Plant der Konzern ein Gegen-Youtube, wie einige Kommentatoren vermuten? Eher nicht. Aber schon allein der Twitch-User-Stamm, immerhin rund 50 Millionen Spieler, dürfte als Zielgruppe für den Handelsriesen interessant genug gewesen sein. Ein paar Games und Konsolen liegen ja doch noch in den Amazon-Regalen. (Videonuze)

Transparenz: Um mehr Aufmerksamkeit für den Kampf gegen Klickbetrügereien in der Online-Videobranche zu schaffen, hat der Werbevermarkter Yume nun eine interaktive Weltkarte präsentiert, die nach eigenen Angaben jene Regionen zeigt, in denen aktuell mit Hilfe von falschen Servern oder anderen Manipulationen Klickstatistiken von Video-Werbespots in die Höhe getrieben werden. Schwerpunkt der Betrugsaktivitäten sind laut Yume Asien und Afrika. (Adweek)

Nebenjob: Eine (bislang) eher ungewöhnliche Kooperation mit jungen Youtube-Stars ist die BBC jetzt eingegangen: Der Sender startet auf seiner Jugend-Radiowelle BBC 1 eine wöchentliche Show mit wechselnden, bekannten US- und UK-Vloggern, die dort als Moderatoren ihre Lieblingshits präsentieren können. (Tubefilter)

Ausgezeichnet: Fast ausschließlich Altbekanntes wurde bei der diesjährigen Verleihung der Emmy-Awards in der vergangenen Nacht prämiert: Mit “Breaking Bad“, “Modern Family” und “Sherlock” kassierten die Dauergewinner der vergangenen Jahre erneut etliche Preise bei der wichtigsten TV-Auszeichnung, die eher mühselig und enttäuschend über die Bühne ging. (SPIEGEL online)

Abgeschmettert: Die Berufungskammer des Obersten Gerichtshofs der USA hat den Antrag des TV-Streaminganbieters “Aereo” auf eine Revision des Urteils gegen ihn abgelehnt. Damit dürfte das Unternehmen, das mit seinem “Piratensender”-Modell die gesamte traditionelle US-TV-Branche gegen sich aufgebracht hatte, wohl endgültig keine Chance mehr haben, wieder auf die Beine zu kommen. (Hollywood Reporter)

Vines gefährlicher Strategiewechsel

Vine_DisplayVeränderung: Vine ermöglicht es seinen Usern jetzt auch, Videos zu verwenden, die nicht mit der Vine-App produziert worden sind. Dabei soll es natürlich vor allem professionellen Anbietern aus Medien und Werbung leichter gemacht werden, den Ultrakurzvideo-Dienst zu benutzen. Allerdings verlieren die typischen Sechs-Sekunden-Videos damit auch einen Großteil ihres Charmes. Ob das junge Vine-Publikum das wirklich mag, dürfte zumindest zweifelhaft sein (Tubefilter)

Anreiz: Video-Werbung, die in passenden, hochwertigen Bewegtbildumfeldern platziert ist, erzielt deutlich höhere Interaktionsraten als “wild gestreute”, vor allem auf Reichweiten gezielte, Kampagnen. Das ergab eine neue Studie des US-Vermarkters Innovid. (Videonuze)

Erweiterung: Das Berliner MCN Divimove hat einen neuen Geschäftsbereich für Kooperationen mit Marken eröffnet: “brandboost by DIVIMOVE” soll “den kompletten Prozess von der strategischen Beratung bis hin zur Implementierung kreativer Werbelösungen auf der YouTube-Plattform begleiten”. (Broadmark)

Reaktion: Der Deutschland-Start von Netflix bereitet RTL-Chefin Antje Schäferkordt nach eigenen Angaben kein Kopfzerbrechen. Sie sieht in dem US-Streaminganbieter keine Konkurrenz für die großen Free-TV-Sender hierzulande. Allerdings habe der Erfolg der VoD-Dienste für alle Marktteilnehmer massive Auswirkungen auf die Preis- und Lizenzverhandlungen, vor allem von exklusiven US-Stoffen. (Digitalfernsehen.de)

Planspiel: Über 600 Millionen Dollar an zusätzlichen Einnahmen jährlich würde es bringen, wenn HBO sich entschließen könnte, neben seinem “klassischen” TV-Angebot auch noch einen webbasierten VoD-Dienst zu eröffnen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer höchst spekulativen, aber sehr interessanten Hochrechnung, die das US-Medienportal Recode anstellt.

Expansion: Der Jugendsender “Joiz” will in den kommenden Monaten neue Kanäle in Europa starten, mit Partnern in Großbritannien sei man bereits in konkreten Verhandlungen. (Persoenlich.com)

Zitat des Tages: “Wir müssen heute alle Screens bedienen, um den Touchpoints der Konsumenten zu folgen.” Thomas Wagner, Chef des ProSiebenSat.1-Vermarkters SevenOne Media, über die Fragmentierung von Bewegtbild-Markes in digitalen Zeiten. (DWDL.de)

Hilfe gegen die Pre-Roll-Flut

Pre-Roll-Parodie von Burger King: Fluch und Segen der Webvideobranche

Pre-Roll-Parodie von Burger King: Fluch und Segen der Webvideobranche

Gekappt: Die immer stärkere Multi-Screen-Nutzung von Video-Inhalten, auf Smartphones, Tablets oder SmartTVs, bereitet der Werbeindustrie zunehmend Sorgen. Bisher ist es beispielsweise kaum möglich, einen User, der zuhause auf verschiedenen Endgeräten Videos abruft, vor einer Flut von oft immergleichen Pre-Roll-Spots zu bewahren. Denn das “Frequency Capping”-Verfahren, das die Spotverteilung individuell steuert, beruht auf der Cookie-Technologie, die aber bei Mobil-Geräten nur eingeschränkt und bei SmartTVs und Set-Top-Boxen gar nicht funktioniert. Der US-Videovermarkter Black Arrow hat nun ein cookie-ähnliches Verfahren entwickelt, das die Spot-Aussteuerung differenziert pro Haushalt, einzelnem Gerät oder bestimmten Zuschauergruppen kontrollieren kann. Erste Tests in den USA seien überaus erfolgreich verlaufen, teilte das Unternehmen mit. Der Nutzer-Dank wird sicher sein. (V-net)

Stresstest: Um peinliche Pannen wie etwa beim ARD-“Quizduell” zu vermeiden, testet RTL seine neue App für das Voting bei der neuen, interaktiven Casting-Show “Rising Star” sicherheitshalber schon mal vorab unter Live-Bedingungen. Am kommenden Montag, vier Tage vor der Show-Premiere, wird es deshalb bei “Extra – Das RTL Magazin” einen Live-Probedurchlauf für die App geben. (kress.de)

Gelungen: Mit seiner neuen WebTV-Show “Monumental” präsentiert das US-Portal “Mashabel” wieder einmal ein frisches und schnelles Format, das perfekt auf das Netz zugeschnitten ist. Host Elliot Morgan, der auch die Kurznews Mashable Minute moderiert, diskutiert in “Monumental” mit Prominenten aus Web, TV und Pop über Netz-Hypes und -Phänomene. Das ganze gipfelt dann in einem Blitz-Voting für den virtuellen “Mount Rushmore”. Unterhaltsame sechs Minuten. (Tubefilter)

Analyse: Kurz vor dem Markteintritt von Netflix in Deutschland bereiten sich die deutschen Video-on-demand-Anbieter auf die neue Konkurrenz vor. Zuletzt reagierte Sky mit einer massiven Preissenkung bei seinem Online-Angebot “Snap”. Doch auch andere VoD-Dienste werden sich wohl oder übel auf einen Preiskrieg einlassen müssen, auch wenn das ihre ohnehin wirtschaftlich angespannte Lage nicht verbessern dürfte, urteilt Patrick Schulze für Digitalfernsehen.de

Verlängerung: Wohl auch, um sein Bundesliga-Video-Angebot bekannter zu machen, zeigt der Springer-Verlag die bisher vor allem bei Bild.de laufenden Highlights-Clips nun auch in der kostenpflichtigen App der Sportbild – allerdings erst ab Ende des kompletten Spieltages am Sonntagabend. (DWDL.de)

Lesetipp: Thorsten Zarges analysiert für DWDL.de die aktuellen Kaufaktivitäten der deutschen TV-Konzerne auf dem amerikanischen Digitalmarkt. Vor allem die 144-Millionen-Dollar-Investition von RTL am Onlinevideo-Vermarkter SpotXchange gibt ihm dabei einige Rätsel auf.

Video-Tipp: Seinfeld-Star Julia Louis-Dreyfus und die “Breaking Bad”-Hauptdarsteller Aaron Paul und Bryan Cranston bewerben in einem sehr hübsch gemachten, selbstironischen Promo-Clip auf Youtube die Verleihung der Emmy-Awards. (Tubefilter)