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“Bloop It” macht Youtube-Videos kurz – und richtig viral

bloop.itDer Trend zu ultrakurzen Videos im Netz setzt sich fort: Nach dem großen Erfolg von Vine und dem Start vieler Bewegtbild-Newsdienste, deren Clips kaum länger als 15, 20 Sekunden sind, versucht jetzt das Start-up “Bloop It” die Youtube-Welt zu erobern.

Mit der neuen App, die derzeit noch nur auf iOS-Mobilegeräten läuft (Android soll bald folgen) kann man mit wenigen Handgriffen, bzw. Fingertipps, bis zu 20-sekündige Ausschnitte aus Youtube-Videos “herausschneiden” und dann via Mail, Sozialen Netzwerken oder auch auf der “Bloop It”-Webseite verbreiten, wie wir es hier mit unserem OneTV-Testkanal auf die Schnelle mal mit dem gemeinsamen Auftritt von Jimmy Fallon und Bruce Spingsteen gemacht haben.

Wer so etwas braucht? Nun, all jene, die nur die beste Stelle aus einem bestimmten Youtube-Video versenden wollen – ohne die individuelle Startzeit-Funktion von Youtube selber benutzen zu wollen, oder zehn Minuten Restvideo mitzusenden. Menschen, die mal eben was Lustiges unkompliziert und schnell weiterleiten wollen. Und, nicht zu vergessen, alle professionellen Videoproduzenten, TV-Sender und Werbeagentur, die ihre Teaser, Trailer und Spots nicht nur auf Youtube, sondern auch einem neuen, sehr viralen und mobilen Kanal präsentieren wollen. Denn dafür ist “Bloop It” – wohl mit Absicht – wie gemacht.

(Hier ist noch das Werbevideo von “Bloop it” selbst:)

Auf digitaler Wahrheitssuche im Syrien-Krieg

Rekonstruierte Aufnahme eines von Bomben zerstörten Platzes im syrischen Aleppo

Rekonstruierte Aufnahme eines von Bomben zerstörten Platzes im syrischen Aleppo

Es ist nicht ganz sicher geklärt, wer diesen Satz zum ersten Mal so gesagt hat, aber es wurde eines der berühmtesten Zitate auf der ganzen Welt: “Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit.” Am wahrscheinlichsten gilt, dass es der amerikanische Politiker Hiram Johnson war, der diesen legendären Satz angesichts der widersprüchlichen Berichte aus dem Ersten Weltkrieg formulierte – aber sicher ist: Nie war er so richtig wie heute.

Aber Moment, ist das wirklich so? Angesichts der Allgegenwart von Foto- und Videoaufnahmen, schnell und leicht per Smartphone gemacht, genauso leicht und schnell weltweit verbreitet dank Internet und Youtube? Heute werden doch allein aus dem syrischen Bürgerkrieg jeden Tag hunderte privater Filmaufnahmen ins Netz gestellt.

Doch die meisten sogenannten “citizen videos” sind  nur auf den ersten Blick hilfreich. Zu oft fehlen Angaben über Ort und Zeitpunkt der Aufnahme, Information darüber, was auf den Filmen genau zu sehen ist, sind absolute Mangelware. Und sehr häufig kommt es ebenfalls vor, dass gefälschte oder falsch beschriebene Videoausschnitte von den jeweiligen Propaganda-Abteilungen der Kriegsparteien benutzt werden, um Stimmung gegen die Gegner zu schüren.

Die immensen Schwierigkeiten zu überwinden, die es bedeuten, sich nicht mit manipuliertem Videomaterial oder fehlerhaften Angaben instrumentalisieren zu lassen, ist eine große, aber wichtige und unerlässliche Herausforderung für Journalisten, Hilfsorganisationen, Militärs und Politiker. Aber wie ist das zu leisten, ohne eigenes Team oder verlässliche Quellen vor Ort?

Die mühsame Detektivarbeit von WITNESS

Im Blog der internationalen Human-Rights-Organisation “WITNESS”, die weltweit dabei hilft, Menschenrechtsverstöße und Kriegsverbrechen weltweit zu dokumentieren, schildert jetzt der Aktivist Richard Cozzens in einer beeindruckenden dreiteiligen Serie, mit welchen Techniken WITNESS versucht, die Richtigkeit der Angaben jener Videos zu überprüfen, die täglich aus den Krisengebieten der Welt in die sozialen Netze geschickt werden. Wir dokumentieren mit freundlicher Genehmigung von WITNESS die wichtigsten Schritte in Kürze, auch als Beispiel dafür, wie komplex auch journalistische Arbeit in diesen digitalen Zeiten sein kann.

Alles beginnt mit diesem Video, eingesandt von einer Oppositionsgruppe aus Syrien. Zu sehen sein sollen die Auswirkungen eines Luftangriffs auf die Stadt Aleppo.

Zunächst einmal gilt es, sich im wahrsten Wortsinne ein “besseres Bild” zu machen. Dies gelingt mithilfe einer speziellen Software, die aus dem Schwenk der Kamera Einzelbilder erstellt…
Aleppo-Panorama_1

…die zusammengefügt einen viel besseren Eindruck der Gesamtszene vermitteln.

Aleppo_pano_2

Nun hat man zwar ein gutes Panoramabild, aber weiß noch nicht, ob das wirklich der betroffene Stadtteil Hanano in Aleppo ist, und nicht etwa ein Straßenzug in einer irakischen Stadt im letzten Golf-Krieg. Dazu braucht man nun ein Satellitenbild von Hanano, das bekommt man bei Google Earth.

Satellit Aleppo groß

Im Hintergrund  des zusammengefügten Bildes ist eine Moschee zu sehen. Hilft das weiter? Noch nicht wirklich, es gibt nämlich etliche Moscheen in Hanano…

Aleppo-3er-Reihe

Erst nach langem Suchen und vielen Perspektivwechseln mithilfe spezieller Foto-Software ist die richtige Moschee gefunden, und damit auch der Schauplatz des Angriffs.

Zweier_Reihe_Aleppo

Was jetzt noch fehlt, sind unabhängige Aufnahmen, die den Angriff dokumentieren. Auch die findet man bei Google Earth, durch ein spezielles Tool, das Satellitenbilder chronologisch erfasst und ausspielen kann. Und diese Aufnahme hier vom betroffenen Gebiet in Aleppo ist rund zwei Wochen nach dem angegebenen Datum des Luftangriffs gemacht worden. Die Zerstörungen sind gut zu erkennen.

aleppo_Satellit_Angriff

Die intensive Suche nach der scheinbar so offensichtlichen Wahrheit hat Erfolg gehabt. Oft aber forschen die Aktivisten von WITNESS und anderen Organisationen vergeblich, zu viele Widersprüche und fehlende Details machen die allermeisten aller Aufnahmen unbrauchbar. Er ist mühsam, der Kampf um die Wahrheit. Und man sollte, gerade auch als Journalist, sehr sorgfältig mit solchen Video- und Fotosequenzen, egal von welcher Quelle, umgehen.

Hier sind nun die Links zu den drei Teilen der WITNESS-Serie von Richard Cozzens, mit vielen detaillierten Beschreibungen, auch der verwendeten Software und Tools.

1. “Verifying Citizen Video: A Case Study of Destruction from Aleppo” (Allgemeine Einführung)

2. Verifying Citizen Video: A Case Study from Aleppo – Part 2, Creating a Panoramic Image (Panorama-Bilder erstellen)

3. http://blog.witness.org/2014/01/verifying-citizen-video-case-study-aleppo-part-3-geo-locating-video/ (Einsatz von Google Earth und anderen Satellitenbildern)

Google und TV – eine On-/Off-Beziehung

Heiteres Rätselraten mit Google: Als am Wochenende (ziemlich glaubwürdige) Gerüchte auftauchten, der Konzern plane mit “NexusTV” eine eigene Settop-Box für die Verbindung von TV und Netz, warf das zwangsläufig zwei Fragen auf.

Erstens: Schafft es der mit Abstand größte Digitalkonzern der Welt jetzt auf die Big Screens im Wohnzimmer? Und zweitens: Da war doch schon mal was, oder?

Aus Googles Sicht muss man auf Letzteres antworten: Ja, leider. Denn genau auf diesem Feld hat die einzigartige Erfolgsgeschichte der Firma schmerzhafte Fehlschläge zu verzeichnen. Tatsache ist, dass man in Mountain View die Dynamik des neuen Geschäftsfeldes jahrelang unterschätzt hatte. Man war komplett auf das stationäre Web ausgerichtet, später vollzog man – später als die Konkurrenz, aber durchaus ja erfolgreich – die Entwicklung für mobile Lösungen. Die Eroberung der TV-Bildschirme und damit eines Marktes mit zweistelliger Milliardenerlösen weltweit aber schien seltsamerweise überhaupt nicht auf der Agenda von Google zu stehen.

Ein erster, sehr zögerlicher Schritt, wurde 2010 unternommen, als man in Zusammenarbeit mit Sony, Logitech und Intel eine Software-Plattform auf Android-Basis vorstellte, zunächst als Settop-Box-Lösung, mittlerweile auch als direkte Implementierung in einigen Sony-TV-Geräten.

Doch der Versuch ging krachend daneben. Vor allem die von Logitech konzipierten Boxen erwiesen sich als technischer Albtraum. Sie waren viel zu langsam, hatten eine verheerend schlechte Benutzeroberfläche und viele technsiche Aussetzer.

Die Neuauflage, die vor zwei Jahren gestartet wurde, unter anderem in Kooperation mit Sony gelang technisch zwar deutlich besser, leidet aber bis heute an einem schwachen inhaltlichen Angebot, einer immer noch verwirrtenden Nutzerführung und einer vollkommen Google untypischen mangelhaften Verankerung im hauseigenen Ökosystem.

Dann aber kam, Mitte diesen Jahres, mit dem “Chromecast“-Stick endlich ein Produkt von Google auf den Markt, das Netzinhalte auf einfache Art auf die TV-Gerät bringt. Zwar ebbten die zunächst überschwenglichen Lobeshymnen der Kritiker ein wenig ab, als sich herausstellte, dass auch hier vor allem die inhaltlichen Angebote eher dürftig waren – trotz galt der Chromecast als Googles präferierte Lösung für den Bereich NewTV.

Und nun kommt also Nexus TV. Doch, muss man sagen, weil die Settop-Box vor Jahren schon einmal angekündigt war, aber mittlerweile als beerdigt galt. Das Gerät soll Videos von Diensten wie Netflix, Hulu sowie Youtube streamen und darüber hinaus eine Auswahl von Videospielen anbieten, für Live-Fernsehen nicht geeignet sein. Was technisch eigentlich kein Problem sein dürfte, wahrscheinlich aber am zu erwartenden Widerstand der mächtigen US -Cabel-Companys liegt.

Google träte mit Nexus TV vor allem in Konkurrenz zu Apple, das seine TV-Box geschickt und ohne großes Getöse immer weiter in den Markt drückt – und wahrscheinlich doch irgendwann seinen eigenen Fernseher produziert. Und auch Amazon bereitet ja, nach dem Start seiner ersten eigenen Videoserie, die Produktion einer Settop-Box vor, verschob den Start aber bis ins nächste Frühjahr.

Das wäre dann auch ein möglicher Launchtermin für NexusTV – und der endgültige Angriff der Netzgiganten auf die gute alte TV-Welt.

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