Home / WebTV

WebTV

Aktuelle Studie: Deutsche sind Webvideo-Muffel

Aufholbedarf für Youtube & Co.: Nur jeder zehnte deutsche Internetnutzer sieht sich täglich Videos im Netz an. Das ergab die aktuelle TNS-Studie “Connected Life”. für die insgesamt 55.000 Internetnutzer weltweit befragt wurden. In anderen Ländern sind Webvideos wesentlich populärer: Vor allem in Russland, wo sich fast die Hälfte aller Internetnutzer täglich von Online-Videos informieren und unterhalten lassen, aber auch in China und Italien (jeweils 33 Prozent) sind die bewegten Bilder im Netz deutlich nachgefragter.

Infografik: Deutsche bei Online-Videos zurückhaltend | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

970 Millionen für Twitch – Amazon sticht Google aus

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

Coup: Viele Branchendienste (auch OneTV Mag) hatten das Geschäft schon als (fast) besiegelt verkündet, nun aber wird der Game-Streaming-Spezialist Twitch doch nicht von Google aufgekauft. Stattdessen – und das ist selbst in diesem überhitzten Big-Deal-Jahr 2014 eine Sensation – hat Amazon nun die Live-Let’s-Play-Plattform gekauft, zum Preis von 970 Millionen Dollar. Warum das Geschäft mit Google, das Twitch wohl in Youtube integrieren wollte, platzte, ist noch genauso unbekannt wie die genauen Details der Pläne, die Amazon mit der Gamer-Videoplattform hat. Plant der Konzern ein Gegen-Youtube, wie einige Kommentatoren vermuten? Eher nicht. Aber schon allein der Twitch-User-Stamm, immerhin rund 50 Millionen Spieler, dürfte als Zielgruppe für den Handelsriesen interessant genug gewesen sein. Ein paar Games und Konsolen liegen ja doch noch in den Amazon-Regalen. (Videonuze)

Transparenz: Um mehr Aufmerksamkeit für den Kampf gegen Klickbetrügereien in der Online-Videobranche zu schaffen, hat der Werbevermarkter Yume nun eine interaktive Weltkarte präsentiert, die nach eigenen Angaben jene Regionen zeigt, in denen aktuell mit Hilfe von falschen Servern oder anderen Manipulationen Klickstatistiken von Video-Werbespots in die Höhe getrieben werden. Schwerpunkt der Betrugsaktivitäten sind laut Yume Asien und Afrika. (Adweek)

Nebenjob: Eine (bislang) eher ungewöhnliche Kooperation mit jungen Youtube-Stars ist die BBC jetzt eingegangen: Der Sender startet auf seiner Jugend-Radiowelle BBC 1 eine wöchentliche Show mit wechselnden, bekannten US- und UK-Vloggern, die dort als Moderatoren ihre Lieblingshits präsentieren können. (Tubefilter)

Ausgezeichnet: Fast ausschließlich Altbekanntes wurde bei der diesjährigen Verleihung der Emmy-Awards in der vergangenen Nacht prämiert: Mit “Breaking Bad“, “Modern Family” und “Sherlock” kassierten die Dauergewinner der vergangenen Jahre erneut etliche Preise bei der wichtigsten TV-Auszeichnung, die eher mühselig und enttäuschend über die Bühne ging. (SPIEGEL online)

Abgeschmettert: Die Berufungskammer des Obersten Gerichtshofs der USA hat den Antrag des TV-Streaminganbieters “Aereo” auf eine Revision des Urteils gegen ihn abgelehnt. Damit dürfte das Unternehmen, das mit seinem “Piratensender”-Modell die gesamte traditionelle US-TV-Branche gegen sich aufgebracht hatte, wohl endgültig keine Chance mehr haben, wieder auf die Beine zu kommen. (Hollywood Reporter)

Vines gefährlicher Strategiewechsel

Vine_DisplayVeränderung: Vine ermöglicht es seinen Usern jetzt auch, Videos zu verwenden, die nicht mit der Vine-App produziert worden sind. Dabei soll es natürlich vor allem professionellen Anbietern aus Medien und Werbung leichter gemacht werden, den Ultrakurzvideo-Dienst zu benutzen. Allerdings verlieren die typischen Sechs-Sekunden-Videos damit auch einen Großteil ihres Charmes. Ob das junge Vine-Publikum das wirklich mag, dürfte zumindest zweifelhaft sein (Tubefilter)

Anreiz: Video-Werbung, die in passenden, hochwertigen Bewegtbildumfeldern platziert ist, erzielt deutlich höhere Interaktionsraten als “wild gestreute”, vor allem auf Reichweiten gezielte, Kampagnen. Das ergab eine neue Studie des US-Vermarkters Innovid. (Videonuze)

Erweiterung: Das Berliner MCN Divimove hat einen neuen Geschäftsbereich für Kooperationen mit Marken eröffnet: “brandboost by DIVIMOVE” soll “den kompletten Prozess von der strategischen Beratung bis hin zur Implementierung kreativer Werbelösungen auf der YouTube-Plattform begleiten”. (Broadmark)

Reaktion: Der Deutschland-Start von Netflix bereitet RTL-Chefin Antje Schäferkordt nach eigenen Angaben kein Kopfzerbrechen. Sie sieht in dem US-Streaminganbieter keine Konkurrenz für die großen Free-TV-Sender hierzulande. Allerdings habe der Erfolg der VoD-Dienste für alle Marktteilnehmer massive Auswirkungen auf die Preis- und Lizenzverhandlungen, vor allem von exklusiven US-Stoffen. (Digitalfernsehen.de)

Planspiel: Über 600 Millionen Dollar an zusätzlichen Einnahmen jährlich würde es bringen, wenn HBO sich entschließen könnte, neben seinem “klassischen” TV-Angebot auch noch einen webbasierten VoD-Dienst zu eröffnen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer höchst spekulativen, aber sehr interessanten Hochrechnung, die das US-Medienportal Recode anstellt.

Expansion: Der Jugendsender “Joiz” will in den kommenden Monaten neue Kanäle in Europa starten, mit Partnern in Großbritannien sei man bereits in konkreten Verhandlungen. (Persoenlich.com)

Zitat des Tages: “Wir müssen heute alle Screens bedienen, um den Touchpoints der Konsumenten zu folgen.” Thomas Wagner, Chef des ProSiebenSat.1-Vermarkters SevenOne Media, über die Fragmentierung von Bewegtbild-Markes in digitalen Zeiten. (DWDL.de)

New York Times feiert Obama-Scoop

Barack Obama beim Video-Interview der New York Times: Freude über den Scoop

Barack Obama beim Video-Interview der New York Times: Freude über den Scoop

Exklusiv: Die New York Times setzt ihre ambitionierte WebTV-Strategie weiter konsequent fort – und konnte sich nun über einen echten Scoop freuen. Denn niemand Geringerer als US-Präsident Barack Obama, derzeit wegen weltweiter internationaler Krisen ein äußerst gefragter Gesprächspartner, gab der NYT ein einstündiges, exklusives Video-Interview. Starkolumnist Tom Friedman führte das Gespräch im Weißen Haus, und ließ sich dabei auch nicht von der großen TV-Produktionscrew irritieren, die das Interview in bester Broadcast-Qualität abfilmte und anschließend digitalgerecht in mehrere Episoden unterteilt auf der NYT-Webseite präsentierte. Mehrere andere “traditionelle” US-TV-Sender, die ebenfalls ein Interview angefragt hatten, reagierten “verschnupft” über die Zusage Obamas für einen WebTV-Auftritt, hieß es in Washington. (Videonuze)

Kooperation: Mit einer WebTV-Show auf Bild.de präsentiert Sat.1 die neue Staffel seines Voyeursformates “Promi Big Brother” auch abseits des Konzernhauses. “Bild”-Reporter Ingo Wohlfeil wird dort im Anschluss an die Sendungen mit der Komikerin Ilka Bessin, besser bekannt als “Cindy aus Marzahn”, plaudern. Die Webshow, die von Endemol beyond produziert wird, läuft auch bei PromiBigBrother.de und Sat.1 Connect. (DWDL.de)

Showtime: Junge Youtube- und Vine-Stars waren die Attraktionen der diesjährigen Teen Choice Awards in den USA. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hatte die traditionelle Preisverleihung eigene Kategorien für populäre Künstler aus der Online-Welt geschaffen. (The Daily Dot)

Umfrage: In seiner nächsten Testrunde für Videoformate wird Amazon ab Ende August gleich fünf Pilotfolgen potentieller neuer Serien präsentieren, darunter eine Comedy von Star-Regisseur Steven Soderbergh und einen Thriller des deutsch-schweizerischen Regisseurs Marc Foster. (Variety)

Expansion: Um die Nutzerschaft seines IPTV-Angebotes “Entertain” von derzeit knapp 2,3 Millionen bis 2018 auf fünf Millionen zu steigern, will die Telekom auch in eigene TV-Projekte investieren. Ein erster Schritt sei der Erwerb der Übertragungsrechte für die Basketball-Bundesliga gewesen, so Telekom-GF Niek Jan van Damme. (Digitalfernsehen.de)

Hintergrund: Jeff Baumgartner berichtet auf Multichannel.com über die neuesten technischen Entwicklungen für die Ausstrahlungen von linearen und On-demand-Bewegtbildprogrammen über mobile Endgeräte.

Zitat des Tages: “Wir müssen jetzt beweisen, dass wir stark genug sind.” UFA-Fiction-Chef Nico Hofmann sieht in den “neuen Content-Plattformen wie Netflix oder Amazon für uns alle eine Riesenchance”, auch für deutsche TV-Sender und -Produzenten. (DWDL.de)

Ergänzung: Es muss nicht immer Bewegtbild sein: Als neuestes Spin Off aus der Redaktion der legendären “Daily Show” mit Jon Stewart kommt… ein Audio-Podcast. Die rund 45-minütigen, wöchentlichen Folgen präsentieren unter anderem Hintergrund-Interviews mit Autoren, Comedians und Gästen der Show.