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IFA 2013: Zwischen Featuritis und echten Innovationen

Pünktlich zur Internationalen Funkausstellung geht natürlich auch der Sturm der Pressemitteilungen wieder los: Sender, Gerätehersteller, Softwareproduzenten und viele andere übertrumpfen sich gegenseitig mit Jubelmeldungen über neue Produkte und Angebote.

Leider tun viele “Marktteilnehmer” (wie das jetzt neudeutsch heißt) unter dem vermeintlichen Newsdruck der IFA so, als hätten sie das digitale TV-Rad neu erfunden. Dabei handelt es sich oft genug nur um Adaptionen von Features, die die Konkurrenz schon längst anbietet. So entsteht zwar der, für viele Nutzer mitunter überaus irritierende, Eindruck, dass es sich hier um eine wahnsinnig schnell drehende, hippe Trends am Fließband produzierende, Branche handelt – oft aber verschleiert die Featuritis mit ihren immer verrückteren Produktbezeichnungen auch schlicht nur die Ratlosigkeit, mit der viele Teilnehmer auf ihren vollkommen veränderten Markt schauen.

Echte Innovationen, die das Thema “NewTV” signifikant weiterbringen, sind dagegen selten, aber es gibt sie natürlich auch. Und öffentliche Erkenntnisse, die für viele große Player im Milliardengeschäft noch vor kurzem undenkbar waren.  Weiterlesen

We could be heroes…

Auch das ist digitales Fernsehen, eine schöne neue globale Protestwelt: Dank Youtube werden rund um die Uhr Helden geboren, auch, wenn sie noch Kinder sind. So widerfährt es gerade der 14-jährigen Rachel Parent, die vor ein paar Wochen im kanadischen Fernsehen ihre Kritik an genmanipulierter Nahrung verteidigte – gegen Widerstand und Häme zweier unfassbar unsouveräner Talkshow-Gastgeber, darunter auch des einschlägig bekannten Kevin O’Leary.

Was, neben dem beinahe erschreckend coolen Auftritt von Rachel, bemerkenswert ist, ist wieder einmal die Geschwindigkeit, mit der sich der Clip weitweit verbreitete, vor allem gerade unter Jugendlichen – auch ohne die Hilfe großer TV-Networks oder Newsportale, die die Story bislang fast allesamt übersahen. Aber, was heißt heute schon noch “groß”?

P.S. Danke an Richard Gutjahr für den Hinweis.

Endlich auch Qualität fürs Netz

Wie in diesem Blog schon das ein oder andere Mal beschrieben, tun sich vor allem klassische TV-Sender schwer mit den Folgen, die die Digitalisierung und Fragmentierung für den Fernsehmarkt gebracht hat. Darum ist es gut zu hören, dass das Verständnis dafür auch bei den “Dinos” der Branche allmählich wächst.

So gab der renommierte US-Sender NBC News in der vergangenen Woche die Gründung einer neuen Abteilung bekannt, die vor allem journalistische Formate für die neuen digitalen Kanäle der Senderfamilie entwickeln und produzieren soll. Man brauche neue Formen der News- und Dokumentationsberichterstattung für die veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauer auf Web- und Mobileplattformen, den Social-Media-Portalen und Youtube-Kanälen. Frische Ideen, mit denen auch journalistische Inhalte an jüngere Zielgruppen herangeführt werden können. Read More »

Multitrivial ist nicht die Antwort

Es war der reine Zufall – und nicht die Nostalgie – der mich vor wenigen Tagen wieder auf eine Story stießen ließ, die ich im August vor 20 Jahren für den SPIEGEL geschrieben hatte: “Glut, Schweiß und Tränen”, eine Reportage über das “Transamerica Footrace”.

Ein toller Stoff war das: dreizehn Frauen und Männer, die quer durch die USA laufen. Unter spartanischen Bedingungen, angetrieben von Kräften, die für einen Nicht-Ultraläufer nicht mal im Ansatz verständlich sind. Das Rennen dauerte 64 Tage lang und ich hatte Gelegenheit (und das Reisebudget), die ersten drei Wochen von L.A. nach Las Vegas mitzumachen. Verrückte Typen in grandioser Landschaftskulisse. Ein Erlebnis, das mir nicht nur eine gute Geschichte, sondern auch lädierte Fuß- und Kniegelenke einbrachte. Das waren noch Zeiten. Read More »

Anpfiff für eine neue Zeit

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Ob das neue WebTV-Bundesligaangebot der Bild-Zeitung, das am Freitag mit der 2. Liga startet, tatsächlich nun eine “Gefahr für den Sportjournalismus” in Deutschland ist, oder sich die Springer-Leute dank üppiger Sponsorenverträge wirklich bereits im ersten Jahr ihres vierjährigen Engagements über einen Millionengewinn freuen können – darüber lässt sich derzeit mit Sicherheit nichts sagen. Und ob die Bundesliga als Zugpferd so stark ist, die gesamte Pay-Strategie des Springer Flaggschiffs maßgeblich mitzutragen, werden auch erst die kommenden Jahre zeigen. Read More »

Auch beim Schreiben wäre ALLES NEU ja ganz schön

In der vergangenen Woche ist die neue Ausgabe des Medienmagazins “Journalist” erschienen. Ich hatte die Ehre, zusammen mit den Kollegen Constantin Seibt und Daniel Bröckerhoff, die Titelgeschichte zum Thema “Alles Neu” zu verfassen. Während ich mich in meinem Text – wie hier im Blog – mit dem “neuen” Fernsehen beschäftige,  macht sich Kollege Bröckerhoff unter dem Stichwort “Mitmachen” sehr interessante Gedanken über die neue Beziehung des Journalismus und seines Publikums, das längst mehr ist als nur zahlende, stumme Masse.

Constantin Seibt schließlich beschreibt, ebenso klug wie mitreißend, die Herausforderungen, denen sich vor allem der schreibende Teil unserer Zunft stellen sollte. Es ist ein Plädoyer für ein radikal neues Nachdenken darüber, was, wann, wo und wie der Leser eigentlich noch in diesen digitalen Zeiten von “seinen” Medien erwartet. Ich empfehle es wärmstens zur Lektüre. (Und weil dieser Text bei den Kollegen des “Journalist” auch online und frei ist, geht das auch unkompliziert ;-)

Hier ist der Link: http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/menschen-und-meinungen/constantin-seibt-ueber-das-neue-schreiben.html

 

Die Youtube-Story

Kleiner Infotipp für zwischendurch: Youtube ist ein solch selbstverständlicher Part unseres digitalen Lebens geworden, dass man leicht vergisst, dass die weltgrößte Videoplattform noch nicht einmal zehn Jahre existiert. Die Kollegen von Business Insider haben die Geschichte von Youtube in einem Video zusammengefasst. Interessant und gut gemacht, wie ich finde:

Youtube_history

Made in New York

Es muss nicht immer Silicon Valley sein. Natürlich ist das kalifornische Hightech-Zentrum noch der Pulsgeber der digitalen Welt, doch in den USA gibt es überall Regionen, in denen neue Hightechfirmen Fuß fassen und so langsam auch Ökonomiestrukturen im Land verändern.

Vor allem die New Yorker Internetszene hat in den vergangenen Jahren rasant aufgeholt und demonstriert das auch derzeit mit lokaleigenem Selbstbewusstsein auf der Internetweek, einer Großveranstaltung mit sehr interessanten Diskussionsrunden, Seminaren und Vorträgen – und nicht zuletzt der Verleihung der “Webby-Awards”, die auch für die US-Showprominenz langsam zum Pflichttermin wird.

Einen Teil der Internetweek bildet der so genannte Walkabout NYC. Hier öffnen für einen Tag Internetfirmen, meistens Start-ups, ihre Türen, um Besuchern ihre Arbeit und Produkte zu erklären. Das sind sehr lockere, sehr offene Termine, bei denen neben ein bisschen Eigenwerbung sehr offen auch über Probleme und Businesspläne gesprochen wird. Ich habe drei auf Videothemen spezialisierte Firmen besucht, die ich kurz vorstellen möchte.

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Die Idee von OneTV

Die Vernetzung von Internet und Fernsehen ist eine radikale Medienumwälzung, deren Möglichkeiten wir heute wohl noch nicht einmal im Ansatz erahnen. Für Medienunternehmen, aber auch andere Marken, ist das eine ohne Übertreibung historisch zu nennende, neue Chance:  nämlich Publikum und Zielgruppen auf Kanälen zu erreichen, die lange Zeit nahezu komplett verschlossen waren. Mit einem Medium, das, allen Schwächen und Vorurteilen zum Trotz, immer noch gleichermaßen bewegend, mitreißend, informativ und unterhaltsam wie kein anderes sein kann.

Allein: Zwischen verrückten Youtube-Clips und tief entschlummerten TV-Primetime-Dinos, die die öffentliche Wahrnehmung des Fernsehens hierzulande derzeit prägen, bietet das neue TV schon jetzt viel mehr und für die Zukunft nahezu unendliche Möglichkeiten für kreative, innovative Konzepte.

 

Es ist an der Zeit, nicht mehr zwischen Klassik-TV, WebTV, IPTV, DigitalTV oder sonstigen oft mühsam konstruierten Begriffen zu unterscheiden. Es gibt nur gutes oder schlechtes Fernsehen, egal wie produziert oder wo gesendet. Auch deshalb heißt dieses Blog-Projekt „OneTV“ – und es beschäftigt sich mit den zentralen Fragen des Mediums.

Wo, wie und wann sehen wir in Zukunft Fernsehen? Vor allem: Was sehen wir? (Und natürlich auch: Wer soll das bezahlen?)

Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen treffe ich seit einigen Monaten viele fachkundige und inspirierende Menschen, die die Zukunft des Fernsehens ebenfalls umtreibt.

In diesem Blog berichte ich über diese Begegnungen, stelle Ideen und Formate vor und tausche mich natürlich auch gerne mit Euch und Ihnen darüber aus. Und wer Lust und Zeit hat, das in RL bei einer Tasse Kaffee zu tun, der erreicht mich auf den hier nebenstehenden Wegen.

Ich drücke den Einschaltknopf: OneTV ist gestartet. Stay tuned.

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