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Shakira, Ronaldo, Neymar – das sind die beliebtesten WM-Videoclips

WM-Song-Clip von Shakira

WM-Song-Clip von Shakira

Alle WM-Jahre wieder liefern sich auch die großen Konzerne ein Wettrennen um den beliebtesten Fußballspot. Um das Ganze neben reinen Geschmacksurteilen wirklich vergleichbar zu machen, hat der Videovermarkter Unruly nun eine Chartliste der im Netz meist weitergeleiteten WM-Videos erstellt, die laufend aktualisiert wird. Nach dem offiziellen WM-Song von Shakira auf Platz 1 folgen derzeit Nikes “Winner stays” – und ein vollkommen peinlicher Spot von Castrol, der den brasilianischen Superstar Neymar im sinnfreien Torschussduell mit einem Rennwagen zeigt.
Hier geht es zur kompletten Unruly-Chartliste.

Youtubes Streit mit Adele und Radiohead eskaliert

Popstar Adele: Youtube droht mit Sperrung

Popstar Adele: Youtube droht mit Sperrung

Streit: Die Auseinandersetzungen zwischen Youtube und den Vertretern vieler kleiner Music-Labels eskalieren. Nun hat Youtube angekündigt, schon “innerhalb der nächsten Tage”, Videos von Künstlern zu sperren, die nicht mit dem neuen Streaming-Angebot “Youtube Music Pass” kooperieren wollen. Youtube will sein neues Pay-Angebot, nach monatelangen Verzögerungen, im Herbst starten, um Musikdiensten wie Spotify oder Pandora Konkurrenz zu machen und hat dafür auch unter anderem mit den drei großen Musikkonzernen Universal Music Group, Sony Music Entertainment und Warner Music Partnerschaften geschlossen. Doch etliche Labels, nach Schätzungen der Financial Times rund 10 Prozent der gesamten Musikindustrie, protestieren schon lange gegen das aus ihrer Sicht “erpresserische” Verhalten Youtubes und verweigern sich dem “viel zu niedrigen Angebot” für die Nutzung der Musikrechte. Betroffen von dem Streit, den die Indie-Labels unter anderem auch vor der EU-Kommission austragen wollen, sind Popkünstler wie Radiohead, The National oder auch Oscarpreisträgerin Adele.(The Guardian)

Neustart: Sky Deutschland hat sein mobiles Angebot “Sky Go” einem umfassenden optischen und inhaltlichen Relaunch unterzogen. Neben einer deutlich verbesserten Navigation wurden auch neue Angebote, vor allem im Sportbereich, integriert. Zudem ist nun auch das Programm der Sky-VoD-Services “Snap” in der App enthalten. (DWDL.de)

Geheimnisvoll: “Victorious”, ein sogenanntes “Stealthy Startup”, das Youtube-Stars dabei helfen will, außerhalb Googles Videoplattform (und ihrer Einnahmen-Sharing-Politik) zu Erfolg und Geld zu kommen, hat seinerseits anscheinend bereits guten Erfolg dabei, Geld einzusammeln. Nach einem Bericht von Recode hat das von vielen Gerüchten umwitterte Victorious, das tatsächlich derzeit noch “unter dem Radar” agiert, mittlerweile über 13 Millionen Dollar Kapital von diversen Geldgebern bekommen.

Aufgerüstet: Netflix ante portas, da peppt so mancher VoD-Service hierzulande sein Angebot noch einmal kräftig auf. So hat sich Amazon für seinen “Prime-Instant-Video”-Service nun die Streamingrechte an der von Starz Digital Media produzierten Monumentalserie “Spartacus” gesichert, und präsentiert sie ab sofort in Deutschland. (Variety)

Aufgerüstet II: Ab sofort können Nutzer des “Entertain”-Angebotes der Telekom auch das VoD-Programm von Maxdome abrufen. Maxdome ist der erste Drittanbieter, der von der Telekom in die Entertain-Plattform integriert wird. Bislang stand den Nutzern lediglich das hauseigene “Videoload” zur Verfügung. (Digitalfernsehen.de)

Newcomer: Neben Zattoo, Magine und diversen kleineren Anbietern ist in Deutschland noch Platz für einen weiteren IPTV-Service. Das zumindest ist die Meinung von “Takeeasy”, eines Schweizer Telekommunikationsanbieters, der jetzt eine Internet-TV-Plattform hierzulande gestartet hat. Das Angebot, das mit jedem DSL-Anschluss und einer eigens angebotenen Settop-Box nutzbar sein soll, enthält im Grundpaket 70 TV-Sender, ist in den ersten sechs Monaten kostenlos und dann für 14,95 Euro monatlich zu haben. (Digitalfernsehen.de)

Heuuuuul dooooch! – WM-Blutgrätschen bei Bild.de

WM-Spielbericht auf Bild.de: "Heeeuuul dooooch!"

WM-Spielbericht auf Bild.de: “Heeeuuul dooooch!”

Vergriffen: Mit dem Einkauf der Highlights der diesjährigen Fußball-WM hat Bild.de den nächsten Schritt im Aufbau eigener Bewegtbildkompetenzen gemacht. Das Springer-Medium möchte sich neben den klassischen TV-Sendern als ernstzunehmendes Fußballangebot etablieren. Leider aber halten nicht Beteiligten bei diesem ambitionierten Vorhaben mit. Oder gehören die verbalen Blutgrätschen von Kommentator Dirc Seemann bei der sechsminütigen Zusammenfassung des Spieles Deutschland – Portugal etwa zur Strategie? Ungewöhnlich plump selbst für raubeinige Bild-Verhältnisse ließ der studierte Jurist Seemann (der übrigens für einen Sportjournalisten einen interessanten Nebenerwerb hat) neben einigen plumpen Nationalismen (“Machen diese Kerle die Nation stolz und glücklich?”) und Logik-Aussetzern (“Das nahm natürlich Last von dieser Verantwortung”), vor allem Häme gegen den Gegner los. So wetterte Seemann etwa gegen den portugiesischen Abwehrspieler Pepe, der die Rote Karte bekam: “Was für ein Dussel! Danke, Pepe, Du Trottel !” Oder zu Bildern eines enttäuschten Ronaldos: “Und (was war) auf der anderen Seite? Bitte entschuldigen Sie, hahaha. Heul doch! Heeeeuuuuuul dooooooooch!” Echt zum Weinen.

Verbreitung: Nun hat auch Dreamworks, neben Disney das führende Animationsfilmstudio in Hollywood, seinen eigenen Youtube-Kanal. Mit kurzen Teasern und eigens erstellten Clips sollen Dreamworks-Figuren wie Shrek oder Kung Fu Panda vor allem ein sehr junges Webvideo-Publikum gewinnen. Nach 24 Stunden hat der Kanal bereits knapp 220.000 Abonnenten. (Variety)

Verdient: Rund 2,5 Millionen Euro hat Youtubes derzeit angesagtester Star Felix Kjellberg alias “PewDiePie” im vergangenen Jahr mit seinem YT-Kanal allein an reichweitenbasierter Werbung, d.h. ohne Specials und Produktpräsentationen, eingenommen. Das zumindest hat das Wall Street Journal für sein aktuelles Portrait des Schweden ausgerechnet. Die Höhe der Abzüge, die Kjellbergs Vermarkter, die Maker Studios, einbehält, bleibt im WSJ-Stück allerdings offen. (Tubefilter)

Ausgezeichnet: Einen Goldenen Löwen aus Cannes, den wohl wertvollsten Preis der Werbebranche, hat die Agentur Ogilvy One für eine Aktion eingeheimst, die im vergangenen Jahr einer der absoluten Lieblings-Bewegtbildaktionen auch unserer Redaktion war. Für British Airways hatten die Werber ein übergroßes Billboard-Display in London installiert, auf dem ein kleiner Junge auf viele der tatsächlich über London fliegenden BA-Flugzeuge deutete – und sie mittels modernster Technik auch mit Flugnummer und -ziel identifizierte. Wirklich faszinierend.(W&V.de)

Vereinigung: BSkyB macht anscheinend doch ernst mit einer Übernahme von Sky Deutschland und Sky Italia. Nach britischen Medienberichten habe der britische PayTV-Konzern nun die Finanzhäuser Morgan Stanley und Barcleys beauftragt, die Fusion zu organisieren. Dazu könne BSkyB die Anteile vom Rupert-Murdoch-Mutterkonzern für bis zu 8,5 Milliarden Euro erwerben. (Digitalfernsehen.de)

Lesetipp: Bewegtbilder im Wohnzimmer oder am Strand, auf dem Smartphone oder dem Tablet, via Chromecast, Kabel oder AppleTV. Ist das nun alles noch “TV” oder doch eher “Video”? Oder beides? Verbinden sich mit der übergreifenden Technik auch die Genres der Branche? Will Richmond widmet sich auf Videonuze diesen Begriffsfragen – deren Antworten durchaus wichtiger sind als viele vermuten.

Lesetipp II: Das neue Bewegtbildzeitalter bringt Menschen und Branchen zusammen, die lange Zeit nichts miteinander zu tun hatten (und das auch oft auch gar nicht wollten). In der Serie “LA Stories” beobachtet Recode dieses Zusammenwachsen unterschiedlicher Medienkulturen. Zum Beispiel bei Lloyd Brown, einem ehemaligen Vorstandsmitglied von ABC, der nun in der Youtube-Produzentenwelt sein Glück sucht. Ein spannendes Portrait von Nellie Bowles.

Hondas millionenschwere Youtube-Pläne

Honda "Stage"-Projekt: "Wir wollen einen emotionalere Verbindung zu unseren Kunden"

Honda “Stage”-Projekt: “Wir wollen einen emotionalere Verbindung zu unseren Kunden”

Investment: Die Ankündigung des Automobilkonzerns Honda, einen eigenen Youtube-Musikkanal aufzubauen, sorgt in der WebTV-Szene für nachhaltige Diskussionen. Während einige Branchenkenner das millionenschwere Investment der Japaner eher skeptisch beurteilen, ist für viele Experten mit dem “Honda Stage”-Kanal, der neben Youtube auch auf Web-Netzwerken wie Vevo oder “Live Nation” angeboten werden soll, die nächste Entwicklungsstufe des Content-Marketing-Trends erreicht. Denn Honda, als Sponsor im Pop-Tour-Business schon lange tätig, möchte den Kanal mit einer neu gegründeten, eigenen Produktionsunit höchstselbst betreiben. Ebenso bemerkenswert: Der Aufbau wird ausschließlich aus Geldern finanziert, die aus nun gestoppten, klassischen TV-Kampagnen stammen. “Statt unsere Werbespots vor irgendwelche Videos anderer Leute zu schalten, haben wir uns entschlossen, unsere Werbegelder lieber für einen viel direktere, emotionalere Verbindung unserer Marke mit den Kunden auszugeben”, sagt Hondas US-Marketingchef Tom Peyton. Man kann sicher sein, dass Hondas Experiment in sehr vielen Chefetagen sehr genau beobachtet wird. (USA Today, News-Update) (Wall Street Journal, Analyse)

Reklame: Mit einer aufwändigen Werbespot-Kampagne auf vielen großen US-TV-Channels bewirbt Youtube erneut ausgewählte Stars seiner Videoplattform. Nach einer Reihe von Beauty- und Mode-Vloggerinnen vor einigen Wochen stehen nun die “Epic Rap Battles” der Maker Studios und die Newsformate des derzeit von Time Warner umworbenen “Vice News” im Mittelpunkt der Spots. (Adage)

Unverdrossen: Nach seinem Einstieg beim finanziell schwer angeschlagenen Sender NRW.TV lässt Ex-RTL-Deutschland-Chef Helmut Thoma nun Jungtalente als Programmmacher ran. Die neue zweistündige “interaktive” Live-Sendung “NIX TV”, die ab kommenden Mittwoch täglich ab 20:00 Uhr ausgestrahlt werden soll, wird hauptsächlich von vierzig Absolventen der nordrhein-westfälischen Medienhochschule produziert. (DWDL.de)

Neugeschäft: ProSiebenSat.1 treibt die strategische Neuausrichtung, weg vom klassischen TV-Geschäft, weiter voran. Der Konzern plane nach dem Einstieg beim Musikanbieter Deezer den Kauf weiterer Online-Händler und will so sein Digitalgeschäft bis 2018 auf eine Milliarde Euro verdoppeln. (Wirtschaftswoche)

Expansion: Das Leipziger Internetradio detektor.fm kommt mit einer eigenen App für SmartTVs. Das Angebot aus Audio-Livestreams, selbstproduzierten Musikvideos und Zusatzinformationen wird auf Geräten von Samsung, LG, Philips, Toshiba und Panasonic laufen. Auch Liveschalten zu bestimmten Studiosendungen sind geplant. (kress.de)

Umfrage: “Binge-Viewing” und “Second Screen” sind für immer mehr TV-Zuschauer keine exotischen Fachbegriffe mehr. Sowohl der stundenlange Konsum von TV-Serien als auch der Gebrauch von Smartphones während der Fernsehsessions erlebe einen “bemerkenswerten Boom”, ergab eine breit angelegte Edelman-Studie in den USA, Großbritannien und China. (Home Media Magazine)

Analyse: Patrick Schulze geht für Digitalfernsehen.de der Frage nach, ob sich ein Video-on-Demand-Geschäft in einem bereits mit Free- und PayTV-Angeboten sehr gut bestückten Markt wie Deutschland überhaupt erfolgreich aufziehen lässt. In der vergangenen Woche hatte es Berichte über finanzielle Probleme bei Watchever gegeben, dessen Mutterkonzern Vivendi nach hohen Anfangsverlusten angeblich nach einem Käufer für den VoD-Dienst suche.

Lesetipp: Markan Karajica, Digitalchef der ProSiebenSat.1-Gruppe, erklärt im Interview mit der “Berliner Zeitung”, warum das lineare Fernsehen aus seiner Sicht die “besten Jahre” noch vor sich habe. Vor allem die Entwicklung mobiler Angebote würde auch für das klassische TV neue Chancen bieten. Vor wenigen Wochen hatten ProSiebenSat.1 seine gebührenpflichtige App “7TV” vorgestellt.

Vorbild Red Bull – Pepsi wird Videoproduzent

Pepsi-Clipproduktion "Heroes": Vorbild Red Bull

Pepsi-Clipproduktion “Heroes”: Vorbild Red Bull

Strategisch: Pepsi wandelt auf den Spuren eines sehr erfolgreichen Vorbildes und gründet eine eigene Videoproduktionsfirma: Die “Creators League” soll für den Softdrinkkonzern webgeeignete Bewegtbildinhalte produzieren und damit ähnlich wie die österreichische Konkurrenz von “Red Bull” via Youtube und anderen Plattformen Content Marketing betreiben. Pepsis Marketingchef Frank Cooper hatte unter dem Motto “Thank God for Youtube” bereits vor einigen Monaten den langsamen Abschied von klassischer Videowerbung und den Aufbau eigener Produktionskapazitäten angekündigt. Angesichts der weltweiten Marktmacht des Limonadenherstellers sicherlich ein sehr ernstzunehmendes Projekt für die gesamte Webvideowelt. Eines der ersten Ergebnisse der “Creators League” sind – passend zur kommenden WM – mehrere Videoclips unter dem Motto “Beats of the beautiful game“. Dabei handelt es sich um neu produzierte Musikvideos zu bekannten, fußballaffinen Fußballsongs. Der Clip zum Bowie-Klassiker “Heroes” hat bereits über eineinhalb Millionen Abrufe erzielt. (Tubefilter)

Aufrüstung: Fast die Hälfte (49 Prozent) aller US-TV-Haushalte besitzen bereits zumindest ein vernetztes TV-Gerät, eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2010. Die größten Zuwächse wurden dabei von neuen Netflix-Abonnenten ausgelöst. (Videonuze.com)

Unverdrossen: Chad Hurley und Steve Chen, ehemals Mitgründer von Youtube, haben Berichte dementiert, nach denen ihre relativ neue, eigene Videoplattform Mixbit in großen Schwierigkeiten stecke. Zwar sei es richtig, dass ihr Unternehmen Avos Systems kürzlich rund 80 Prozent aller Mitarbeiter habe entlassen müssen, der Aufbau von Mixbit gehe jedoch unbeirrt weiter, gab Hurley via Twitter bekannt. (Tubefilter)

Reform I: Um die wachsende Differenz zwischen klassischer Quotenmessung und realen Zuschauerzahlen zu schließen, plant das US-Analyse-Unternehmen Comscore die Einführung einer neuen, “zuschauerzentrierten” Zählmethode namens “Total Video“, die alle unterschiedlichen Empfangsgeräte einschließen soll. Dazu hat hat Comscore ein spezielles “White Paper” herausgebracht. (Videonuze)

Gescheitert: Das Voting via App funktionierte (im Gegensatz zum ARD-“Quizduell”) reibungslos, die Kritiken waren eigentlich ganz gut, aber trotzdem war die “interaktive” Musikshow “Keep Your Light Shining” für ProSieben eine Enttäuschung. Nachdem das Format schon mit nur knapp 1,2 Millionen Zuschauern gestartet war, ging es ständig weiter runter, das Finale verfolgten gerade 950.000 Zuschauer. Via Twitter hat ProSieben bereit verkündet, dass es keine zweite Staffel geben wird. (DWDL.de)

Reform II: Hans Hoff plädiert für eine Abschaffung der Sieben-Tage-Grenze, die die Laufzeit der meisten Angebote auf den öffentlich-rechtlichen Mediatheken begrenze. Deren Entstehungsgrund, der Schutz für etwaige Konkurrenzangebote der deutschen Verleger, sei mangels Initiative letzterer nicht mehr gegeben. Allerdings habe er das Gefühl, dass ein Ausbau der VoD-Systems (und damit eine zu große Konkurrenz der eigenen linearen Programme) von vielen Vertretern bei ARD und ZDF gar nicht gewollt sie, so Hoff weiter.

Lesetipp: Thomas Lückerath beobachtete auf dem “Banff World Media Festival” ein bemerkenswertes Podiumsgespräch zwischen dem amerikanischen Erfolgsproduzenten Kevin Beggs (u.a “Orange is the new black”) und dem Star-TV-Journalisten Dan Rather, das, so Lückerath verdeutlichte, “dass so manche schöne Zukunftsvision nicht alle Beteiligten des TV-Geschäfts berücksichtigt”. “Höhepunkt” war die Abfuhr, die Rather und seine Zunft von Beggs erhielten: „Das Verlesen von Nachrichten hat keinen Platz in der neuen Fernsehwelt.“ (DWDL.de)

Entlassungswelle bei den Maker Studios

"Maker Studios" Logo:  Youtube-Netzwerk mit 3,5 Milliarden Videoabrufen monatlich

“Maker Studios” Logo: Youtube-Netzwerk mit 3,5 Milliarden Videoabrufen monatlich

Bitter: Erst wenige Monate ist es her, dass die Maker Studios für einen geschätzten Preis von rund 500 Millionen Dollar von Disney gekauft wurden. Trotzdem (oder gerade deswegen?) setzt das MCN jetzt seinen, schon im vergangenen Jahr bekannt gewordenen Plan um, und entlässt rund 10 Prozent seiner derzeit 380-köpfigen Belegschaft. Man baue in anderen Bereichen aber gerade schon wieder Jobs auf, ließ Maker verkünden. (Variety.com)

Neustart: In den vergangenen Monaten zog es immer mehr Youtube-Stars, vor allem in den USA, mit eigenen Sendungen ins “klassische” Fernsehen, Reality-TV-Star Kim Gloss geht den umgekehrten Weg. Die 21-Jährige, die durch Auftritte bei “DSDS” und im RTL-“Dschungelcamp” bekannt wurde, startete nun ihren eigenen Youtube-Kanal “KimGlossOfficial”, in dem es vor allem um Beauty- und Modetipps gehen soll. Der Gloss-Channel ist Teil der neuen „shootrs“-Programms der UFA und dem MCN Divimove.

Realsatire: Anderswo gilt es für Unternehmen als schick, von beliebten Comedians und Satirikern so gut wie nur möglich parodiert zu werden. Hierzulande ist das anders, wie die Klage des Nachrichtensenders N24 gegen das Satire-WebTV-Format “Postillon24″, das mittlerweile auch im NDR ausgestrahlt wird, zeigt. Man sei bei der Gestaltung des Postillon-Logos dem Design von N24 zu nahe gekommen, begründete der Newssender seine Einstweilige Verfügung, die dazu führte, dass bei der am Freitagabend ausgestrahlten Postillon-Sendung kurzfristig schwarze Balken über das Logo eingeblendet und die Mikrofone verpixelt wurden. Der Postillon berichtete auch darüber. (Quotenmeter.de)

Widerstand: Sky Deutschland und Watchever wehren sich gegen Vorwürfe aus Abmahnungen, die sie vor einigen Wochen vom “Verbraucherzentrale Bundesverband” bekommen haben. Die hatten bei insgesamt 14 deutschen Streaming-Anbietern, unter anderem auch Sky und Watchever, zum Teil massive Probleme mit Datenschutz, Werbung oder Preisänderungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen beklagt. (Digitalfernsehen.de)

Appell: In einem ausführlichen Interview mit DWDL.de bittet RTL-Geschäftsführer Frank Hoffmann darum, amerikanisches Fernsehen hierzulande nicht allzu sehr zu glorifizieren und mehr Verständnis (und Begeisterung) für das RTL-Programm aufzubringen. Das Format “Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ etwa liefere als “TV-Berufsschule” ein “exzellentes Fernsehhandwerk”, “Comedy mit Meta-Ebene” und “Charaktere, die uns lange im Gedächtnis bleiben”.

Lesetipp: Mareike Nieberding portraitiert für FAZ.net – sehr kritisch – den hochgelobten und mehrfach ausgezeichneten Tilo Jung, der mit seinem WebTV-Interviewformat „Jung & Naiv“ zumindest medial sehr erfolgreich ist. Jung, der sich gerne als einen der letzten aufrechten Journalisten präsentiert (“Ich nenne eine Lüge, wenn sie eine Lüge ist”), sei auch deshalb so anders als traditionelle Politikberichterstattung im TV, weil es “im Journalismus nicht nur darum geht, komplexe Fragen zu erklären; sondern auch darum, die Intelligenz der Zuschauer nicht zu beleidigen”.

Fans pushten “Kollegah” zum Webvideopreis

Webvideopreisträger "Kollegah" (mit Moderator Joko Winterscheidt)

Webvideopreisträger “Kollegah” (mit Moderator Joko Winterscheidt)

Differenzen: Wäre es nach der Jury des Deutschen Webvideopreises (WVP) gegangen, hätte der Rapper “Kollegah” nicht drei, sondern keine einzige Auszeichung bei der diesjährigen Verleihung erhalten. Das geht aus den Voting-Ergebnissen hervor, die Webvideopreis-Ausrichter Markus Hündgen im WVP-Blog öffentlich machte. Die Fachjury, gebildet aus Gewinnern und Nominierten der vergangenen Jahre, hatte die zwei nominierten Beiträge des Rappers in drei Kategorien jeweils nur auf die Plätze 3, 4 und 5 gewählt – eine massive Fan-Unterstützung, die mit 50 Prozent gewertet wurde, schob “Kollegah” dann aber auf alle drei ersten Plätze. Gegen die Auszeichnungen für den Rap-Künstler (mit bürgerlichen Namen Felix Antoine Blume) hatten viele Fans und Youtuber schon während der Verleihung protestiert.

Konkurrenz: Deutliche Kritik gegen einen neuen Mitbewerber übt Zattoo-Chef Nick Brambring im Interview mit “IPTV-Anbieter”: “Es gibt Magine in Deutschland, die sich so positionieren als hätten sie Internet-TV erfunden. Wir als Zattoo machen das seit 2006. Dann geht teilweise aus dem Markenauftritt dieses Anbieters hervor, das Catch-Up-TV von ihnen kommen würde – das machen wir in der Schweiz bereits seit 2010″, so Brambring. Was Magine derzeit mit seinem Gratisangebot mache, sei nicht nachhaltig: “Es werden ja derzeit Inhalte eingekauft und verschenkt.”

Wachstum: Interessante Zahlen über den US-Bewegtbildmarkt bietet die aktuelle Analyse von Digiday. Danach werden sich die Werbeausgaben für digitales Video von 4,18 Milliarden Dollar 2013 auf 12,27 Milliarden im Jahre 2018 erhöhen – allerdings bleibt der Abstand zum klassischen TV-Geschäft (78,64 Milliarden in 2018) nahezu gleich. Vor allem im Geschäft mit NewTV-Inhalten über VoD-Plattformen liege das größte Wachstumspotential für die Branche.

Angebot: Wohl auch als eine Art von “Begrüßungsgeschenk” für den neuen Konkurrenten Netflix ist das aktuelle Angebot zu werten, mit dem Watchever auf Kundenfang geht: Für sechs Monate Nutzung des Dienstes plus eines Gutschein für einen TV-Streamingstick “Chromecast” von Google (im Werte von 35 Euro) ruft der deutsche Video-on-demand-Anbieter gerade mal 49 Euro auf. Wohl ein erster Vorbote auf den Preiskrieg, der im Herbst mit dem Start von Netflix hierzulande beginnen wird. (Area DVD)

Exklusiv: Drei Euro pro Monat kostet es, wenn man über die neue ProSiebenSat.1-App “7TV” auf das Liveprogramm der Sendergruppe plus ausgewählter Inhalte der Mediathek zugreifen will. Die 7TV-App gibt es derzeit für iOS und Android, eine Windows-App soll folgen. (heise.de)

Genervt: Zu lange Werbung, langweilige Shows, zu viel Gewalt – das sind die häufigsten TV-Ärgernisse der Deutschen. Das ergab eine Umfrage der Bauer-Programmies “Auf einen Blick”. Interessant: Während die “Flut” von Castingshows ebenfalls kritisiert wird, stört sich an den allgegenwärtigen Kochsendungen kaum jemand. (wuv.de)

Etikett: Der Bayrische Rundfunk benennt seinen, bislang nicht übermäßig erfolgreichen Bildungssender “BR-alpha” um und will unter dem neuen Namen “ARD-alpha” nun bundesweit Zuschauer gewinnen. (Quotenmeter.de)

Lesetipp: “Das Fernsehen erlebt sein zweites goldenes Zeitalter“, “Das Fernsehen übernimmt das Internet” – Time Warner CEO Jeff Bewkes gibt sich im CNN-Interview (Vollständiges Transkript unter dem Videoplayer) mehr als optimistisch über die Zukunft des Mediums. Vor allem in der technologischen Verbindung von Netz und TV und damit den Möglichkeiten einer bestmöglichen Nutzererfahrung überall sieht Bewkes den entscheidenden Schritt für die Transformation des klassische Systems in die Moderne. Selbst abzüglich des PR-Sprechs: Wann hat man solche Aussagen schon von einem deutschen Senderchef gehört?