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Video des Tages – das Beste aus Web und TV

Amazon hin, Deutsche Post her – man kann viel interessantere Dinge mit Drohnen machen, als Pakete vor die Haustür zu legen. Und schlimmere. Der Youtuber Alex Cornell hat – unter Missachtung der US-Flugaufsichtsregeln – eine filmische Vision umgesetzt, darüber, wie unsere allzeit von fliegenden Augen überwachte Zukunft aussehen könnte. Faszinierend, aber erschreckend.

Angsthasen auf vier Pfoten
“Cat-Content is King” lautet eine alte Weisheit des Internets. Beinahe alles, was über die Freunde mit den Samtpfoten publiziert wird, ist ein Erfolg. Aber nicht alle Lebewesen dieses Planeten mögen Katzen, wie die herrliche Clipsammlung “You shall not pass, dog!” beweist. So mancher Hund nämlich kommt mit “King Cat” im eigenen Haus überhaupt nicht klar.

Dass man in den USA ganz eigene militärische Traditionen und Ehrbezeugungen pflegt, ist hinlänglich bekannt. So gehört zum Beispiel zu beinahe jedem Footballspiel der Überflug von Kampfjets des lokalen Geschwaders über das jeweilige Stadion zwingend mit dazu, auch zum Gefallen der meisten Zuschauer. Doch ein aktueller Showauftritt der US Airforce empört nun selbst Patrioten.

Seit 1955 nämlich versorgt das “North American Aerospace Defense Command” (NORAD), das militärische Luftüberwachungkommando, die amerikanischen Kinder mit genauen Informationen über die Flugroute, die Santa Claus zu Weihnachten mit seinem Schlitten über dem nordamerikanischen Kontinent einschlägt, der “NORAD Santa Tracker” gehört zur uramerikanischen Weihnacht einfach dazu.

In diesem Jahr allerdings herrscht helle Aufregung um diesen militärischen Service für aufgeregte Kinder. Denn NORAD veröffentlichte ein Webvideo, das den Santa-Schlitten eskortiert von zwei Kampfjets zeigt. Zu viel für Kinderschützer und Psychologen, die die Verquickung von militärischen Gehabe mit Weihnachten für komplett verfehlt halten.

Die NORAD-Chefs reagierten auf die Kritik eher lakonisch: “Wir möchten nicht unsere wahre Aufgabe verschleiern, auch nicht vor Kindern. Es ist schließlich wie Werbung.”, verteidigte ein Sprecher das umstrittene Video. Und NORAD hat noch mehr zu bieten: In einem anderen Video bestätigten US-Geheimdienstler (etwa die NSA?), dass der anfliegende Santa Claus keine Gefahr darstellt.

Dazu hätte es womöglich keine Spione gebraucht.

http://www.youtube.com/watch?v=GhTLGBq-Uyg

Wann immer ein neuer Film in die Kinos kommt, wiederholen sich die stereotypen Rituale der Werbekampagnen. Erst werden Trailer veröffentlicht, dann “lustige” oder “spannende” Details der Dreharbeiten bekannt, schließlich starten die Schauspieler auf weltweite Promotiontour, die außer streng kontrollierten Interviews meist nichts zu bieten haben. Und genau darauf hatte Will Ferrell anscheinend keine Lust mehr.

Für seinen neusten Film “Anchorman2″, die Fortsetzung der Erfolgskomödie über den 70-Jahre-Fernsehmoderator “Ron Burgundy” absolviert der Schauspieler bereits seit Wochen eine Promotour ganz eigener Art: Er taucht als “echter” Charakter Burgundy regelmäßig im US-Fernsehen auf. Mal als ESPN-Gastkommentator beim Curling, mal bei den MTV Music Awards mit Daft Punk. Und er scheut auch nicht den Weg in die TV-Provinz. So moderierte er nun beim Sender “KX News” in North Dakota die Abendnachrichten. Das war zum einen sehr amüsant, zum anderen sehr aufschlussreich. Denn beim Auftritt des Retro-Anchors “Ron Burgundy” merkte man deutlich, wie wenig sich die klassischen US-TV-News in den vergangenen 40 Jahren verändert haben. Aber das war sicherlich auch ein Zweck der Unternehmung.

Um im Berliner Problembezirk Wedding Polizist zu sein, braucht es eine Menge von ganz speziellen Kompetenzen. Frustrationstoleranz, Stressimmunität und interkulturelles Verständnis zum Beispiel. Nun kommt womöglich bald eine neue Fähigkeit hinzu: Rap-Songs zu komponieren.

Das demonstriert zumindest ein jetzt öffentlich gewordenes Werk eines unbekannten Polizisten, der die Arbeit seiner Kollegen im so genannten “Abschnitt 36″, eines besonders problematischen Teil Berlins in einem eigenen Song mit dazugehörigem Video verarbeitet hat. Wie der laut Spiegel Online nur für eine interne Feier gedachte Film ins Netz gekommen ist, ist noch nicht geklärt. Ärger von Vorgesetzten droht dem talentierten Beamten “aus der Hooooood” aber nicht.

Während hierzulande Fernsehschaffende bis auf wenige Ausnahmen mit Twitter und dem berühmt-berüchtigten “Second Screen” fremdeln und das Vorlesen von Tweets durch so genannte “Twitter-Tussis”, meist aparte Jungredakteurinnen, das Höchste der Social-Media-Gefühle ist, geht man woanders weitaus kreativer mit dem Phänomen Twitter um.

So ist die Rubrik “Mean Tweets”, bei der Prominente die übelsten Hass-Tweets gegen sich vorlesen, schon ein Klassiker der “Jimmy Kimmel Show”. Aber mit welcher coolen Souveränität und Selbstironie in dieser Woche Stars wie Sharon Stone oder Kevin Bacon heftigste Beleidigungen über sich zitierten, war Entertainment at it’s best.

Wer an den USA verzweifelt in diesen Tagen (und wer tut das nicht?), der findet Trost in dem Country-Song “America sucks less” der Macher von “College Humor”, , einer der besten amerikanischen Satire-Seiten im Netz. Ein hübsch-bös gemachtes Spottlied, das zweierlei beweist. Erstens: Es geht immer noch schlimmer. Und zweitens: Nicht alle Amis sind dumm.

Babyvideos gibt es ja viele auf Youtube und die meisten entfalten ihren Charme wohl vor allem bei der eigenen Familie, die ihren Nachwuchs ja stets durch besonders rosarote Brillen sieht. Aber dieser Film hier, aufgenommen von einer französischen Hebamme, hat die Chance zu einem Klassiker des Genres zu werden. Die beiden Zwillinge, die nicht voneinander lassen können, rühren schon Millionen User weltweit.

Wer in Indien mit Filmen aller Art Erfolg haben will, kommt an den eisernen Drehbuchgesetzen Bollywoods nicht vorbei: Eine junge hübsche Frau muss mithilfe eines ebenso jungen und hübschen Mannes ein (kleines, mittleres, großes) Wunder vollbringen. Manchmal auch umgekehrt. Wichtig noch: Die ganze Familie muss irgendwie beteiligt sein, am Ende liegen sich alle in den Armen. Und wenn dann noch die alte Erbfeindschaft mit Pakistan überwunden wird – umso besser. All diese Regeln hat Google bei seinem neuen Imagefilm “Reunion” für den Subkontinent auch brav auf dreieinhalb Minuten beherzigt. Und dazu noch alle Google-Features und -Hardware mit eingebaut. Mehr geht nun wirklich nicht. Zum Heulen.

Italienische Fußballer gelten in Fankreisen ja schon länger als “Leichtumfaller” und “Schauspieler”. Aber was sich am vergangenen Wochenende beim Match zwischen Salernitana und Nocerina in der dritten Liga abspielte, war einmalig. Und hatte leider einen traurigen Hintergrund.

Weil den Ultra-Fans von Nocerina wegen vorheriger Ausschreitungen verboten worden war, zum Spiel anzureisen, sorgten sie auf eine andere Art für einen Spielabbruch: Sie bedrohten ihr eigenes Team so massiv, dass die Spieler vor Angst ständig Verletzungen vortäuschten, um ausgewechselt zu werden. Als nur noch sechs Spieler von Nocerina auf dem Platz standen, musste der Schiedsrichter das Match den Regeln nach abbrechen. Die genauen Hintergründe dieser Farce hat die “Irish Time” hier zusammengefasst. Aber die Bilder der “Verletzungsorgie” sprechen auch für sich.

So ein Leben als Pop-Video-Bitch ist schon hart: Ständig in knappsten Kostümchen herumposen, den Hintern wackeln oder an Tänzern reiben, an Hämmern oder ähnlichem Männerwerkzeug lecken und mit möglichst schmutzig-laszivem Blick in die Kamera schauen – das muss man erst mal draufhaben als junge Frau mit Starallüren von heute. Popstar Lily Allen hat sich mal so ihre Gedanken über die künstlerische Arbeit der Kolleginnen gemacht. We like.

Kommen zwei Kiffer zu Edeka… Okay, bevor jetzt einige hier meckern: Ja, der Spot ist schon etwas älter. Vom Mai diesen Jahres genauer gesagt. Da lief der von der Hamburger Agentur Jung von Matt tatsächlich für Edeka erdachte Werbefilm mit den zwei Grasfreunden im Kinovorprogramm von “Hangover 3″. Wo er bestens aufgehoben war, aber ihm niemand wirklich Beachtung schenkte. Mittlerweile aber findet der Spot viral seinen Weg durch die Youtube- und Social-Media-Welten. Und das klappt ja längst nicht bei jedem “viral” gedachtem Werberwerk.

Was für ein Wutausbruch: Als habe Rob Ford nicht schon genug Probleme, ist in dieser Woche auch noch ein Video aufgetaucht, das den Bürgermeister von Toronto noch mehr in Schwierigkeiten bringen wird. Die hatte Ford eh schon en masse nach seinem Eingeständnis, regelmäßig Drogen zu nehmen. Nun also dieser heimlich aufgenommene Film von einem nahezu komplett ausrastenden Bürgermeister, der jemanden offensichtlich sehr an den Kragen will. Von der örtlichen Zeitung auch noch zum besseren Verständnis untertitelt. F***.

Wenn man mal ehrlich ist: Für solche wilden Sachen sind doch die GoPros erfunden worden. Oder was immer an Equipment diese Parcour-Jungs bei ihrem Freerun über den Dächern von Moskau da auf dem Kopf haben. Spektakulär.

Die dümmste Fahrerflucht des Jahres… fand wohl neulich in Chicago statt. Besonders rührend ist der hilflose Versuch des Passanten (wohl der Fahrer des zuerst gerammten Taxis), den SUV mit bloßen Händen – und einem Regenschirm – aufzuhalten. Ab 1:30 wird es richtig bunt. (Bonustrack: Der Streit um die Lizenzrechte für das Video, der in den Kommentaren auf Youtube ausgetragen wird, ist beinahe ebenso unerbittlich)

Eigentor Eigenkorb beim Basketball? Doch, das gibt es…

Auch Japanerinnen lieben (ab und zu jedenfalls) einen großen saftigen Burger. Das Problem: Die strenge Etikette der japanischen Kultur verbietet es Frauen, in der Öffentlichkeit mit weit geöffneten Mündern zu essen. Doch die “Fastfoodkette” “Freshnesh Burger” erfand einen Ausweg aus dem Dilemma. Ironie inklusive.

Die böse Veralberung von unschuldigen amerikanischen Kindern hat bei Star-Moderator Jimmy Kimmel schon Tradition. Jedes Jahr nach Halloween bittet er die Eltern der Kleinen darum, denen vorzuschwindeln, sie hätten alle gesammelten Süßigkeiten der vergangenen Nacht einfach aufgegessen – und die Reaktion des Nachwuchses darauf zu filmen. Was dabei geschieht, ist mitunter ein Fall für den Kinderschutzbund. Aber immer unglaublich komisch.

Dass wir hier bei OneTV New York Fans sind und besonders gerne Videos über den Big Apple schauen, ist vielleicht bekannt. Die Stadt, die niemals schläft, scheint ein unendlicher Quell für Künstler und Filmemacher zu sein. Dementsprechend groß ist die Auswahl an sehr guten New York Filmen. Aber dieses Werk hier, das aus zusammen geschnittenen Sequenzen von nur einer Sekunde besteht, hat uns dann doch noch einmal mächtig beeindruckt.

Erfolgsstory Netflix: Der Strom reißt nicht ab

Mittlerweile ist die Zahl der Netflix-Abonnenten auf 57,4 Millionen gestiegen.

Damit hat der Streaming-Dienst seine Kundschaft innerhalb von zwei Jahren verdoppelt, wie die Infografik von Statista zeigt. Ein Grund dafür ist vor allem das Wachstum im Ausland: Außerhalb der USA gewann das Unternehmen im vierten Quartal 2014 2,43 Millionen neue Kunden hinzu. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll Netflix nach eigenen Angaben in 200 Ländern, also quasi weltweit, verfügbar sein. Für die nächsten Monate rechnet Netflix mit einem weiteren Wachstum von über 10 Prozent.

Infografik: Über 57 Millionen streamen via Netflix | Statista

In eigener Sache: Veränderungen beim OneTV Mag

Liebe Userinnen und User des OneTV-Mags,

ich möchte Ihnen / Euch gerne eine Personalie in eigener Sache mitteilen. Seit heute bin ich als Director Strategy und Business Development bei den Hamburger WebTV-Spezialisten von Bit Projects an Bord. Ich bin mit meinem Netzwerk OneTV in die Firma eingestiegen, weil ich GF Pino Almeida und sein tolles Team schon lange kenne und schätze – und wir vereint noch besser auf dem spannenden Webvideo-Markt agieren können. Unsere gemeinsame Heimat wird heute in Hamburg-Ottensen frisch bezogen: das wunderschöne Kallander-Haus (s. Foto) auf dem Kreativhof Carl Blunk, einer ehemaligen Papierfabrik. (Symbolträchtiger hatten wir es nicht). Kallander-Gebäude

Leider aber hat diese Veränderung auch Auswirkungen auf das OneTV Mag. Als Produzent von Bewegtbildinhalten werde ich nun wieder selbst Akteur in der NewTV-Branche und möchte deshalb meine journalistische Berichterstattung über eben diese Branche einstellen, weil sonst an jeder Ecke Gefahr drohen würde, nicht mehr unabhängig und objektiv sein zu können – selbst wenn man es noch so sehr versuchen würde. Lobt man das Angebot des eigenen Kunden? Kritisiert man den Konkurrenten? Wählt man die Pressemitteilung des Kooperationspartners für den Newsletter aus – und andere dafür nicht? Tut man jemandem einen “Gefallen” mit einer kleinen Story? Es ist für mich eine Frage der journalistischen Hygiene, gar nicht erst in die Nähe dieser ganzen Klemmen zu kommen.

Darum werde ich OneTV in den nächsten Wochen zu einem “ganz normalen” Blog zurückbauen, auf dem ich weiterhin ab und an und gerne meine ganz persönlichen Einschätzungen zu Entwicklungen in unserer Branche, vor allem international, abgeben werde. Aber dazu melde ich mich, wie gesagt, in ein paar Wochen wieder.

So bleibt mir im Moment nur ganz großen Dank zu sagen für die tolle, inspirierende Zeit, die wir mit unserem kleinen Team beim OneTV Mag hatten. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass viele von Ihnen / Euch unser Angebot konstruktiv-kritisch-liebevoll angenommen haben – gerade auch unseren täglichen Newsletter, der mit seinen fast 2000 Abonnenten und vielen positiven Reaktionen uns alle überrascht hat. Aber so geht dieses Kapitel immerhin nicht traurig, sondern optimistisch zu Ende. Weil es uns auch gezeigt hat, dass man mit Leidenschaft und Herzblut auch heute noch journalistische Produkte entwickeln kann, die vielen Menschen, die ein gemeinsames Thema vereint, Spaß machen.

Und, wie oben beschrieben, bleibe ich dem Thema NewTV verbunden – und ich würde mich freuen, wenn der Kontakt mit möglichst vielen von Ihnen / Euch aufrechterhalten bleibt.

In diesem Sinne, mit herzlichen Grüßen

Ihr / Euer Ralf Klassen

(Kontakt: ralf.klassen@onetvmag.com)

OneTV-News: ZDF, Burning Man, Amazon

ZDF-Sendung "Log In" (Foto: ZDF / Jürgen Detmers)

ZDF-Sendung “log in”
(Foto: ZDF / Jürgen Detmers)

Sendeschluss: Das ZDF beendet seine “interaktive” Talksendung “log in”, die seit 2010 auf ZDFinfo zumindest eine Idee von modernem Fernsehen verbreitet hatte. Jetzt sollen nur noch zu besonderen Events einzelne Elemente des vor allem in der jungen Zuschauergruppe beliebten Formats eingesetzt werden.(DWDL.de)

Zahl des Tages: Über 1,6 Millionen User haben in den vergangenen Tagen die Live-Stream-Übertragung des legendären “Burning Man”-Festivals in Nevada genutzt. (Tubefilter)

Charts: Altbewährtes wie die Serien “Big Bang Theory” und “Breaking Bad” oder die Spielfilme “Ich: Einfach Unverbesserlich” und “Star Trek: Into Darkness” sind im neu gelaunchten Amazon-VoD-Angebot “Prime Instant Video” am beliebtesten. Das gab die deutsche Filiale des Webkonzerns jetzt bekannt. (WuV.de)

Vereinigung: Bewegtbildwerbung ist einer der größten Wachstumstreiber bei digitaler Markenkommunikation, sagt OWM-Chefin Tina Beuchler im W&V-Interview. Leider aber fehle immer noch eine “zukunftsfähige Bewegtbildwährung”, die objektive Bewertungsmöglichkeiten für Werbetreibende bietet.

Videotipp: Was macht man als moderner TV-Moderator, wenn man gerade mal eine sendefreie Woche hat? Man beantwortet Userkommentare auf Youtube! John Oliver weiß einfach, wie es geht.

Übler Scherz: Counterstrike-Gamer von SWAT-Team überwältigt

Der neueste “Spaß” unter Gamern in den USA scheint es zu sein, sich gegenseitig SWAT-Teams der Polizei auf den Hals zu hetzen – per Fachterminus auch “swatten” genannt. Jordan Mathewson war gerade dabei, eine Runde Counterstrike zu spielen, als ein von einem anonymen Hinweisgeber alarmiertes Einsatzkommando seine Wohnung stürmte. DieWebcam nahm den ruppigen Zugriff live auf.  Mehr Hintergründe bei den Kollegen von Tubefilter

Und hier ist das Video:

Erste Netflix-Eindrücke enttäuschen Kritiker

netflix_deutschlandEinblick: Über einen “inoffiziellen” Weg ist das Deutschland-Angebot von Netflix, dessen Start für Mitte September erwartet wird, bereits jetzt in Teilen sichtbar. Die Kollegen von DWDL.de und andere Branchenkritiker sind über das (noch) eher magere Portfolio des VoD-Anbieters enttäuscht, weisen aber auf die Vorläufigkeit des Angebotes hin. Bislang fallen im Menü tatsächlich vor allem nur altbekannte deutsche Stoffe wie “Stromberg”, der “Tatortreiniger” oder diverse Til-Schweiger-Filme auf. Unterdessen hat Netflix-Chef Reed Hastings gegenüber dem SPIEGEL die Entwicklung eigener deutscher TV-Serien angekündigt. “Wir werden sicher auch in Deutschland produzieren”, so Reed.

Lukrativ: Nach dem Ende der Kaufverhandlungen mit Time Warner hat der Multimediakonzern Vice einen 10-Prozent-Anteil an den US-Privatsender “A&E Networks” abgegeben. Für 250 Millionen Dollar. (Techcrunch)

Erweitert: Google hat seinem Streaming-Stick “Chromecast” einige nützliche Erweiterungen spendiert. So ist es jetzt zum Beispiel möglich, den Stick auch direkt über normale Browser anzusteuern, was die Darstellung von Webseiten auf TV-Geräten wesentlich einfacher macht. Am meisten profitieren davon Youtube-Nutzer, die lieber die stationäre Seite der Videoplattform als das mobile Angebot benutzen wollen. (Tubefilter)

Gewählt: Der Sieger des Zuschauer-Abstimmung beim diesjährigen TVLab von ZDFneo heißt “Blockbustaz”. Die Sitcom mit Rapper Eko Fresh setzte sich gegen zwei weitere Comedy-Formate durch und wird nun als Serie produziert. (ZEIT Online)

Fortschritt: Endlich Schluss mit dem komplizierten Navigieren via Fernbedienung. Mit der neuen App “ARD.connect” hat der Zuschauer die Möglichkeit, die HbbTV-Zusatzangebote des Ersten wie etwa die Mediatheken direkt von seinem Smartphone aus zu steuern. (Digitalfernsehen.de)

Lesetipp: Kritiker-Urgestein Hans Hoff hat nach dem Binge-Watching-Genuss der zweiten “House-of-Cards”-Staffel starke Suchterscheinungen und kann sich nur mit Mühe wieder in die deutsche TV-Welt von „Lindenstraße“ bis „Soko Kleinkleckersdorf“ eingewöhnen. (DWDL.de)

Videotipp: Der neueste “Spaß” unter Gamern in den USA scheint es zu sein, sich gegenseitig SWAT-Teams der Polizei auf den Hals zu hetzen. Jordan Mathewson war gerade dabei, eine Runde Counterstrike zu spielen, als ein von einem anonymen Hinweisgeber alarmiertes Einsatzkommando seine Wohnung stürmte. Die Webcam nahm den ruppigen Zugriff live auf. (Tubefilter)

Netflix zahlt 2 Millionen pro “Blacklist”-Episode

US-Erfolgsserie "The Blacklist": Wettrennen um die besten Stoffe

US-Erfolgsserie “The Blacklist”: Wettrennen um die besten Stoffe

Überhitzt: Exklusivität auf dem TV-Markt wird immer kostspieliger: Stimmen Medienberichte aus den USA, zahlt Netflix erstaunliche zwei Millionen Dollar pro Episode, um sich die alleinigen Streaming-Rechte an der NBC-Serie “The Blacklist” zu sichern. Das Rennen um exklusive, hochwertige Serien- und Film-Stoffe hat sich in den vergangenen Monaten extrem beschleunigt, auch Free-TV-Sender wie RTL sind davon mittlerweile massiv betroffen, wie RTL-Chefin Anke Schäferkordt vor wenigen Tagen in einem DPA-Interview berichtete. (Deadline.com)

Ankündigung: Google möchte Werbung auf Youtube attraktiver (und wohl auch teurer) machen. Man arbeite an Tools, die durch “besseres Tracking und ausführlichere Zielgruppenanalysen” eine “hochwertigere Markenkommunikation” für Werbetreibende ermöglichen, sagt Google-Werbechef Sridhar Ramaswamy in einem ausführlichen Adweek-Interview.

Strategie: Als Line-Extension ins Netz und damit zu den Zuschauergruppen der Zukunft soll die neue Webserie “Who Am I” dienen, die das TV-Netzwerk OWN von US-Talkstar Oprah Winfrey gestern auf der eigenen Webseite gestartet hat. Die Interview-Serie, die “interessante Menschen und ihre Geschichten” präsentieren soll, wird in den Youtube-Studios in Los Angeles produziert, um “den Spirit einer neuen Generation zu spüren”, wie ein OWN-Sprecher schwärmt. (Tubefilter)

Analyse: Die Nutzergruppen der Videostream-Angebote deutscher TV-Sender unterscheiden sich teilweise erheblich, einzelne Formate verzeichnen bis zu 97 Prozent Frauenanteil in der Zuschauerschaft. Das zeigen die nun erstmals veröffentlichten Strukturdaten der AGF. (DWDL.de)

Netflix 2: Nach dem Vorbild seiner erfolgreichen Eigenproduktionen “House of Cards” und “Orange is the new Black” bereitet Netflix auch spezielle Serienstoffe für den europäischen Markt vor: Unter dem Titel “Marseille” wird der VoD-Anbieter ab Frühjahr 2015 eine Politkrimi-Serie produzieren lassen. (Serienjunkies.de)

Kritik: Die Premiere von RTLs interaktiver Casting-Show “Rising Star” ist missglückt, urteilt Alexander Krei auf DWDL.de

Lesetipp: Felix Gillette beschreibt in einem sehr ausführlichen und gelungenen Stück für Businessweek die erfolgreiche MCN-Szene in Hollywood, die in wenigen Jahren das Bild von Youtube komplett neu geprägt hat – und nun zum begehrten, millionenschweren Kaufobjekt großer Medienkonzerne geworden ist.

Aktuelle Studie: Deutsche sind Webvideo-Muffel

Aufholbedarf für Youtube & Co.: Nur jeder zehnte deutsche Internetnutzer sieht sich täglich Videos im Netz an. Das ergab die aktuelle TNS-Studie “Connected Life”. für die insgesamt 55.000 Internetnutzer weltweit befragt wurden. In anderen Ländern sind Webvideos wesentlich populärer: Vor allem in Russland, wo sich fast die Hälfte aller Internetnutzer täglich von Online-Videos informieren und unterhalten lassen, aber auch in China und Italien (jeweils 33 Prozent) sind die bewegten Bilder im Netz deutlich nachgefragter.

Infografik: Deutsche bei Online-Videos zurückhaltend | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Instagrams “Hyperlapse” – Erfolg im Zeitraffer

"Hyperlapse"-Funktion von Instagram: Hit den Sozialen Netzwerken

“Hyperlapse”-Funktion von Instagram: Hit den Sozialen Netzwerken

Aufrüstung: Die Kurzvideodienste Vine und Instagram liefern sich derzeit einen Wettkampf um die coolsten Editing-Funktionen. Während Vine u.a. nun auch den Upload von nicht auf der App produzierten Videos ermöglicht, hat Instagram mit seiner neuen “Hyperlapse”-Funktion, einem erstaunlich flüssig laufenden Zeitraffer-Effekt, innerhalb weniger Tage einen echten Hit in den Sozialen Netzwerken gelandet. (Variety)

Lob: Mit seinen ersten “eigenen” TV-Geräten hat der Streaming-Spezialist Roku in den USA bei den Tech-Experten Punkte gesammelt. Die “RokuTVs”, die in Lizenz von TCL hergestellt werden, seien in Verständlichkeit, Handhabung, Bildqualität und Preis echte Benchmarks für die SmartTV-Branche, lobt etwa Geoffrey Fowler im Wall Street Journal.

Boom: Bis zum Jahre 2020 werden knapp 60 Millionen aller europäischen Haushalte einen SVOD-Dienst wie Netflix, Watchever oder Maxdome abonniert haben. 2002 lag die Zahl noch bei zwei Millionen, derzeit gibt es rund 18 Millionen Abonnenten. (Home Media Magazine)

Verständnis: Mehr als 30 Minuten täglich beträgt mittlerweile die durchschnittliche Sehdauer von mobilem Videocontent pro Nutzer in den USA. Erstaunlich: Die Bereitschaft, dafür als “Gegenleistung” auch auf dem Smartphone Videowerbung zu schauen, ist auf enorme 62 Prozent aller User gewachsen. (Tubefilter)

Adresse: Der Boom von webbasierten Bewegtbildangeboten hat zu einem (nochmaligen) Run auf die Domain-Endung “.tv”, die URL-Endung des Pazifik-Inselstaates Tuvalu, geführt. Und der macht damit prima Geschäfte. So seien für die URL “china.tv” vor einigen Wochen bereits 100.000 Dollar gezahlt worden, berichtet die New York Times.

Beliebt: Fernsehen (egal auf welchem Gerät) bleibt mit Abstand die liebste Freizeitbeschäftigung hierzulande: 97 Prozent aller vom BAT-Institut befragten Deutschen schalten mindestens einmalin der Woche ein. (Turi2)

970 Millionen für Twitch – Amazon sticht Google aus

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

Coup: Viele Branchendienste (auch OneTV Mag) hatten das Geschäft schon als (fast) besiegelt verkündet, nun aber wird der Game-Streaming-Spezialist Twitch doch nicht von Google aufgekauft. Stattdessen – und das ist selbst in diesem überhitzten Big-Deal-Jahr 2014 eine Sensation – hat Amazon nun die Live-Let’s-Play-Plattform gekauft, zum Preis von 970 Millionen Dollar. Warum das Geschäft mit Google, das Twitch wohl in Youtube integrieren wollte, platzte, ist noch genauso unbekannt wie die genauen Details der Pläne, die Amazon mit der Gamer-Videoplattform hat. Plant der Konzern ein Gegen-Youtube, wie einige Kommentatoren vermuten? Eher nicht. Aber schon allein der Twitch-User-Stamm, immerhin rund 50 Millionen Spieler, dürfte als Zielgruppe für den Handelsriesen interessant genug gewesen sein. Ein paar Games und Konsolen liegen ja doch noch in den Amazon-Regalen. (Videonuze)

Transparenz: Um mehr Aufmerksamkeit für den Kampf gegen Klickbetrügereien in der Online-Videobranche zu schaffen, hat der Werbevermarkter Yume nun eine interaktive Weltkarte präsentiert, die nach eigenen Angaben jene Regionen zeigt, in denen aktuell mit Hilfe von falschen Servern oder anderen Manipulationen Klickstatistiken von Video-Werbespots in die Höhe getrieben werden. Schwerpunkt der Betrugsaktivitäten sind laut Yume Asien und Afrika. (Adweek)

Nebenjob: Eine (bislang) eher ungewöhnliche Kooperation mit jungen Youtube-Stars ist die BBC jetzt eingegangen: Der Sender startet auf seiner Jugend-Radiowelle BBC 1 eine wöchentliche Show mit wechselnden, bekannten US- und UK-Vloggern, die dort als Moderatoren ihre Lieblingshits präsentieren können. (Tubefilter)

Ausgezeichnet: Fast ausschließlich Altbekanntes wurde bei der diesjährigen Verleihung der Emmy-Awards in der vergangenen Nacht prämiert: Mit “Breaking Bad“, “Modern Family” und “Sherlock” kassierten die Dauergewinner der vergangenen Jahre erneut etliche Preise bei der wichtigsten TV-Auszeichnung, die eher mühselig und enttäuschend über die Bühne ging. (SPIEGEL online)

Abgeschmettert: Die Berufungskammer des Obersten Gerichtshofs der USA hat den Antrag des TV-Streaminganbieters “Aereo” auf eine Revision des Urteils gegen ihn abgelehnt. Damit dürfte das Unternehmen, das mit seinem “Piratensender”-Modell die gesamte traditionelle US-TV-Branche gegen sich aufgebracht hatte, wohl endgültig keine Chance mehr haben, wieder auf die Beine zu kommen. (Hollywood Reporter)

Vines gefährlicher Strategiewechsel

Vine_DisplayVeränderung: Vine ermöglicht es seinen Usern jetzt auch, Videos zu verwenden, die nicht mit der Vine-App produziert worden sind. Dabei soll es natürlich vor allem professionellen Anbietern aus Medien und Werbung leichter gemacht werden, den Ultrakurzvideo-Dienst zu benutzen. Allerdings verlieren die typischen Sechs-Sekunden-Videos damit auch einen Großteil ihres Charmes. Ob das junge Vine-Publikum das wirklich mag, dürfte zumindest zweifelhaft sein (Tubefilter)

Anreiz: Video-Werbung, die in passenden, hochwertigen Bewegtbildumfeldern platziert ist, erzielt deutlich höhere Interaktionsraten als “wild gestreute”, vor allem auf Reichweiten gezielte, Kampagnen. Das ergab eine neue Studie des US-Vermarkters Innovid. (Videonuze)

Erweiterung: Das Berliner MCN Divimove hat einen neuen Geschäftsbereich für Kooperationen mit Marken eröffnet: “brandboost by DIVIMOVE” soll “den kompletten Prozess von der strategischen Beratung bis hin zur Implementierung kreativer Werbelösungen auf der YouTube-Plattform begleiten”. (Broadmark)

Reaktion: Der Deutschland-Start von Netflix bereitet RTL-Chefin Antje Schäferkordt nach eigenen Angaben kein Kopfzerbrechen. Sie sieht in dem US-Streaminganbieter keine Konkurrenz für die großen Free-TV-Sender hierzulande. Allerdings habe der Erfolg der VoD-Dienste für alle Marktteilnehmer massive Auswirkungen auf die Preis- und Lizenzverhandlungen, vor allem von exklusiven US-Stoffen. (Digitalfernsehen.de)

Planspiel: Über 600 Millionen Dollar an zusätzlichen Einnahmen jährlich würde es bringen, wenn HBO sich entschließen könnte, neben seinem “klassischen” TV-Angebot auch noch einen webbasierten VoD-Dienst zu eröffnen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer höchst spekulativen, aber sehr interessanten Hochrechnung, die das US-Medienportal Recode anstellt.

Expansion: Der Jugendsender “Joiz” will in den kommenden Monaten neue Kanäle in Europa starten, mit Partnern in Großbritannien sei man bereits in konkreten Verhandlungen. (Persoenlich.com)

Zitat des Tages: “Wir müssen heute alle Screens bedienen, um den Touchpoints der Konsumenten zu folgen.” Thomas Wagner, Chef des ProSiebenSat.1-Vermarkters SevenOne Media, über die Fragmentierung von Bewegtbild-Markes in digitalen Zeiten. (DWDL.de)