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Video des Tages – das Beste aus Web und TV

Amazon hin, Deutsche Post her – man kann viel interessantere Dinge mit Drohnen machen, als Pakete vor die Haustür zu legen. Und schlimmere. Der Youtuber Alex Cornell hat – unter Missachtung der US-Flugaufsichtsregeln – eine filmische Vision umgesetzt, darüber, wie unsere allzeit von fliegenden Augen überwachte Zukunft aussehen könnte. Faszinierend, aber erschreckend.

Angsthasen auf vier Pfoten
“Cat-Content is King” lautet eine alte Weisheit des Internets. Beinahe alles, was über die Freunde mit den Samtpfoten publiziert wird, ist ein Erfolg. Aber nicht alle Lebewesen dieses Planeten mögen Katzen, wie die herrliche Clipsammlung “You shall not pass, dog!” beweist. So mancher Hund nämlich kommt mit “King Cat” im eigenen Haus überhaupt nicht klar.

Dass man in den USA ganz eigene militärische Traditionen und Ehrbezeugungen pflegt, ist hinlänglich bekannt. So gehört zum Beispiel zu beinahe jedem Footballspiel der Überflug von Kampfjets des lokalen Geschwaders über das jeweilige Stadion zwingend mit dazu, auch zum Gefallen der meisten Zuschauer. Doch ein aktueller Showauftritt der US Airforce empört nun selbst Patrioten.

Seit 1955 nämlich versorgt das “North American Aerospace Defense Command” (NORAD), das militärische Luftüberwachungkommando, die amerikanischen Kinder mit genauen Informationen über die Flugroute, die Santa Claus zu Weihnachten mit seinem Schlitten über dem nordamerikanischen Kontinent einschlägt, der “NORAD Santa Tracker” gehört zur uramerikanischen Weihnacht einfach dazu.

In diesem Jahr allerdings herrscht helle Aufregung um diesen militärischen Service für aufgeregte Kinder. Denn NORAD veröffentlichte ein Webvideo, das den Santa-Schlitten eskortiert von zwei Kampfjets zeigt. Zu viel für Kinderschützer und Psychologen, die die Verquickung von militärischen Gehabe mit Weihnachten für komplett verfehlt halten.

Die NORAD-Chefs reagierten auf die Kritik eher lakonisch: “Wir möchten nicht unsere wahre Aufgabe verschleiern, auch nicht vor Kindern. Es ist schließlich wie Werbung.”, verteidigte ein Sprecher das umstrittene Video. Und NORAD hat noch mehr zu bieten: In einem anderen Video bestätigten US-Geheimdienstler (etwa die NSA?), dass der anfliegende Santa Claus keine Gefahr darstellt.

Dazu hätte es womöglich keine Spione gebraucht.

http://www.youtube.com/watch?v=GhTLGBq-Uyg

Wann immer ein neuer Film in die Kinos kommt, wiederholen sich die stereotypen Rituale der Werbekampagnen. Erst werden Trailer veröffentlicht, dann “lustige” oder “spannende” Details der Dreharbeiten bekannt, schließlich starten die Schauspieler auf weltweite Promotiontour, die außer streng kontrollierten Interviews meist nichts zu bieten haben. Und genau darauf hatte Will Ferrell anscheinend keine Lust mehr.

Für seinen neusten Film “Anchorman2″, die Fortsetzung der Erfolgskomödie über den 70-Jahre-Fernsehmoderator “Ron Burgundy” absolviert der Schauspieler bereits seit Wochen eine Promotour ganz eigener Art: Er taucht als “echter” Charakter Burgundy regelmäßig im US-Fernsehen auf. Mal als ESPN-Gastkommentator beim Curling, mal bei den MTV Music Awards mit Daft Punk. Und er scheut auch nicht den Weg in die TV-Provinz. So moderierte er nun beim Sender “KX News” in North Dakota die Abendnachrichten. Das war zum einen sehr amüsant, zum anderen sehr aufschlussreich. Denn beim Auftritt des Retro-Anchors “Ron Burgundy” merkte man deutlich, wie wenig sich die klassischen US-TV-News in den vergangenen 40 Jahren verändert haben. Aber das war sicherlich auch ein Zweck der Unternehmung.

Um im Berliner Problembezirk Wedding Polizist zu sein, braucht es eine Menge von ganz speziellen Kompetenzen. Frustrationstoleranz, Stressimmunität und interkulturelles Verständnis zum Beispiel. Nun kommt womöglich bald eine neue Fähigkeit hinzu: Rap-Songs zu komponieren.

Das demonstriert zumindest ein jetzt öffentlich gewordenes Werk eines unbekannten Polizisten, der die Arbeit seiner Kollegen im so genannten “Abschnitt 36″, eines besonders problematischen Teil Berlins in einem eigenen Song mit dazugehörigem Video verarbeitet hat. Wie der laut Spiegel Online nur für eine interne Feier gedachte Film ins Netz gekommen ist, ist noch nicht geklärt. Ärger von Vorgesetzten droht dem talentierten Beamten “aus der Hooooood” aber nicht.

Während hierzulande Fernsehschaffende bis auf wenige Ausnahmen mit Twitter und dem berühmt-berüchtigten “Second Screen” fremdeln und das Vorlesen von Tweets durch so genannte “Twitter-Tussis”, meist aparte Jungredakteurinnen, das Höchste der Social-Media-Gefühle ist, geht man woanders weitaus kreativer mit dem Phänomen Twitter um.

So ist die Rubrik “Mean Tweets”, bei der Prominente die übelsten Hass-Tweets gegen sich vorlesen, schon ein Klassiker der “Jimmy Kimmel Show”. Aber mit welcher coolen Souveränität und Selbstironie in dieser Woche Stars wie Sharon Stone oder Kevin Bacon heftigste Beleidigungen über sich zitierten, war Entertainment at it’s best.

Wer an den USA verzweifelt in diesen Tagen (und wer tut das nicht?), der findet Trost in dem Country-Song “America sucks less” der Macher von “College Humor”, , einer der besten amerikanischen Satire-Seiten im Netz. Ein hübsch-bös gemachtes Spottlied, das zweierlei beweist. Erstens: Es geht immer noch schlimmer. Und zweitens: Nicht alle Amis sind dumm.

Babyvideos gibt es ja viele auf Youtube und die meisten entfalten ihren Charme wohl vor allem bei der eigenen Familie, die ihren Nachwuchs ja stets durch besonders rosarote Brillen sieht. Aber dieser Film hier, aufgenommen von einer französischen Hebamme, hat die Chance zu einem Klassiker des Genres zu werden. Die beiden Zwillinge, die nicht voneinander lassen können, rühren schon Millionen User weltweit.

Wer in Indien mit Filmen aller Art Erfolg haben will, kommt an den eisernen Drehbuchgesetzen Bollywoods nicht vorbei: Eine junge hübsche Frau muss mithilfe eines ebenso jungen und hübschen Mannes ein (kleines, mittleres, großes) Wunder vollbringen. Manchmal auch umgekehrt. Wichtig noch: Die ganze Familie muss irgendwie beteiligt sein, am Ende liegen sich alle in den Armen. Und wenn dann noch die alte Erbfeindschaft mit Pakistan überwunden wird – umso besser. All diese Regeln hat Google bei seinem neuen Imagefilm “Reunion” für den Subkontinent auch brav auf dreieinhalb Minuten beherzigt. Und dazu noch alle Google-Features und -Hardware mit eingebaut. Mehr geht nun wirklich nicht. Zum Heulen.

Italienische Fußballer gelten in Fankreisen ja schon länger als “Leichtumfaller” und “Schauspieler”. Aber was sich am vergangenen Wochenende beim Match zwischen Salernitana und Nocerina in der dritten Liga abspielte, war einmalig. Und hatte leider einen traurigen Hintergrund.

Weil den Ultra-Fans von Nocerina wegen vorheriger Ausschreitungen verboten worden war, zum Spiel anzureisen, sorgten sie auf eine andere Art für einen Spielabbruch: Sie bedrohten ihr eigenes Team so massiv, dass die Spieler vor Angst ständig Verletzungen vortäuschten, um ausgewechselt zu werden. Als nur noch sechs Spieler von Nocerina auf dem Platz standen, musste der Schiedsrichter das Match den Regeln nach abbrechen. Die genauen Hintergründe dieser Farce hat die “Irish Time” hier zusammengefasst. Aber die Bilder der “Verletzungsorgie” sprechen auch für sich.

So ein Leben als Pop-Video-Bitch ist schon hart: Ständig in knappsten Kostümchen herumposen, den Hintern wackeln oder an Tänzern reiben, an Hämmern oder ähnlichem Männerwerkzeug lecken und mit möglichst schmutzig-laszivem Blick in die Kamera schauen – das muss man erst mal draufhaben als junge Frau mit Starallüren von heute. Popstar Lily Allen hat sich mal so ihre Gedanken über die künstlerische Arbeit der Kolleginnen gemacht. We like.

Kommen zwei Kiffer zu Edeka… Okay, bevor jetzt einige hier meckern: Ja, der Spot ist schon etwas älter. Vom Mai diesen Jahres genauer gesagt. Da lief der von der Hamburger Agentur Jung von Matt tatsächlich für Edeka erdachte Werbefilm mit den zwei Grasfreunden im Kinovorprogramm von “Hangover 3″. Wo er bestens aufgehoben war, aber ihm niemand wirklich Beachtung schenkte. Mittlerweile aber findet der Spot viral seinen Weg durch die Youtube- und Social-Media-Welten. Und das klappt ja längst nicht bei jedem “viral” gedachtem Werberwerk.

Was für ein Wutausbruch: Als habe Rob Ford nicht schon genug Probleme, ist in dieser Woche auch noch ein Video aufgetaucht, das den Bürgermeister von Toronto noch mehr in Schwierigkeiten bringen wird. Die hatte Ford eh schon en masse nach seinem Eingeständnis, regelmäßig Drogen zu nehmen. Nun also dieser heimlich aufgenommene Film von einem nahezu komplett ausrastenden Bürgermeister, der jemanden offensichtlich sehr an den Kragen will. Von der örtlichen Zeitung auch noch zum besseren Verständnis untertitelt. F***.

Wenn man mal ehrlich ist: Für solche wilden Sachen sind doch die GoPros erfunden worden. Oder was immer an Equipment diese Parcour-Jungs bei ihrem Freerun über den Dächern von Moskau da auf dem Kopf haben. Spektakulär.

Die dümmste Fahrerflucht des Jahres… fand wohl neulich in Chicago statt. Besonders rührend ist der hilflose Versuch des Passanten (wohl der Fahrer des zuerst gerammten Taxis), den SUV mit bloßen Händen – und einem Regenschirm – aufzuhalten. Ab 1:30 wird es richtig bunt. (Bonustrack: Der Streit um die Lizenzrechte für das Video, der in den Kommentaren auf Youtube ausgetragen wird, ist beinahe ebenso unerbittlich)

Eigentor Eigenkorb beim Basketball? Doch, das gibt es…

Auch Japanerinnen lieben (ab und zu jedenfalls) einen großen saftigen Burger. Das Problem: Die strenge Etikette der japanischen Kultur verbietet es Frauen, in der Öffentlichkeit mit weit geöffneten Mündern zu essen. Doch die “Fastfoodkette” “Freshnesh Burger” erfand einen Ausweg aus dem Dilemma. Ironie inklusive.

Die böse Veralberung von unschuldigen amerikanischen Kindern hat bei Star-Moderator Jimmy Kimmel schon Tradition. Jedes Jahr nach Halloween bittet er die Eltern der Kleinen darum, denen vorzuschwindeln, sie hätten alle gesammelten Süßigkeiten der vergangenen Nacht einfach aufgegessen – und die Reaktion des Nachwuchses darauf zu filmen. Was dabei geschieht, ist mitunter ein Fall für den Kinderschutzbund. Aber immer unglaublich komisch.

Dass wir hier bei OneTV New York Fans sind und besonders gerne Videos über den Big Apple schauen, ist vielleicht bekannt. Die Stadt, die niemals schläft, scheint ein unendlicher Quell für Künstler und Filmemacher zu sein. Dementsprechend groß ist die Auswahl an sehr guten New York Filmen. Aber dieses Werk hier, das aus zusammen geschnittenen Sequenzen von nur einer Sekunde besteht, hat uns dann doch noch einmal mächtig beeindruckt.

Hilfe gegen die Pre-Roll-Flut

Pre-Roll-Parodie von Burger King: Fluch und Segen der Webvideobranche

Pre-Roll-Parodie von Burger King: Fluch und Segen der Webvideobranche

Gekappt: Die immer stärkere Multi-Screen-Nutzung von Video-Inhalten, auf Smartphones, Tablets oder SmartTVs, bereitet der Werbeindustrie zunehmend Sorgen. Bisher ist es beispielsweise kaum möglich, einen User, der zuhause auf verschiedenen Endgeräten Videos abruft, vor einer Flut von oft immergleichen Pre-Roll-Spots zu bewahren. Denn das “Frequency Capping”-Verfahren, das die Spotverteilung individuell steuert, beruht auf der Cookie-Technologie, die aber bei Mobil-Geräten nur eingeschränkt und bei SmartTVs und Set-Top-Boxen gar nicht funktioniert. Der US-Videovermarkter Black Arrow hat nun ein cookie-ähnliches Verfahren entwickelt, das die Spot-Aussteuerung differenziert pro Haushalt, einzelnem Gerät oder bestimmten Zuschauergruppen kontrollieren kann. Erste Tests in den USA seien überaus erfolgreich verlaufen, teilte das Unternehmen mit. Der Nutzer-Dank wird sicher sein. (V-net)

Stresstest: Um peinliche Pannen wie etwa beim ARD-“Quizduell” zu vermeiden, testet RTL seine neue App für das Voting bei der neuen, interaktiven Casting-Show “Rising Star” sicherheitshalber schon mal vorab unter Live-Bedingungen. Am kommenden Montag, vier Tage vor der Show-Premiere, wird es deshalb bei “Extra – Das RTL Magazin” einen Live-Probedurchlauf für die App geben. (kress.de)

Gelungen: Mit seiner neuen WebTV-Show “Monumental” präsentiert das US-Portal “Mashabel” wieder einmal ein frisches und schnelles Format, das perfekt auf das Netz zugeschnitten ist. Host Elliot Morgan, der auch die Kurznews Mashable Minute moderiert, diskutiert in “Monumental” mit Prominenten aus Web, TV und Pop über Netz-Hypes und -Phänomene. Das ganze gipfelt dann in einem Blitz-Voting für den virtuellen “Mount Rushmore”. Unterhaltsame sechs Minuten. (Tubefilter)

Analyse: Kurz vor dem Markteintritt von Netflix in Deutschland bereiten sich die deutschen Video-on-demand-Anbieter auf die neue Konkurrenz vor. Zuletzt reagierte Sky mit einer massiven Preissenkung bei seinem Online-Angebot “Snap”. Doch auch andere VoD-Dienste werden sich wohl oder übel auf einen Preiskrieg einlassen müssen, auch wenn das ihre ohnehin wirtschaftlich angespannte Lage nicht verbessern dürfte, urteilt Patrick Schulze für Digitalfernsehen.de

Verlängerung: Wohl auch, um sein Bundesliga-Video-Angebot bekannter zu machen, zeigt der Springer-Verlag die bisher vor allem bei Bild.de laufenden Highlights-Clips nun auch in der kostenpflichtigen App der Sportbild – allerdings erst ab Ende des kompletten Spieltages am Sonntagabend. (DWDL.de)

Lesetipp: Thorsten Zarges analysiert für DWDL.de die aktuellen Kaufaktivitäten der deutschen TV-Konzerne auf dem amerikanischen Digitalmarkt. Vor allem die 144-Millionen-Dollar-Investition von RTL am Onlinevideo-Vermarkter SpotXchange gibt ihm dabei einige Rätsel auf.

Video-Tipp: Seinfeld-Star Julia Louis-Dreyfus und die “Breaking Bad”-Hauptdarsteller Aaron Paul und Bryan Cranston bewerben in einem sehr hübsch gemachten, selbstironischen Promo-Clip auf Youtube die Verleihung der Emmy-Awards. (Tubefilter)

TV-Show “The Donuts” für internationale Youtube-Stars

Holländische TV-Show "The Donuts": Plattform für Youtube-Stars aus aller Welt

Holländische TV-Show “The Donuts”: Youtube-Stars aus aller Welt

Crossmedia: Eine TV-Show, gestaltet von Youtube-Stars, präsentiert der holländische Sender VPRO mit dem neuen Format “De Donuts”, das am Freitagabend in der Primetime-Zeit des öffentlich-rechtlichen Kanals startet und auch auf Youtube (als “The Donuts”) gezeigt wird. Die Show der Amsterdamer Produktionsfirma NewBeTV kooperiert dafür mit mehreren internationalen, auch deutschen Youtube-Stars, die eigens für die Sendung kurze Clips erstellen, in denen sie “spannende, amüsante und auch skandalöse” Geschichten rund um ihr Leben erzählen sollen. Smarter Deal: Die Youtube-Produzenten behalten nach Ausstrahlung alle Rechte für die Weiterverwendung der Clips. (C21media.net)

Wettbewerb: Kurz vor dem Marktstart von Netflix in Deutschland hat Sky den Preis für das Basisangebot seiner Online-Videothek “Snap” auf 3,99 Euro im Monat gesenkt. Dafür erhält der Abonnent Streaming-Zugriff auf 5.000 Filme und Serien via iPhone, iPad, Samsung Tablets und SmartTVs. (Golem.de)

Spekulationen: Youtubes lang geplanter, oft verschobener und umstrittener Musik-Streamingdienst soll „Youtube Music Key“ heißen und 9,99 Dollar im Monat kosten. (FAZ.net)

Shorties: Der US-Sportkanal “Fox Sports” erweitert sein Angebot um kurze, aktuelle Clips, die ausschließlich auf Youtube und auf der Fox-Webseite eingesetzt werden. Mit den höchstens 60 Sekunden langen Videos, genannt TheBuzzer, wolle man schneller auf aktuelle Nachrichten reagieren und vor allem eine jüngere Zielgruppe ansprechen. (Tubefilter)

Koppelung: Kabel-Gesellschaften sollen gesetzlich verpflichtet werden, neben den TV-Sendern auch deren entsprechenden HbbTV-Signale in ihren Netzen mit zu verbreiten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde jetzt in der Schweiz vorgelegt. In Deutschland wird über eine mögliche Regulierung nach wie vor diskutiert. (Digitalfernsehen.de)

Video-Tipp: Die #IceBucketChallenge, bei der sich wahrscheinlich bald die gesamte Menschheit Eiswasser (oder anderes) über den Kopf gegossen haben wird, produziert eine wahre Video-Flut von mehr oder weniger ewig gleich aussehende Szenen. Wie man den kurzen Akt mal ganz einfach aus einer anderen Perspektive zeigen kann, bewies jetzt Yahoo-Chefin Marissa Mayer – die eine GoPro-Kamera an ihrem Eiswassereimer montieren ließ. (Youtube)

IDG startet Video-Offensive für den Tech-News-Markt

IDG_Logo_großInvestition: Die Berichterstattung über neue Techniktrends und -Gadgets ist einer der derzeit am stärksten boomenden Bereiche des Online-Journalismus. Unzählige Techblogs konkurrieren mit Spezialportalen und den Digitalressorts großer Medien um die besten Storys über das neue iPhone, Googles TV-Pläne oder die aktuelle Fritzbox. Für diesen Markt möchte der international agierende US-Medienkonzern “International Data Group” (IDG), hierzulande bekannt mit Titeln wie Computerwoche und PC Welt, noch mehr Bewegtbild-Content anbieten – und hat deshalb eine deutliche Steigerung seiner Video- und TV-Aktivitäten angekündigt. Dazu gehören unter anderem die Schaffung neuer Onlinekanäle, ein Ausbau der Studiokapazitäten weltweit und neue Kooperationen mit Vermarktungsnetzwerken. (adexchanger.com)

Hoffnung: Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Microsoft seine erst kürzlich aufgebaute, eigene TV-Produktionseinheit “Xbox Entertainment Studios” (XES) schließen möchte, nun gibt es für die Web- und Animationsexperten aus Santa Monica möglicherweise doch noch eine Zukunft: Laut US-Medienberichten ist der Medienkonzern Warner Bros. an einem Kauf interessiert, um XES mit seinem eigenen Multichannel Network Machinima zu verschmelzen. (Hollywood Reporter)

Newcomer: Zwei ehemalige Youtube-Expertinnen, Bengu Atamer und Paola Marinone, sind die Gründerinnen von BuzzMyVideos, einem neuen, internationalen Multichannel Network, das derzeit vor allem in Europa intensiv nach Webvideo-Talenten sucht. Zum Start präsentiert das Vermarktungsnetzwerk schon beachtliche 5.000 Youtube-Partner. (The Guardian)

Erfolgsmodell: Youtube-Stars in den USA entwickeln sich immer öfter zu eigenen (Medien-) Marken, mit einer Vielzahl von Produkten und Geschäftsideen außerhalb der Webvideo-Branche. Vorbild ist die Beauty-Vloggerin Michelle Phan, die mittlerweile ein eigenes Kosmetik- und Mode-Label aufgebaut hat. (San Jose Mercury News)

Strafraum: In der vergangenen Saison kämpfte die englische Fußballserie “Premier League” lange Zeit vergeblich gegen die Ausbreitung von Vine-Kurzvideos, mit denen Fans in den Stadien per Smartphone innerhalb weniger Augenblicke Tore und andere wichtige Spielszenen ins Netz stellten. Jetzt hat die Organisation nach eigenen Angaben spezielle Techniken entwickelt, um die Verbreitung solcher Bilder zu verhindern – und warnt Fans eindringlich davor, Spielszenen zu verbreiten. (Heise)

Rüge: “Hemmungsloses Wodka-Trinken” ist einer der Vorwürfe, die die Kommission für Jugendmedienschutz gegen die ProSieben-Show “Circus HalliGalli” erhebt. Tatsächlich hatten die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heuer-Umlauf gemeinsam mit ihrem Gast Matthias Schweighöfer während einer Sendung kräftig gebechert, ohne Rücksicht auf das meist jugendliche Publikum. (DWDL.de)

Option: Die Telekom prüft derzeit den möglichen Kauf weiterer TV-Kabelnetze. Vor allem für das sehr lukrative Geschäft mit Breitband-Internetanschlüssen erweisen sich die Kabelnetze als deutlich leistungsfähiger als die traditionellen Telefonnetze der Telekom. (Digitalfernsehen.de)

Lesetipp: Stefan Niggemeier, sonst eher im “großen” Fernsehen unterwegs, portraitiert für die neue, inoffizielle Reihe “Die FAZ entdeckt die digitale Welt” die Youtuber-Szene auf den Videodays in Köln – und bemüht sich fürs ältere Publikum deutlich um Verständnis und Verständlichkeit. (FAZ.net)

Vine erlebt Marketing-Boom

Fanta_VineShorties: Hierzulande wird Vine, der Microvideodienst von Twitter, mit seinen höchstens sechs Sekunden langen Clips noch eher als Spielerei für Kids abgetan. In den USA konkurrieren Vine-Stars mittlerweile mit Youtube-Größen, und immer mehr Unternehmen, wie etwa Ford und Virgin, investieren in die Kreation eigener Vine-Kampagnen. Jüngstes Beispiel in dieser Reihe ist Fanta, das gerade mit einem siebenstelligen Betrag die Entwicklung eines neuen Branded-Content-Formats auf Vine unterstützt hat: “Fanta for the funny” präsentiert Clips von bekannten Vine-Comedians in einer eigenen Web-Show, die auch auf anderen Videoseiten wie etwa “College Humor” gezeigt wird. (Adweek)

Besserung: Youtube hat seine App für SmartTVs und Set-Top-Boxen gründlich überarbeitet und verspricht jetzt endlich auch den Nutzern auf großen Screens eine bessere und schnellere Navigation. (Engadget)

Wechselwirkung: Mit dem Erfolg von mobilen Videoangeboten steigt auch die Nachfrage nach Smartphone-Modellen mit größeren Displays. Das belegt eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Jana. Tatsächlich steigt die Zahl von Big-Screen-Telefonen seit einigen Jahren deutlich an, auch das neue iPhone wird in einer Variante mit einem 5,5 Zoll großen Display erwartet. (GigaOm)

Modern: Mit der Web-Serie “Mann/Frau”, die der Bayerische Rundfunk ab Anfang September im Netz zeigt, bietet der “BR den Gebührenzahlern an allen Fronten Programm”, meint Produzent Christian Ulmen. Mit den 20 rund dreiminütigen Folgen verfolgt der ARD-Sender zum ersten Mal auch im fiktionalen Bereich die Strategie “Online first”. (kress.de)

Preiswürdig: Die Netflix-Eigenproduktion “Orange is the new Black” hat bei den Creative Arts Emmys drei Auszeichnungen eingeheimst. Insgesamt erhielt der VoD-Anbieter sieben der begehrten Trophäen. (DWDL.de)

Zahl der Tages: 86 Prozent aller deutschen Fernsehzuschauer würden laut einer Bitkom-Umfrage “gar nicht” ohne ihr Fernsehgerät auskommen. (WuV.de)

Verkauft RTL sein Erfolgs-MCN Stylehaul?

style_haulBegehrt: Wird Stylehaul das nächste Multichannel Network, um das eine Bieterschlacht entbrennt? Für das 2011 mit Hilfe von RTL- und Bertelsmann-Investitionen gegründete MCN, das hauptsächlich und sehr erfolgreich Beauty- und Mode-Formate für Youtube produziert und vermarktet, interessieren sich offensichtlich eine ganze Reihe großer Medienkonzerne, unter anderem Amazon, 21st Century Fox und Hearst, berichtet Variety. RTL hält derzeit einen 26,1 Prozent-Anteil an Stylehaul.

Multimedial: Die Septemberausgabe der “Vogue” präsentiert zum ersten Mal bewegte Augmented-Reality-Inhalte. Insgesamt 14 eigens produzierte Videos können über die App des AR-Spezialisten Blippar per Smartphone oder Tablet “aus dem Heft heraus” abgerufen werden. (Kress.de)

Technik: Liegt die Zukunft des Fernsehens in der (Daten-) Wolke? Die Übernahme des TV-Daten-Spezialisten Ooyala durch den australischen Telekommunikationskonzern Telstra für rund 270 Millionen Dollar ist das sichtbarste Zeichen einer technologischen Entwicklungsrallye, die den Empfang von Bewegtbildern aus der Cloud überall und jederzeit ermöglichen soll. (Digitalfernsehen.de)

Unbeirrt: Doku-Soaps sind nach wie vor die Lieblinge der deutschen TV-Branche. Laut einer Studie des Formatt-Instituts machen die billig herzustellenden Seicht-“Reportagen” einen Großteil des gesamten Produktionsvolumens hierzulande aus und haben damit Talk- und Game-Formaten den Rang abgelaufen. (Meedia)

Vorgezogen: Die neue Staffel des Neo Magazins mit Jan Böhmermann wird ab dem 23.Oktober bereits immer um 22.10 Uhr und damit 50 Minuten früher als bisher auf ZDFneo ausgestrahlt. Im Netz gibt es die Comedy-Show weiter schon um 20.15 Uhr. (DWDL.de)

Lesetipp: Sechs Monate nach ihrem Amtsantritt spricht Youtube-Chefin Susan Wojcicki im Recode-Interview über abtrünnige Stars, niedrige Werbeeinnahmen und die Pläne für den eigenen Musikstreamingsdienst.

Die großen TV-Pläne von Buzzfeed und Vice

Vice_VideoStrategie: Buzzfeed und Vice Media sind die beiden derzeit wohl am höchsten gehandelten Marken der New-Media-Szene. Vor allem auch ihre mehr als erfolgreichen, wenn auch mitunter umstrittenen, Video-Angebote haben dazu geführt, dass die erst vor wenigen Jahren gegründeten Unternehmen innerhalb kürzester Zeit gleichermaßen zu Lieblingen der globalen Web-Nutzerschaft und Investoren wurden. Nun aber bereiten beide Marken einen Sprung in traditionelle Medienwelten vor. Wie Jason Abbruzzese in seiner ausführlichen Analyse für Mashable beschreibt, treiben Buzzfeed und Vice den Ausbau ihrer Videoabteilungen derzeit auch deshalb intensiv voran, um noch mehr Angebote für den weltweit immer noch sehr lukrativen Fernsehmarkt bereitzustellen. Vice beliefert schon einige TV-Sender, darunter etwa auch das ZDF, mit Dokumentationen. Im Fall von Buzzfeed könnte es sogar möglicherweise eine Offensive Richtung Kinobranche geben, so Abbruzzese. Nicht umsonst habe man beim Social-Media-Star die Video-Abteilung jetzt in “BuzzFeed Motion Pictures” umbenannt.

Blockade: Die großen amerikanischen Fernsehgesellschaften wie ABC, CBS, FOX und NBC lehnen einen Plan des US-Senats ab, wonach Zuschauern die Möglichkeit gegeben werden soll, nur noch für jene Programme innerhalb der Kabel-Pakete zu zahlen, die sie auch wirklich nutzen. Die hohen Gebühren der US-Kabelanbieter, oft weit über 100 Dollar, sind schon seit längerer Zeit Gegenstand einer heftigen öffentlichen Diskussion. (The Hill)

Bewerbung: Nach längerer Testphase hat Twitter nun sein neues Feauture “Promoted Video” vorgestellt, mit dem Videowerbespots in die Nachrichtenstreams der Nutzer eingespielt werden können. (t3n)

Portfolio: Zattoo hat die Liste seiner verfügbaren Sender um drei bekannte Namen erweitert: Mit Nickelodeon, Comedy Central und VIVA will der IPTV-Dienst vor allem verstärkt junge Zielgruppen erreichen.

Kritik: Netflix hat in seinem öffentlich mit den US-Netzprovidern ausgetragenen Streit um mangelhafte Streamingqualitäten eine neue Runde eröffnet. Die US-Anbieter lägen weit unter den Durchschnittsgeschwindigkeiten in Europa und großen Teilen Mittel- und Südamerikas, teilte der VoD-Dienst mit und schob den Providern damit wieder einmal die Schuld an “enttäuschten Kunden” und “skeptischen Investoren” zu. (Variety)

Startschuss: Der Deutsche Olympische Sportbund will mit seinem neuen WebTV-Sender Sportdeutschland.tv vor allem kleineren und unbekannteren Verbänden helfen, ihre Sportarten bekannter zu machen. Erstes großes Live-Ereignis ist die Übertragung der Olympischen Jugendspiele aus Nanjing ab kommenden Samstag. (Digitalfernsehen.de)

Lesetipp: Adweek-Autorin Michelle Castillo begleitete die Youtube-Stars von O2L auf einer Promotiontour durch die USA – und erlebte dabei auch das riesige Marketing-Universum, das mittlerweile um junge Webvideo-Stars herum entstanden ist. (Adweek)

New York Times feiert Obama-Scoop

Barack Obama beim Video-Interview der New York Times: Freude über den Scoop

Barack Obama beim Video-Interview der New York Times: Freude über den Scoop

Exklusiv: Die New York Times setzt ihre ambitionierte WebTV-Strategie weiter konsequent fort – und konnte sich nun über einen echten Scoop freuen. Denn niemand Geringerer als US-Präsident Barack Obama, derzeit wegen weltweiter internationaler Krisen ein äußerst gefragter Gesprächspartner, gab der NYT ein einstündiges, exklusives Video-Interview. Starkolumnist Tom Friedman führte das Gespräch im Weißen Haus, und ließ sich dabei auch nicht von der großen TV-Produktionscrew irritieren, die das Interview in bester Broadcast-Qualität abfilmte und anschließend digitalgerecht in mehrere Episoden unterteilt auf der NYT-Webseite präsentierte. Mehrere andere “traditionelle” US-TV-Sender, die ebenfalls ein Interview angefragt hatten, reagierten “verschnupft” über die Zusage Obamas für einen WebTV-Auftritt, hieß es in Washington. (Videonuze)

Kooperation: Mit einer WebTV-Show auf Bild.de präsentiert Sat.1 die neue Staffel seines Voyeursformates “Promi Big Brother” auch abseits des Konzernhauses. “Bild”-Reporter Ingo Wohlfeil wird dort im Anschluss an die Sendungen mit der Komikerin Ilka Bessin, besser bekannt als “Cindy aus Marzahn”, plaudern. Die Webshow, die von Endemol beyond produziert wird, läuft auch bei PromiBigBrother.de und Sat.1 Connect. (DWDL.de)

Showtime: Junge Youtube- und Vine-Stars waren die Attraktionen der diesjährigen Teen Choice Awards in den USA. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hatte die traditionelle Preisverleihung eigene Kategorien für populäre Künstler aus der Online-Welt geschaffen. (The Daily Dot)

Umfrage: In seiner nächsten Testrunde für Videoformate wird Amazon ab Ende August gleich fünf Pilotfolgen potentieller neuer Serien präsentieren, darunter eine Comedy von Star-Regisseur Steven Soderbergh und einen Thriller des deutsch-schweizerischen Regisseurs Marc Foster. (Variety)

Expansion: Um die Nutzerschaft seines IPTV-Angebotes “Entertain” von derzeit knapp 2,3 Millionen bis 2018 auf fünf Millionen zu steigern, will die Telekom auch in eigene TV-Projekte investieren. Ein erster Schritt sei der Erwerb der Übertragungsrechte für die Basketball-Bundesliga gewesen, so Telekom-GF Niek Jan van Damme. (Digitalfernsehen.de)

Hintergrund: Jeff Baumgartner berichtet auf Multichannel.com über die neuesten technischen Entwicklungen für die Ausstrahlungen von linearen und On-demand-Bewegtbildprogrammen über mobile Endgeräte.

Zitat des Tages: “Wir müssen jetzt beweisen, dass wir stark genug sind.” UFA-Fiction-Chef Nico Hofmann sieht in den “neuen Content-Plattformen wie Netflix oder Amazon für uns alle eine Riesenchance”, auch für deutsche TV-Sender und -Produzenten. (DWDL.de)

Ergänzung: Es muss nicht immer Bewegtbild sein: Als neuestes Spin Off aus der Redaktion der legendären “Daily Show” mit Jon Stewart kommt… ein Audio-Podcast. Die rund 45-minütigen, wöchentlichen Folgen präsentieren unter anderem Hintergrund-Interviews mit Autoren, Comedians und Gästen der Show.

Von wegen “House of Cards” – Netflix-User lieben Oldies

Netflix-Serie "Orange is the new Black" (Foto: Netflix/PR)

Netflix-Serie “Orange is the new Black” (Foto: Netflix/PR)

Phänomen: Bei Kritikern, Preisjurys und vielen Serienfans gelten die Netflix-Eigenproduktionen wie “House of Cars” oder “Orange is the new Black” als herausragende Beispiele moderner TV-Kunst. Bei den Abonnenten des gefeierten Streaming-Anbieters ist der Hype allerdings anscheinend noch nicht angekommen. Nur knapp die Hälfte hat sich bislang eine Folge der Frauen-Gefängnisstory “OITNB” angeschaut, bei “House of Cards” waren es sogar nur ein Drittel. Viele Netflix-Kunden nutzen den Dienst vor allem, um klassische Film- und TV-Hits (noch einmal) zu sehen, ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Centris. Netflix selbst veröffentlich traditionell keine Zuschauerzahlen. (Variety)

Prognose: Nur in der strategisch klugen Verschmelzung aller Verbreitungswege liege die Zukunft für TV-Sender und -Produzenten, meint Les Moonves, der CEO von CBS. Vor Investoren kündigte Moonves nun an, die digitalen Aktivitäten von CBS erheblich zu steigern. Dazu gehöre auch der Verkauf großer Serienprojekte, die noch vor der Ausstrahlung im Kabel-TV, über Video-on-Demand-Plattformen auch anderer Anbieter vermarktet werden sollen. “Wir freuen uns über jeden Zuschauer, den wir bekommen können – egal wo”, so Moonves. “Und wenn wir mehr streuen, bekommen wir auch mehr davon.” (Streamdaily.TV)

Highscore: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Google die Live-Game-Plattform Twitch für 1 Milliarde Dollar kauft, nun macht Twitch hierzulande schon wieder Schlagzeilen: Mit einem enormen Wachstum auf über 100 Millionen Visits schaffte es das Spieleportal zum ersten Mal in die Top Ten des IVW-Online-Rankings. (Horizont.net)

Boom: Um über 21 Prozent, auf beinahe 11 Milliarden Dollar, werden die Einnahmen des US-Video-on-demand-Marktes in diesem Jahr steigen. Bis 2018 werden Angebote wie Netflix, Amazon Prime Instant Video und Hulu ihre Umsätze gegenüber 2013 verdoppelt haben, sagt eine neue Studie von Strategy Analytics voraus. (Home Media Magazine)

Verschoben: Noch vor einigen Monaten galt es als ausgemacht, dass der Trend zum “Cord Cutting”, also dem Verzicht auf klassische Kabel-TV-Angebote, die traditionelle US-Fernsehindustrie innerhalb weniger Jahre hinwegfegen würde – nun zeigen aktuelle Statistiken, dass trotz des Booms neuer Bewegtbildanbieter (s.o.) die konventionellen Verbreitungswege noch längst nicht totzukriegen sind: Die Kündigungszahlen für Kabel-Angebote in den USA sind auf einem beinahe historisch niedrigen Level angekommen. (Multichannel.com)

Wunschprogramm: 73 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren, rund 40 Millionen Bundesbürger insgesamt, streamen Videos aus dem Internet. 53 Prozent der User nutzen dabei Plattformen wie Youtube oder Clipfish, 46 Prozent die Mediatheken der TV-Sender. 19 Prozent nutzen Online-Filmportale wie Watchever, Maxdome oder Amazon Prime Instant Video. (Digitalfernsehen.de)

Taktisch: Den auf den ersten Blick möglicherweise seltsam anmutenden Hype um Musicals im Netz haben wir ja bereits an anderer Stelle schon beschrieben. Nun fährt auch die Werbeindustrie auf die musikalischen Ministorys ab. (WuV.de)

Sehtipp: Mal kein Katzen- oder Kleinkind-Content, auch keine wackelnden Popstars-Popos: Eines der derzeit erfolgreichsten Videos auf Youtube stammt von ESPN und zeigt eine dramatische Pokerpartie aus Las Vegas, bei der es um eine Millionensumme ging.

AppleTV verliert massiv an Google und Amazon

AppleTV-Box: Der Marktführer ist unter Druck (Foto: Apple/PR)

AppleTV-Box: Der Marktführer ist unter Druck
(Foto: Apple/PR)

Konkurrenz: Die neuen TV-Streaming-Devices wie Amazons FireTV oder Googles Chromecast nagen massiv an der einst deutlichen Marktführerschaft von AppleTV. Das belegt eine neue Studie des US-Marktforschungsinstituts “Strategy Analytics”. Zwar wachse der Markt der Streaming-Boxen sehr stark an – von weltweiten 24 Millionen Verkäufen 2013 auf 36 Millionen in diesem Jahr – aber Apples Wachstum kann mit der Konkurrenz nicht mithalten, der Marktanteil schrumpft von 38 auf 27 Prozent. Seit Monaten schon wartet die Branche vergeblich auf eine aktualisierte Version der AppleTV-Box, vor wenigen Tagen wurden zumindest erste Design-Veränderungen bekannt. (FierceOnlineVideo)

Enttäuschend: Hondas neu gestarteter Musikkanal auf Youtube leidet noch unter massiven Startproblemen. “Honda Stage”, das millionenschwere, ambitionierte Projekt des Autokonzerns kann nach den ersten zwei Monaten gerade mal 50.000 Videoabrufe verzeichnen. (Tubefilter)

Wettrennen: Zum ersten Mal hat Netflix den großen Konkurrenten (und langjährigen Marktführer) HBO überholt – zumindest, was die Umsätze durch Abonnenten betrifft: 1,146 Milliarden Dollar gegenüber 1,141 Milliarden, wie Netflix-CEO Reed Hastings höchstselbst via Twitter verkündete – und den Konkurrenten zugleich lobte: “HBO rocks”. (Quartz)

Selbstständig: Die National Football League (NFL), Dachorganisation des beliebtesten US-Sports, hat mit NFL Now nun ein eigenes, sehr aufwändiges Bewegtbild-Angebot gestartet. Der Gratis-Streamingdienst, der via Desktop, Mobile Apps oder Set-Top-Boxen wie Roku zu erreichen ist, vereint Newsberichte, Dokumentationen und ältere Spiele-Highlights. Für rund zwei Dollar monatlich bietet NFL Now auch Ausschnitte aktueller Spiele. (Cnet)

Werbetrommel: Auch weil das langjährige Erfolgsformat “DSDS” zuletzt arg schwächelte, setzt RTL große Hoffnungen auf seine neue interaktive Musikcastingshow “Rising Star”. Für die Premiere der Show am 28.August, bei der die Zuschauer via Smartphone-App teilnehmen können, hat der Sender eine bemerkenswert große Werbekampagne gestartet. (W&V.de)

Experiment: Um die Jagd nach illegalen Downloads einzudämmen, bietet HBO die synchronisierten Fassungen seiner Erfolgsserie Game of Thrones hierzulande jetzt bereits vor der ersten PayTV-Ausstrahlung bei TNT über iTunes und Amazon an. (SPIEGEL Online)

Diskutiert: Nachrichtensendungen oder Polit-Talkshows sind die Aufsteiger beim “Social TV Buzz Ranking” von MediaCom im Juli. Themen wie die Ukraine-Krise, der Gaza-Konflikt und die NSA-Affäre ließen die Social-Media-Aktivitäten zu den “harten” Newsformaten deutlich ansteigen. (kress.de)

Erweitert: Microsoft rüstet seine “XBox One” zum TV-Receiver auf. Mittels eines neuen externen Tuners, der Kabel- und DVBT-Signale umwandeln kann, verfügt die Spielekonsole dann unter anderem über Timeshift- und EPG-Funktionen. (Digitalfernsehen.de)

Doppelpass: Helmut Thoma will seinen Plan, Kurzberichte der Fußballbundesliga über NRW.TV auszustrahlen (wir berichteten), mithilfe der Produktionsgesellschaft Ruhrturm Media Group bei der unter anderem Andre Zalbertus mitmischt, der ehemaliger Geschäftsführer des NRW-Lokalfernsehens Center.TV. (DWDL.de)

Smartphone-Reporter – Gratis-Bundesliga für alle?

Smartphone-Einsatz im Stadion: Recht auf Gratiskurzberichte?

Smartphone-Einsatz im Stadion: Recht auf Gratiskurzberichte?

Präzedenzfall: Helmut Thoma hat seinen Plan konkretisiert, auf seinem Lokalsender NRW.TV künftig auch Kurzberichte von den Spielen der Fußball-Bundesliga anzubieten. Die 90-sekündigen Berichte sollen von Reportern im Stadion per Smartphone gedreht werden. Dieses sei laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs rechtlich erlaubt, sofern beim Zugang zu einem Sendesignal keine Kosten anfallen würden, verkündete der Sender gestern selbstbewusst. Spannend dürfte das Experiment – sollte es tatsächlich dazu kommen – nicht nur inhaltlich und produktionstechnisch werden, sondern vor allem auch lizenzrechtlich. Denn bisher waren auch die Kurzberichte der Bundesliga für TV-Sender und andere Anbieter, wie etwa seit vergangenem Jahr Bild.de, nur zu stolzen Preisen einzukaufen. (Digitalfernsehen.de)

Strategie: Google holt sich mit dem Kauf des Videotool-Startups “Directr” weitere Video-Produktionskompetenz in den Konzern. Mit der Directr-App können auch Videolaien in kürzester Zeit ganz ansprechende Clips produzieren. Bislang wurde die kostenpflichtige App hauptsächlich von Bloggern und kleineren Unternehmen genutzt, nun will Google sie gratis anbieten und direkt mit Youtube verknüpfen. (Mashable)

Kapital: In der Öffentlichkeit ist es um die einst als “Revolution” gefeierte Möglichkeit, Videos interaktiv zu gestalten, ein weniger ruhiger geworden, hinter den Kulissen der Branche wird allerdings weiter heftig an der Technologie und ihrer Einsatzmöglichkeit im Web und TV gearbeitet. Eines der führenden Unternehmen auf diesem Gebiet, die amerikanische Rapt Media hat jetzt über drei Millionen Dollar für Weiterentwicklungen ihrer Tools eingesammelt, die vor allem für Werbekunden attraktiv sind. (VentureBeat)

Weiterbildung: Spiegel Online will seine Reporter darin schulen, mit dem Smartphone eigene Videos drehen zu können. Das kündigte SPON-Vize Florian Harms im Interview mit W&V an: “Wir werden das Thema Video viel stärker als bislang entwickeln und dabei die ganze Redaktion einbeziehen”, so Harms.

Migration: Ein Großteil der 82.000 Neukunden, die Sky Deutschland im 2. Quartal 2014 gewonnen hat, waren ehemalige “Liga-Total”-Nutzer der Telekom, die mit einer unkomplizierten, kostenneutralen Übernahme ihres Pakets zu Sky gelockt werden konnten. Insgesamt zählt der PayTV-Sender nun über 3,8 Millionen Abonnenten, darunter erstaunliche 2,2 Millionen, die das teure HD-Angebot nutzen. (Horizont)

Unverzichtbar: Internet und TV sind für die meisten Deutschen die mit Abstand wichtigsten Mediengattungen. Das ergab eine Umfrage von TNS Infratest. Erst in deutlicher Distanz folgen Tageszeitung und Radio.

Lesetipp: Die Digitalisierung führt auch im Bewegtbildbereich zu einer Flut von Inhalten, mal mehr, mal weniger kreativ und professionell produziert. Der Videocontent-Boom im Netz hat aber mit dem dahergehenden, dramatischen Preisverfall auch eine riesige Schattenseite. Wie man es als Webvideo-Produzent (oder als Marketingverantwortlicher) schafft, sich von der Masse abzuheben und bei Preisverhandlungen und Budgetplanungen dem Vorurteil “Online = billig” zu entgehen, schildert Hannes Jakobsen, Content-Chef beim Berliner MCN Divimove, in seinem Linkedin-Blog.