Home / Video des Tages – das Beste aus Web und TVpage 3

Video des Tages – das Beste aus Web und TV

Amazon hin, Deutsche Post her – man kann viel interessantere Dinge mit Drohnen machen, als Pakete vor die Haustür zu legen. Und schlimmere. Der Youtuber Alex Cornell hat – unter Missachtung der US-Flugaufsichtsregeln – eine filmische Vision umgesetzt, darüber, wie unsere allzeit von fliegenden Augen überwachte Zukunft aussehen könnte. Faszinierend, aber erschreckend.

Angsthasen auf vier Pfoten
“Cat-Content is King” lautet eine alte Weisheit des Internets. Beinahe alles, was über die Freunde mit den Samtpfoten publiziert wird, ist ein Erfolg. Aber nicht alle Lebewesen dieses Planeten mögen Katzen, wie die herrliche Clipsammlung “You shall not pass, dog!” beweist. So mancher Hund nämlich kommt mit “King Cat” im eigenen Haus überhaupt nicht klar.

Dass man in den USA ganz eigene militärische Traditionen und Ehrbezeugungen pflegt, ist hinlänglich bekannt. So gehört zum Beispiel zu beinahe jedem Footballspiel der Überflug von Kampfjets des lokalen Geschwaders über das jeweilige Stadion zwingend mit dazu, auch zum Gefallen der meisten Zuschauer. Doch ein aktueller Showauftritt der US Airforce empört nun selbst Patrioten.

Seit 1955 nämlich versorgt das “North American Aerospace Defense Command” (NORAD), das militärische Luftüberwachungkommando, die amerikanischen Kinder mit genauen Informationen über die Flugroute, die Santa Claus zu Weihnachten mit seinem Schlitten über dem nordamerikanischen Kontinent einschlägt, der “NORAD Santa Tracker” gehört zur uramerikanischen Weihnacht einfach dazu.

In diesem Jahr allerdings herrscht helle Aufregung um diesen militärischen Service für aufgeregte Kinder. Denn NORAD veröffentlichte ein Webvideo, das den Santa-Schlitten eskortiert von zwei Kampfjets zeigt. Zu viel für Kinderschützer und Psychologen, die die Verquickung von militärischen Gehabe mit Weihnachten für komplett verfehlt halten.

Die NORAD-Chefs reagierten auf die Kritik eher lakonisch: “Wir möchten nicht unsere wahre Aufgabe verschleiern, auch nicht vor Kindern. Es ist schließlich wie Werbung.”, verteidigte ein Sprecher das umstrittene Video. Und NORAD hat noch mehr zu bieten: In einem anderen Video bestätigten US-Geheimdienstler (etwa die NSA?), dass der anfliegende Santa Claus keine Gefahr darstellt.

Dazu hätte es womöglich keine Spione gebraucht.

http://www.youtube.com/watch?v=GhTLGBq-Uyg

Wann immer ein neuer Film in die Kinos kommt, wiederholen sich die stereotypen Rituale der Werbekampagnen. Erst werden Trailer veröffentlicht, dann “lustige” oder “spannende” Details der Dreharbeiten bekannt, schließlich starten die Schauspieler auf weltweite Promotiontour, die außer streng kontrollierten Interviews meist nichts zu bieten haben. Und genau darauf hatte Will Ferrell anscheinend keine Lust mehr.

Für seinen neusten Film “Anchorman2″, die Fortsetzung der Erfolgskomödie über den 70-Jahre-Fernsehmoderator “Ron Burgundy” absolviert der Schauspieler bereits seit Wochen eine Promotour ganz eigener Art: Er taucht als “echter” Charakter Burgundy regelmäßig im US-Fernsehen auf. Mal als ESPN-Gastkommentator beim Curling, mal bei den MTV Music Awards mit Daft Punk. Und er scheut auch nicht den Weg in die TV-Provinz. So moderierte er nun beim Sender “KX News” in North Dakota die Abendnachrichten. Das war zum einen sehr amüsant, zum anderen sehr aufschlussreich. Denn beim Auftritt des Retro-Anchors “Ron Burgundy” merkte man deutlich, wie wenig sich die klassischen US-TV-News in den vergangenen 40 Jahren verändert haben. Aber das war sicherlich auch ein Zweck der Unternehmung.

Um im Berliner Problembezirk Wedding Polizist zu sein, braucht es eine Menge von ganz speziellen Kompetenzen. Frustrationstoleranz, Stressimmunität und interkulturelles Verständnis zum Beispiel. Nun kommt womöglich bald eine neue Fähigkeit hinzu: Rap-Songs zu komponieren.

Das demonstriert zumindest ein jetzt öffentlich gewordenes Werk eines unbekannten Polizisten, der die Arbeit seiner Kollegen im so genannten “Abschnitt 36″, eines besonders problematischen Teil Berlins in einem eigenen Song mit dazugehörigem Video verarbeitet hat. Wie der laut Spiegel Online nur für eine interne Feier gedachte Film ins Netz gekommen ist, ist noch nicht geklärt. Ärger von Vorgesetzten droht dem talentierten Beamten “aus der Hooooood” aber nicht.

Während hierzulande Fernsehschaffende bis auf wenige Ausnahmen mit Twitter und dem berühmt-berüchtigten “Second Screen” fremdeln und das Vorlesen von Tweets durch so genannte “Twitter-Tussis”, meist aparte Jungredakteurinnen, das Höchste der Social-Media-Gefühle ist, geht man woanders weitaus kreativer mit dem Phänomen Twitter um.

So ist die Rubrik “Mean Tweets”, bei der Prominente die übelsten Hass-Tweets gegen sich vorlesen, schon ein Klassiker der “Jimmy Kimmel Show”. Aber mit welcher coolen Souveränität und Selbstironie in dieser Woche Stars wie Sharon Stone oder Kevin Bacon heftigste Beleidigungen über sich zitierten, war Entertainment at it’s best.

Wer an den USA verzweifelt in diesen Tagen (und wer tut das nicht?), der findet Trost in dem Country-Song “America sucks less” der Macher von “College Humor”, , einer der besten amerikanischen Satire-Seiten im Netz. Ein hübsch-bös gemachtes Spottlied, das zweierlei beweist. Erstens: Es geht immer noch schlimmer. Und zweitens: Nicht alle Amis sind dumm.

Babyvideos gibt es ja viele auf Youtube und die meisten entfalten ihren Charme wohl vor allem bei der eigenen Familie, die ihren Nachwuchs ja stets durch besonders rosarote Brillen sieht. Aber dieser Film hier, aufgenommen von einer französischen Hebamme, hat die Chance zu einem Klassiker des Genres zu werden. Die beiden Zwillinge, die nicht voneinander lassen können, rühren schon Millionen User weltweit.

Wer in Indien mit Filmen aller Art Erfolg haben will, kommt an den eisernen Drehbuchgesetzen Bollywoods nicht vorbei: Eine junge hübsche Frau muss mithilfe eines ebenso jungen und hübschen Mannes ein (kleines, mittleres, großes) Wunder vollbringen. Manchmal auch umgekehrt. Wichtig noch: Die ganze Familie muss irgendwie beteiligt sein, am Ende liegen sich alle in den Armen. Und wenn dann noch die alte Erbfeindschaft mit Pakistan überwunden wird – umso besser. All diese Regeln hat Google bei seinem neuen Imagefilm “Reunion” für den Subkontinent auch brav auf dreieinhalb Minuten beherzigt. Und dazu noch alle Google-Features und -Hardware mit eingebaut. Mehr geht nun wirklich nicht. Zum Heulen.

Italienische Fußballer gelten in Fankreisen ja schon länger als “Leichtumfaller” und “Schauspieler”. Aber was sich am vergangenen Wochenende beim Match zwischen Salernitana und Nocerina in der dritten Liga abspielte, war einmalig. Und hatte leider einen traurigen Hintergrund.

Weil den Ultra-Fans von Nocerina wegen vorheriger Ausschreitungen verboten worden war, zum Spiel anzureisen, sorgten sie auf eine andere Art für einen Spielabbruch: Sie bedrohten ihr eigenes Team so massiv, dass die Spieler vor Angst ständig Verletzungen vortäuschten, um ausgewechselt zu werden. Als nur noch sechs Spieler von Nocerina auf dem Platz standen, musste der Schiedsrichter das Match den Regeln nach abbrechen. Die genauen Hintergründe dieser Farce hat die “Irish Time” hier zusammengefasst. Aber die Bilder der “Verletzungsorgie” sprechen auch für sich.

So ein Leben als Pop-Video-Bitch ist schon hart: Ständig in knappsten Kostümchen herumposen, den Hintern wackeln oder an Tänzern reiben, an Hämmern oder ähnlichem Männerwerkzeug lecken und mit möglichst schmutzig-laszivem Blick in die Kamera schauen – das muss man erst mal draufhaben als junge Frau mit Starallüren von heute. Popstar Lily Allen hat sich mal so ihre Gedanken über die künstlerische Arbeit der Kolleginnen gemacht. We like.

Kommen zwei Kiffer zu Edeka… Okay, bevor jetzt einige hier meckern: Ja, der Spot ist schon etwas älter. Vom Mai diesen Jahres genauer gesagt. Da lief der von der Hamburger Agentur Jung von Matt tatsächlich für Edeka erdachte Werbefilm mit den zwei Grasfreunden im Kinovorprogramm von “Hangover 3″. Wo er bestens aufgehoben war, aber ihm niemand wirklich Beachtung schenkte. Mittlerweile aber findet der Spot viral seinen Weg durch die Youtube- und Social-Media-Welten. Und das klappt ja längst nicht bei jedem “viral” gedachtem Werberwerk.

Was für ein Wutausbruch: Als habe Rob Ford nicht schon genug Probleme, ist in dieser Woche auch noch ein Video aufgetaucht, das den Bürgermeister von Toronto noch mehr in Schwierigkeiten bringen wird. Die hatte Ford eh schon en masse nach seinem Eingeständnis, regelmäßig Drogen zu nehmen. Nun also dieser heimlich aufgenommene Film von einem nahezu komplett ausrastenden Bürgermeister, der jemanden offensichtlich sehr an den Kragen will. Von der örtlichen Zeitung auch noch zum besseren Verständnis untertitelt. F***.

Wenn man mal ehrlich ist: Für solche wilden Sachen sind doch die GoPros erfunden worden. Oder was immer an Equipment diese Parcour-Jungs bei ihrem Freerun über den Dächern von Moskau da auf dem Kopf haben. Spektakulär.

Die dümmste Fahrerflucht des Jahres… fand wohl neulich in Chicago statt. Besonders rührend ist der hilflose Versuch des Passanten (wohl der Fahrer des zuerst gerammten Taxis), den SUV mit bloßen Händen – und einem Regenschirm – aufzuhalten. Ab 1:30 wird es richtig bunt. (Bonustrack: Der Streit um die Lizenzrechte für das Video, der in den Kommentaren auf Youtube ausgetragen wird, ist beinahe ebenso unerbittlich)

Eigentor Eigenkorb beim Basketball? Doch, das gibt es…

Auch Japanerinnen lieben (ab und zu jedenfalls) einen großen saftigen Burger. Das Problem: Die strenge Etikette der japanischen Kultur verbietet es Frauen, in der Öffentlichkeit mit weit geöffneten Mündern zu essen. Doch die “Fastfoodkette” “Freshnesh Burger” erfand einen Ausweg aus dem Dilemma. Ironie inklusive.

Die böse Veralberung von unschuldigen amerikanischen Kindern hat bei Star-Moderator Jimmy Kimmel schon Tradition. Jedes Jahr nach Halloween bittet er die Eltern der Kleinen darum, denen vorzuschwindeln, sie hätten alle gesammelten Süßigkeiten der vergangenen Nacht einfach aufgegessen – und die Reaktion des Nachwuchses darauf zu filmen. Was dabei geschieht, ist mitunter ein Fall für den Kinderschutzbund. Aber immer unglaublich komisch.

Dass wir hier bei OneTV New York Fans sind und besonders gerne Videos über den Big Apple schauen, ist vielleicht bekannt. Die Stadt, die niemals schläft, scheint ein unendlicher Quell für Künstler und Filmemacher zu sein. Dementsprechend groß ist die Auswahl an sehr guten New York Filmen. Aber dieses Werk hier, das aus zusammen geschnittenen Sequenzen von nur einer Sekunde besteht, hat uns dann doch noch einmal mächtig beeindruckt.

Youtube-Stars beliebter als Film- und Pop-Idole

Youtube-Comedy-Duo "Smosh": Nahbar und authentisch

Youtube-Comedy-Duo “Smosh”: Nahbar und authentisch

Ablösung: Nicht mehr bekannte TV-, Film- oder Popstars, nein, Youtuber sind die meist geliebten Idole von Teenagern. Bei einer Variety-Umfrage unter 1500 US-Teenies zwischen 13 und 18 Jahren dominierten Webvideo-Größen wie das Comedy-Duo Smosh, TheFineBros oder PewDiePie gegenüber dem (kürzlich verstorbenen) Paul Walker, Jennifer Lawrence oder Katy Perry. Die Top-5-Plätze der Liste nahmen Youtube-Lieblinge sogar komplett ein. Ihre Beliebtheit verdanken die NewMedia-Stars laut Variety vor allem ihrer “größeren Authentizität” und “Nahbarkeit”. (Tubefilter)

Branded: Auch Unternehmen und Institutionen profitieren immer mehr vom Webvideo-Boom. Laut einer aktuellen US-Studie klicken fast 60 Prozent aller Besucher von Webseiten oben genannter Anbieter auf dort angebotene Video-Inhalte, 40 Prozent bevorzugen sogar Informationen im Bewegtbild gegenüber geschriebenen Texten. (Videonuze)

Überfällig: Rund zehn Jahre nach der Premiere der ersten SmartTVs hat die “Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung” nun eine “Pilotgruppe” gegründet, die sich mit den Möglichkeiten zur Werbung auf den vernetzten Fernsehern beschäftigen soll. Initiatoren und erste Teilnehmer der Initiative sind IP Deutschand, Interactive Media und Axel Springer Media Impact. (Digitalfernsehen.de)

Plus: Sky Deutschland pflegt sein (noch eher zartes) Erfolgspflänzchen weiter: Bei einem im 2. Quartal 2014 um 14 Prozent auf 428 Millionen Euro gestiegenen Umsatz lag der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen bei 45 Millionen Euro. (Sky Pressemitteilung)

Gegründet: Ein Verbindungsglied zwischen der mitunter recht undurchschaubaren Youtube-Welt und großen Unternehmen will das neue US-Startup Mozaic Branding sein. Gegründet von Fran Solomita, dem ehemaligen Chef für Branded Entertainment bei den Maker Studios, will Mozaic vor allem den kreativen Austausch zwischen traditionellen Werbern und neuen Webvideo-Produzenten unterstützen. (Variety)

Aufgestockt: Die Maker Studios investieren weiter kräftig in den Aufbau einer eigene Produktionseinheit. Dazu verpflichtete das MCN nun zwei erfahrene WebTV-Experten: Von AOL kommt Gabriel Lewis, der bisherige Chef der “AOL Studios”, von Yahoo wechselt mit Bonnie Pan eine Web-Serien- und Longform-Spezialistin zu Maker. (Hollywood Reporter)

Sehtipp: ZDFneo hat nun die Trailer aller drei Kandidaten für den Gewinn seines diesjährigen TVLab in die Mediathek eingestellt. Trotz oder gerade wegen bekannter (und guter) Schauspieler wirken zumindest die erste Ausschnitte der Produktionen allerdings eher konventionell.

Nike gewinnt Webvideo-WM

Nike-WM-Spot "Winner stays": Sieger in der Webvideo-WM

Nike-WM-Spot “Winner stays”: Sieger in der Webvideo-WM

Gewinner: Obwohl Nike gar nicht offizieller WM-Sponsor war, hat der US-Sportartikelhersteller von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien am meisten profitiert – zumindest was die Aufmerksamkeit auf dem weltweiten Webvideo-Markt betrifft. Denn mit fast 260 Millionen Zugriffen auf die Clips seiner WM-Kampagnen, darunter dem Youtube-Hit “Winner stays”, belegt Nike mit großem Abstand Platz 1 auf der Branded-Video-Rangliste für das zweite Quartal 2014. Als bester Sport-Mitkonkurrent kommt Adidas hinter Samsung auf Platz 3 mit etwas über 100 Millionen Abrufen. (Videonuze)

Zukäufe: Amazon rüstet das Angebot auf seiner Streamingbox FireTV weiter kontinuierlich auf. Als neueste Programme sind zwei Disney-Kanäle, die sehr populäre amerikanische Baseball-Liga und der Doku-Kanal “Animal Planet” in das Portfolio aufgenommen worden. Noch im Herbst sollen laut einem Bericht von Multichannel.com noch ein Dutzend weiterer Anbieter dazukommen, unter anderem ABC und die National Football League.

Marktführer: Die geplante Übernahme von Sky Deutschland und Sky Italia wird BSkyB laut einer Analyse von Futuresource Consulting zum größten Anbieter im europäischen PayTV-Markt machen, noch vor Liberty Global. BSkyB hätte dann insgesamt 20 Millionen Kunden, davon rund 19 Millionen Kunden im TV-Bereich. (Digitalfernsehen.de)

Rechtstipp: Allen Prozessen und Klagewellen zum Trotz: Streaming-Webseiten mit neuen Filmen und TV-Serien erleben im Netz gerade wieder mal einen Boom. Doch was ist bei der Benutzung von Seiten wie “Popcorn Time” erlaubt, was nicht? Ein Ratgeber auf Digitalfernsehen.de fasst die Lage zusammen.

Geschenk: Zu seinem einjährigen Geburtstag am heutigen Dienstag spendiert sich der “interaktive” Fernsehsender joiz die mehrfach preisgekrönte, britische Jugendserie “Skins”, die in Deutschland bisher nur im PayTV-Channel FOX lief. (Quotenmeter.de)

Lesetipp I: RTL hat mit der Übernahme des amerikanischen Onlinevideo-Vermarkters SpotXChange die digitale Transformation der Senderfamilie eingeleitet, lobt Hans-Peter Siebenhaar in seiner Handelsblatt-Kolumne. Damit bleibe RTL die “größte digitale Erfolgsgeschichte im weit verzweigten Reich” von Bertelsmann. Dessen “angezählter” Vorstandschef Thomas Rabe hatte 2013 für 1,4 Milliarden Euro RTL-Aktien verkauft, um damit Zukunftsprojekte zu finanzieren. “Viel ist ihm aber seitdem für den digitalen Umbau von Bertelsmann nicht eingefallen“, so Siebenhaar.

Lesetipp II: Torsten Zarges berichtet auf DWDL.de über die Stimmung im SWR-Entwicklungslabor in Baden-Baden, der (möglichen) Geburtsstätte des umstrittenen “Jugendkanals” von ARD und ZDF und hat dort sowohl “Euphorie, Ungeduld und Ungewissheit” ausgemacht. Ob das “crossmediale junge Angebot”, wie der Kanal intern nur noch genannt wird, überhaupt kommt, hängt von einer Entscheidung der Ministerpräsidenten Ende Oktober ab.

BBC will mehr Drohnen in den Krieg schicken

BBC-Kameradrohne: Spektakuläre Bilder aus den Krisenregionen der Welt

BBC-Kameradrohne: Spektakuläre Bilder aus den Krisenregionen der Welt

Ersatz: Mehr Drohnen statt Menschen möchte die BBC in Zukunft in Kriegsgebiete entsenden. Vor allem die vielen sogenannten “asymmetrischen” Kriege mit ihren ständig wechselnden Frontverläufen und unübersichtlichen Gefechtslagen machten den Einsatz menschlicher Reporter und Kameraleute zunehmend gefährlicher, so Chef-Producer Ognian Boytchev. Drohneneinsätze könnten die Risiken minimieren und ein viel übersichtlicheres Bild der Lage verschaffen. Kritiker halten dem entgegen, dass “entmenschlichte” Kriegsberichterstattung zu einem kaltherzigen Voyeur-Event mutieren könnte. Die BBC experimentiert schon seit einiger Zeit intensiv mit der Drohnen-Technologie und setzt sie bereits auch regelmäßig ein. (The Times)

Zwischenfazit: Die große Werbekampagne, mit der Youtube in den vergangenen Wochen ausgewählte Stars seines Netzwerkes präsentierte, hat zwar einige Aufmerksamkeit und Reichweitengewinne für die Formate selbst gebracht, analysiert AdAge. Große Begeisterung und Buchungswellen von neuen Werbekunden – ein ebenso wichtiges Ziel der Kampagne – seien aber bisher ausgeblieben.

Aufgestockt: Sky Deutschland hat sich Filmnachschub abseits des Hollywood-Mainstreams gesichert. Mit insgesamt acht Independent-Verleihern wurden Verträge für exklusive Erstausstrahlungen im PayTV geschlossen, etwa mit “Splendid Film”,(“The Expendables 3″ und “Sin City 2″). (Quotenmeter.de)

Ausweg: Der in große finanzielle Schwierigkeiten geratene Kölner center.tv, einst ein Vorzeigeprojekt für lokales Fernsehen in Deutschland, wird nach einer weiteren Entlassungswelle ab Jahreswechsel aus einem neuen Studio beim Verlag DuMont-Schauberg senden, und dort vor allem WebTV-Berichte für den “Kölner Stadt-Anzeiger” und den “Express” produzieren. (DWDL.de)

Expansion: ProSiebenSat.1 schaltet seine App “ProSiebenSat.1 Welt”, die ausgewählte Sendungen der Gruppe für ein deutschsprachiges Publikum im Ausland anbietet, für weitere Länder frei. Das Programm ist nun für 7,90 Euro im Monat in insgesamt 17 Ländern Europas und Amerikas empfangbar. (DWDL.de)

Happy End: Der umstrittene Jugendkanal von ARD und ZDF, dessen Pläne derzeit mal wieder auf Eis liegen, hat nach Einschätzung von Medienpolitikern doch noch eine Chance, irgendwann auf Sendung zu gehen. “Wir sind verhalten optimistisch, dass das Jugendangebot kommen wird”, sagte die zuständige Mainzer Staatskanzleichefin Jacqueline Kraege nun der Nachrichtenagentur dpa. (Digitalfernsehen.de)

Lesetipp: Rob Vegas bittet in seiner Kolumne auf Quotenmeter.de unter der Überschrift “Interaktiv? Bitte nicht!” alle Sender und Produktionsfirmen darum, mit Experimenten zu mehr Zuschauerbeteiligung aufzuhören. Fernsehen sei nur eine “Berieselungsmaschine”, der Zuschauer wolle gar keine Partizipation am Programm, so Vegas.

Yahoo verpflichtet Youtube-Stars “Y-Titty” & Co.

Webvideo-Stars "Y-Titty": Glücksuche in anderen Welten (Foto: Universal Music)

Webvideo-Stars “Y-Titty”: Glücksuche in anderen Welten (Foto: Universal Music)

Zeitenwende: Die Welle großer Youtube-Stars, die ihr Glück (auch) in anderen Video-Welten suchen, reißt nicht ab. Nun gab Mediakraft als erstes deutsches MCN bekannt, dass seine bekanntesten Webvideo-Produzenten wie Y-Titty oder ApeCrime ab sofort auch auf der neu gestalteten Plattform Yahoo Screen zu sehen sind – ein Schritt, der für diese und andere auf und durch Youtube groß gewordenen neuen Stars der Szene (die mitunter sogar ihren Namen danach gewählt haben) eine Zeitenwende darstellt. Yahoo, so wie einige andere Webkonzerne auch, arbeitet schon seit geraumer Zeit daran, dem zunehmend nicht mehr übermächtig erscheinenden Konkurrenten Youtube mehr und mehr Marktanteile zu entreißen – und bietet dafür als Abwerbeprämie auch Konditionen, die weit über den traditionell eher kargen Margen der Google-Tochter liegen. Schon seit Wochen waren Yahoo-Vertreter auch in Deutschland unterwegs, um Stars für ihre Plattform zu gewinnnen. Die Mediakraft-Ensembles werden nicht die letzten Wechsler gewesen sein. Bei Youtube, das sich seit einigen Monaten verstärkt um seine Zugpferde bemüht, ist man über die Entwicklung “not amused”. (Broadmark; Yahoo-Pressemitteilung)

Gerüstet: Die RTL Group übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung von 65 Prozent an SpotXchange, einer Plattform für den automatisierten Verkauf von Onlinevideo-Werbung. (New Business)

Geklickt: Mit über 21 Millionen Abrufen führt der Werbeclip zur neuen Ausgabe des Shooter-Games “Call of Duty” die aktuelle Youtube-Trailerliste an. (Tubefilter)

Rekord: “Game of Thrones” entwickelt sich auch für Sky Deutschland zum echten Hit. So sind zwischen April und Juli die Folgen der HBO-Serie nach Senderangaben mehr als 2,3 Millionen Mal auf dem Mobilangebot “Sky Go” abgerufen worden, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. (DWDL.de)

Kooperation: Zur Vorbereitung seiner für den Herbst erwarteten Europa-Offensive, die auch einen Start in Deutschland beinhalten dürfte, hat sich der zum japanischen Internetkonzern Rakuten gehörenden VoD-Anbieter Wuaki.tv die Dienste des amerikanischen Streaming-Optimierers Conviva gesichert. (Cedmagazine)

Ausgebaut: Die Streams der (illegalen) Video-Share-App “Popcorn Time”, dem derzeit wohl größten Schrecken Hollywoods, können jetzt, nach Googles “Chromecast”, auch über AppleTV auf großen TV-Bildschirme dargestellt werden. (CultofMac)

Beständig: Trotz “smarter” TVs und schicker “Chromecast”-Dongles bleibt der Verkauf von Set-Top-Boxen stabil. Der weltweite Umsatz lag im vergangenen Jahr beirund 15 Milliarden Euro. Der Durchschnittspreis pro Box bei rund 55 Euro. (Digitalfernsehen.de)

Twitter startet Video-Offensive

Twitter_TV1Wird Twitter zum Youtube-Konkurrenten, die Timeline zum Video-Kanal? Eine Bemerkung von Anthony Noto, dem neuen Twitter-Finanzchef, auf der dieswöchigen Bilanz-Konferenz, befeuert die Spekulationen um eine neue, große Video-Offensive des Unternehmens. Man werde, so Noto, noch im August die Beta-Version eines Services anbieten, der es Bewegtbildproduzenten ermögliche, ihre Inhalte unkompliziert und attraktiv auf Twitter zu platzieren. Einige ähnliche Versuche hatte der Kurznachrichtendienst bereits in den vergangenen Monaten mit Sportvideos unternommen, zudem haben – in den USA – TV-Anbieter seit rund einem Jahr die Möglichkeit, über Twitters “Amplify”-Programm gezielt mit Trailern und Shortnews zu werben. Nun aber scheint die Social-News-Plattform einen entscheidenen Schritt weiter in Richtung Multimedialität zu gehen. (Wall Street Journal; Tubefilter)

Machtwechsel: Shakiras Hit “La La La” ist das neue “viralste Video aller Zeiten”. Mit knapp 5,4 Millionen Share-Aktionen übertrumpfte der Song des kolumbianischen Popstars laut Unruly nun Volkwagens ebenfalls legendären Super-Bowl-Spot “The Force”. (Meedia)

Offensive: Daily Motion, die hierzulande immer noch eher unterschätzte Videoplattform, setzt seine weltweite Content-Einkaufstour fort. Als neue Partner haben die Franzosen, die seit kurzem mit Unterstützung von Microsoft einen neuen Angriff auf die Youtube-Vorherrschaft versuchen, jetzt unter anderem auch AOL und die Maker Studios mit diversen Formaten im Angebot. (Hollywood Reporter)

Blockade: Die geplante Übernahme von Sky Deutschland durch Rupert Murdochs britischen Bezahlsender BSkyB droht zu scheitern. Murdochs ehemaliger Schwiegersohn Crispin Odey, der mit Odey Asset Management als zweitgrößter Aktionär zu 8 Prozent an Sky Deutschland beteiligt ist, hält Murdochs Angebot, 6,75 Euro pro Aktie zu bezahlen, für “signifikant” zu niedrig. (DWDL.de)

Konkurrent: Das US-Entertainment-Startup “Vessel”, gegründet vom ehemaligen Hulu-CEO Jason Kilar, versucht derzeit massiv, Youtube-Stars anzuwerben, berichtet VentureBeat. Vessel, das durch mehrere sehr erfolgreiche Finanzierungsrunden gut bei Kasse ist, locke prominente Webvideo-Künstler mit deutlich besseren Konditionen als Youtube.

Spitzenreiter: Mit über sechs Millionen “Aktivitäten” auf Facebook und Twitter in der Zeit von Januar bis Juni hat die ProSieben-Show “Circus HalliGalli” den bisherigen Tabellenführer “Berlin, Tag & Nacht” (RTL II, 4,8 Millionen Aktivitäten) beim “Social TV Monitor” von Goldmedia Custom Research überholt. (WuV.de)

Verplant: Für den Einkauf der hochgelobten US-Serie “Ray Donovan” hat sich das ZDF vor wenigen Wochen noch ausgiebig selbst gefeiert. Doch die Wirklichkeit (und die Programmierung) sieht anders aus: Das Zweite schiebt die Serie ab 12. September auf einen Freitagabendsendeplatz – um 23:45 Uhr! (kress.de)

Warnung: Die US-KabelTV-Branche sollte mehr Angst vor den Giganten aus Silicon Valley als vor irgendjemanden sonst haben, beschreibt Mark Robichaux für Multichannel.com. Die Digital-Konzerne würden mit Macht an der Disruption des alten TV-Systems arbeiten, allein Google investiere derzeit schon mit “Google Fiber” Milliardensummen in neue, alternative Übertragungswege.

Sehtipp: Von fliegenden Marketing-Gags bis atemberaubenden LandschaftsaufnahmenWuV.de hat die derzeit schönsten Beispiele für Drohnen-Videos gesammelt.

Buzzfeed macht Kasse mit Content Marketing

Buzzfeed-Videoproduktion für Katzenstreu-Anbieter: Ertragreiches Nebengeschäft

Buzzfeed-Videoproduktion für Katzenstreu-Anbieter: Ertragreiches Nebengeschäft

Lukrativ: Mit Auftragsproduktionen für Werbekunden hat die Videoabteilung von Buzzfeed innerhalb weniger Monate etliche Viralhits gelandet (wie zum Beispiel diesen Cat-Content-Clip) – und wird nach eigener Auskunft “von Anfragen überrannt”. Nun soll das einst als kleines Nebengeschäft begonnene Content Marketing massiv ausgebaut werden, durch neue Produktionseinheiten und einen beträchtlichen Stellenaufbau. Mit dem Disney-erfahrenen Matt Baxter hat man dafür bereits einen renommierten Experten als neuen Chef geholt. (Adweek)

Umleitung: Nach ähnlichen Vereinbarungen mit Comcast und Verizon hat Netflix nun auch mit AT&T eine bezahlte Sonderregelung für das bevorzugte Durchleiten seiner Streamingdaten abgeschlossen. Die Höhe der Netflix-Zahlungen ist noch unbekannt. (Gizmodo)

Portfolio: Apple erweitert in den USA sein NewTV-Angebot kontinuierlich: Nun sind auch ausgewählte Programme von FOX Now und CNBC auf der Settop-Box AppleTV erreichbar. (9toMac)

Aufgerüstet: Unitymedia Kabel BW stockt sein Video-on-Demand-Angebot weiter auf und hat dafür eine Kooperation mit Universal abgeschlossen, dessen Filme nun zeitgleich zum DVD-Start in der Unitymedia-Videothek zur Verfügung stehen. Dazu gehören etwa “47 Ronin”, “Der Medicus” und “The Wolf of Wall Street”. (DWDL.de)

Problem: Der Erfolg seines Prime-Kundenprogramms, das unter anderem mit einer sehr günstigen VoD-Mediathek lockt, stellt Amazon für immer größere Schwierigkeiten. Neben den Kosten für die garantiert schnellere Anlieferung ist es vor allem die Beschaffung hochwertiger Videoinhalte, die auf das Geschäftsergebnis des Konzerns drückt, analysiert Erik Gruenwedel für Home Media Magazine.

Lesetipp: Einen aktuellen Überblick über die SmartTV- und VoD-Landschaft in Deutschland gibt Digitalfernsehen.de

Sehtipp: Gemetzel und Gemeuchel sind nicht alles, was die Erfolgsserie “Games of Thrones” zu bieten hat. Am Set geht es trotz düsterer Kulissen und strenger Kostüme durchaus auch heiter zu, wie ein neu geleaktes Outtakes-Video zeigt. (via kress.de)

Sarah Palin startet eigenen WebTV-Kanal

WebTV-Kanal von Sarah Palin: Homestorys und krude Botschaften

WebTV-Kanal von Sarah Palin: Homestorys und krude Botschaften

Sendungsbewusst: Sarah Palin, ehemalige Vorzeige-US-Republikanerin, hat ihren eigenen Web-TV-Kanal gestartet. Für 9,95 Dollar monatlich kann man die traditionell eher kruden Botschaften der exzentrischen Politikerin abonnieren – oder zwischendurch Homestories mit Palins Familie bewundern. Sie wolle mit ihrem Programm den direkten Kontakt zu ihren Anhängern suchen, so Palin im Intro-Video, und den Filter der “Mainstream-Medien” durchbrechen. Produziert wird der Kanal vom neuen US-WebTV-Anbieter Tapp, der von Jeff Gaspin, dem früheren Vorstandschef von NBC Universal, und dem ehemaligen CNN-US-Chef Jon Klein gegründet wurde..(Variety)

Großeinkauf: Über 3 Milliarden Dollar hat die US-Kultserie “Seinfeld” NACH ihrem TV-Ende 1996 eingespielt – durch Fernsehwiederholungen und DVD-Verkäufe. Bis heute gibt es allerdings keine einzige Episode der insgesamt neun Staffeln bei einem Online-Streamingdienst zu sehen. Das könnte sich nun bald ändern. Wie mehrere US-Mediendienste berichten, verhandelt – Überraschung – Netflix gerade mit den “Seinfeld”-Rechteinhabern, darunter Jerry Seinfeld und Warner Bros.

Startschuss: Sport-TV-Inhalte werden im Netz immer populärer, das erkennen neben Rechtevermarktern, Sportverbänden und Vereinen nun auch Fernsehsender. Aus diesem Grund hat sich soeben “Fox Sports”, einer der größten Sport-TV-Kanäle in den USA, die Dienste von “Sporting News Media”, einem führenden Onlineangebot gesichert. Der neue Verbund erreicht über 55 Millionen Web-Zuschauer. (Adweek)

Grauzone: Neue TV- und Video-Verbreitungsformen werden immer wichtiger, verharren aber in Deutschland oft noch “im regulatorischen Niemandsland”, analysiert Patrick Schulze für Digitalfernsehen.de. Die im klassischen TV-Bereich so strenge deutsche Gesetzeslage habe angesichts der neuen digitalen und non-linearen Entwicklungen noch sehr viele Lücken zu schließen.

Neustart: RTL muss “SPIEGEL TV”, “stern TV” und “10 vor 11″ wieder ausstrahlen. Das hat, erwartungsgemäß, die Niedersächsische Landesmedienanstalt entschieden. Wegen eines Formfehlers bei der Zulassung hatten die Kölner die über das dctp-Drittanbieterfenster laufenden Programme zeitweise ausgesetzt. (Süddeutsche.de)

Dokumentiert: Zum 100.Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges hat Mediakraft Networks einen Youtube-Kanal über den blutigen Konflikt gestartet. Mit historischen Aufnahmen soll der Krieg bis 2018 in “Echtzeit” erlebbar werden. (via turi2)

Lesetipp: Hans-Peter Siebenhaar prophezeit in seiner Handelsblatt-Medienkolumne “Das Ende der Fernseh-Gemütlichkeit” für die deutschen TV-Konzerne. Angesichts des Markteintritts von Netflix im September müssten die heimischen Platzhirsche sich auf härtere Preisverhandlungen mit US-Filmhändlern und einen weiteren Rückgang in der jungen Zuschauerschaft einstellen. Darauf seien ARD und ZDF gar nicht und die Privaten nur zum Teil vorbereitet, so Siebenhaar.

Neues Shortvideo-Angebot: Amazon macht jetzt auf Youtube

Amazon "Video-Shorts": Auf den Spuren von Youtube

Amazon “Video-Shorts”: Auf den Spuren von Youtube

Abgeguckt: Amazon setzt seine Expansion im Webvideo-Geschäft fort, und ahmt dafür auch offensichtlich die erfolgreiche Konkurrenz nach. Denn mit der Einführung des neuen Angebotes “Video Shorts” auf seiner VoD-Plattform “Prime Video” kupfert Amazon die größten Trümpfe im Portfolio von Youtube ab: Immerhin schon über 100.000, frei zugängliche Videoclips, hauptsächlich aus den Bereichen Musik, Games, Kino und Technik umfasst die neue Plattform, die bislang noch nicht offensiv von Amazon beworben wurde und offensichtlich zunächst einmal ausgiebig im Livebetrieb getestet werden soll. Doch die Methodik hinter dem Angebot ist bereits klar. Mit den Gratis-Clips sollen neue Usergruppen auf die Prime-Plattform gelockt werden, zudem fungiert fast jeder Clip schon jetzt als Teaser für ein anderes kostenpflichtiges Angebot aus dem Amazon-Universum. Es wird spannend zu beobachten sein, wie groß Amazon sein neues Shortvideo-Programm noch ausbauen will. (Techcrunch, Tubefilter)

Verkaufspläne: Vevo, die derzeit neben Youtube erfolgreichste Webvideo-Musik-Plattform der Welt, bereitet nach einem Bericht von Recode seinen Verkauf vor. Das Unternehmen, ein Joint Venture unter anderem von Universal, Sony und Google, suche derzeit nach einem Käufer für Anteile in Höhe von einer Milliarde Dollar, schreibt Peter Kafka.

Neukonstruktion: Der britische PayTV-Anbieter BSkyB übernimmt Sky Deutschland und Sky Italia von Rupert Murdochs “Century-Fox” und vereint sie unter der neu geschaffenen Marke “Sky Europe”. Der Sender hofft sich dadurch Synergien, zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Technik und der Produktion von Serien. (turi2)

Neustart: Gibt es einen Wiederbelebungsversuch für “Germany’s Gold”, der großen gemeinsamen Video-on-demand-Plattform von ARD und ZDF? Vergangenes Jahr war das Vorhaben am Nein des Kartellamtes gescheitert, nun gibt es laut Medienberichten zumindest in der ARD schon wieder Bestrebungen, eine rechtlich machbare Alternative zu entwickeln. ARD und ZDF wollten über das VoD-Plattform ihre Produktionen aus den vergangenen Jahrzehnten anbieten. (Digitalfernsehen.de)

Fortschritt: AOL kommt mit der Vermarktung seiner neuen Webvideo-Formate gut voran. Von den 16 im April angekündigten Eigenproduktionen seien bereits acht über Sponsordeals gegenfinanziert, berichtete das Unternehmen. Zudem benannte AOL mit Marta Martinez eine neue, weltweite Verkaufschefin für Videowerbung. (Adage.com)

Ambitionen: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz will mit seinem neu gekauften Videoportal Flimmit zwar nicht Netflix, das auch in Österreich im September startet, Konkurrenz machen, hat aber doch ein ähnliches Publikum im Sinn – auch auf den deutschen Markt. Überhaupt sei das Web das wichtigste strategische Feld in den nächsten Jahren, so Wrabetz. (Der Standard)

Überwachung: Rund um die Uhr wird der Livestream auf der VoD-Plattform Maxdome geschaltet sein, mit dem man – wenn man denn tatsächlich will – ab dem 15. August zwölf halbwegs Prominenten im “Big Brother”-Haus beobachten darf. Das 15-Tage-Paket kostet 15,99 Euro. Im klassischen TV läuft die Mutter aller Voyeur-Shows alltäglich um 22:15 Uhr in Sat.1 und als Mitternachtsshow auf sixx. (kress.de)

Lesetipp: Ein Jahr nach Markteinführung kann sich die Fachwelt immer noch nicht richtig einigen, ob Googles Chromecast tatsächlich ein Erfolg ist – oder nicht. Janko Roettgers erklärt für GigaOm sehr überzeugend, warum er den Streamingstick – trotz aller Anfangsprobleme – nach wie vor eminent wichtig für die Zukunft des Fernsehens hält.

Google kauft Live-Game-Plattform Twitch für 1 Milliarde Dollar

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

WebTV-Plattform von Twitch: 50 Millionen User weltweit

Endspiel: Schon seit Wochen wurde darüber offen diskutiert, nun scheint der Deal perfekt: Google übernimmt den Game-Streaming-Spezialisten Twitch für sage und schreibe 1 Milliarde Dollar. Die 2011 gestartete Live-Streaming-Plattform, die mit 50 Millionen Usern der weltweite Marktführer der Branche ist, soll Teil von Youtube werden. (VentureBeat)

Konkurrenz: Jeff Bercovici erläutert auf Forbes.com, wie Facebook langsam, aber sehr sicher in die Werbe-Jagdgründe des klassischen Fernsehens eindringt. Die deutliche Erhöhung der Sichtbarkeit von Videomaterial auf Facebook, die wohl jeder User des Netzwerkes in den vergangenen Wochen bemerkt hat, sei da nur der erste Schritt.

Entlohnung: Die Pläne, vor allem innerhalb der deutschen Politik, die Sieben-Tage-Grenze für ARD- und ZDF-Mediatheken aufzuheben, hat nun Autoren, Produzenten und Regisseure auf den Plan gerufen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie eine Vergütung, deren Höhe sich „nach den Erlösen richten muss, die durch das Mediatheken-Angebot auf anderen Verbreitungswegen verloren gehen“. Angesichts der steigenden Nutzung von Mediatheken befürchten die Verbände, dass im Fernsehen weniger wiederholt wird. (Tagesspiegel.de)

Boom: Einen echten Schub für Twitter hat die Fußball-WM hierzulande gebracht. Vor allem die nahezu ständige Präsenz in den Übertragungen der großen TV-Anstalten habe den Micro-Nachrichtendienst und seine Möglichkeiten als Second Screen nun für eine neue Zielgruppe bekannt gemacht, schreibt Holger Schmidt in seinem “Netzökonom”-Blog.

Lesetipp: Todd Spangler kommentiert auf Variety.com die jüngsten Versuche vieler großer Webkonzerne, eigene Videoplattformen als Konkurrenz zu Youtube aufbauen zu wollen. Vor allem um die Pläne von Yahoo, das derzeit weltweit bekannte Webvideo-Produzenten abwerben will, sei mittlerweile, so Spangler, ein “Hype als Youtube-Killer” aufgebaut worden, der der Realität nicht entspricht. In Wahrheit sei die beherrschende Marktstellung von Googles Videoplattform so dominant, dass sie auf Jahrzehnte, wenn nicht für alle Zeiten, von niemandem ernsthaft gefährdet werden dürfte.

Sehtipp I: Mit ihrem neuen Webportal “1weiter.net” hat die Axel Springer Akademie ein gutes Beispiel für multimediales Storytelling abgeliefert. Vor allem die Videobeiträge auf der speziell für Smartphones optimierten Webseite sind sehr gelungen, treten nicht in Konkurrenz zu den geschriebenen Reportageteilen (oder wiederholen sie bloß), sondern bieten eine sinnvolle Ergänzung und nochmals andere Eindrücke zu den Themen.

Verjüngt: Watchever hat für seine iPhone- und iPad-Angebote eine neue, kindgerechte Benutzeroberfläche gestartet. “Watchever KiDS” bietet einen geschützten Bereich für Kinder bis 12 Jahren, in dem diesen nur altersgerechte, werbefreie Inhalte finden, wie das Unternehmen verspricht. Bis zu fünf Kinder können sich auf dem Angebot individuell angemeldet werden. (DWDL.de)

Sehtipp II: Beauty-Vloggerin Michelle Phan, einer der weltweit größten Youtube-Stars, spricht im Video-Interview mit dem Wall Street Journal über ihre Arbeit und die große Herausforderung, der “vollkommen neuen Zuschauergeneration” und ihrer veränderte Bedürfnisse gerecht zu werden.

Technik-Tipp: Auch wir von OneTV Mag waren begeistert, als im vergangenen Jahr die New Yorker Digitalagentur “Interlude” das interaktive Musikvideo zum Bob-Dylan-Klassiker “Like a Rolling Stone” veröffentlichte, bei dem man sich als virtueller Zuschauer durch viele TV-Kanäle zappen konnte – und doch immer wieder beim Song landete. Der Lohn: etliche internationale Preise. Wer will, kann nun ebenfalls so eine faszinierende Produktion angehen: Interlude hat die Technik für das Mehrkanal-Video jetzt für jedermann auf seiner eigenen Video-Produktionsplattform Treehouse bereitgestellt. (via Tubefilter)

300 Millionen Dollar für MCN Fullscreen

Fullscreen-CEO George Strompolos

Fullscreen-CEO George Strompolos

Neugeschäft: Der nächste große Deal in der Webvideo-Branche ist perfekt: Für einen Betrag von rund 300 Millionen Dollar erwirbt “Otter Media”, ein Joint Venture von AT&T und dem US-Medienunternehmen “Chernin Group” die Mehrheit am Multichannel Network “Fullscreen”. CEO George Strompolos, der Fullscreen nach seiner Zeit bei Youtube gegründet hatte, wird dem MCN weiter vorstehen und auch ein großes Anteilspaket behalten. Fullscreen, das kürzlich mit Plänen für diverse eigene Plattformen außerhalb des Youtube-Universums für Schlagzeilen gesorgt hatte, ist eines der erfolgreichsten noch jungen Webvideo-Unternehmen. In den vergangenen Monaten hatten sich große Konzerne wie Yahoo, AOL und Time Warner ein Bieterrennen um die Firma geliefert. (Recode)

Abschied: Erneuter Rückschlag für Youtubes schon oft verschobenes Angebot “Music Pass”. Chris LaRosa, der Chef des geplanten Pay-Service mit dem Youtube Musikdiensten wie Spotify oder Pandora Konkurrenz machen will, verlässt das Unternehmen. (Wall Street Journal)

Streitpunkt: Die Filterung der HbbTV-Signale, die “Kabel Deutschland” bei zahlreichen öffentlich-rechtlichen HD-Sendern wie etwa “ZDFneo HD”, “3Sat HD” und “BR HD” vornimmt, ist nach Meinung des ZDF nicht rechtmäßig. Dies sei ein unerlaubter technischen Eingriff in das Sendesignal, so das ZDF. “Kabel Deutschland” begründet die Blockade mit dem noch immer “fehlenden Einspeisevertrag” mit ARD und ZDF. (Digitalfernsehen.de)

Neustart: Wenn die Rede auf Netflix kommt, wird der VoD-Service aus den USA weltweit auch immer wieder für seine selbstproduzierte Erfolgsserie “House of Cards” gefeiert. Doch zumindest bei den “klassischen” deutschen TV-Zuschauern kam das Politdrama nicht sonderlich gut an. Auch wegen einer hanebüchenen Sendeplatzprogrammierung floppte die erste Staffel “HoC” im FreeTV bei Sat.1 gewaltig. An der zweiten Staffel darf sich nun der nächste Sender aus dem Konzern versuchen: “ProSieben Maxx” wird die 13 Folgen ausstrahlen – und zwar stilecht als zwei “Binge-Viewing-Events” innerhalb vom zwei Tagen, Start ist am 5. September ab 20:15 Uhr. (DWDL.de)

Dementi: Die ARD hat einen Bericht der “Bild”-Zeitung über angeblich geplante Kürzungen an der Krimireihe “Tatort” zurückgewiesen. Keine der von Bild genannten Änderungen in Budget und Sendefrequenz seien beim “Tatort” vorgesehen, so ein ARD-Sprecher. Ungeachtet dessen hat die “Bild” heute wieder eine Geschichte über Sparmaßnahmen bei der ARD nachgelegt. (Meedia)

Entscheidung: Das ZDF zieht weitere Konsequenzen aus den Manipulationen bei der Rankingshow „Deutschlands Beste“. Die zuständige Redaktion „Team Event und Show“ wird aufgelöst. (Handelsblatt)

Lesetipp: Julie Posetti hat für das Blog des “World News Publishing Forums” weltweit Beispiele für gelungene Video-Produktionen in den digitalen Angeboten von Tageszeitungen und Magazinen gesammelt.