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Google Chromecast – das sagen die deutschen Tester

Seit gestern ist der “Chromecast” von Google auch in Deutschland im Handel erhältlich. Und (fast alle) Technik-Redaktionen des Landes haben sich den HDMI-Stick, der TV und Internet unkompliziert verbindet, jetzt näher angeschaut. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse dieser Tests in einer Presseschau zusammengetragen.

Stephan Serowy auf AndroidPit:
“Google bläst zum Angriff aufs Wohnzimmer. Die kleinen Bildschirme dominiert der Konzern aus Mountain View bereits, auf den mittelgroßen ist das Internet mit seinen Google-Diensten schon lange daheim. Der Fernseher ist der letzte und vielleicht lukrativste Bildschirm, der noch völlig Google-frei ist. Dank Chromecast wird dieser nun zur Erweiterung des Smartphones. Der unscheinbare kleine Stick ist erst der Anfang. (…) Hier geht es nicht um die Verbreitung von Android, auch macht Google kein Geld mit der Hardware, die zum echten Schleuderpreis unters Volk gebracht wird. Es geht darum, den Fernseher in die Google-Experience einzubinden, einen neuen Bildschirm zu erschließen und das mobile Internet vom kleinen Bildschirm zu befreien. Bereits jetzt arbeiten Tausende App-Entwickler an dem neuen Format, und uns erwartet ganz ohne Zweifel ein neuer Standard (und vermutlich auch ein neues Google-Verb in unserer Sprache – das “Casten”).”

André Kroll auf NDR.de:
“Die Option, Smartphone-Inhalte schnell per Knopfdruck auf dem TV abspielen zu können, hätte mich gereizt. Ausgerechnet da hat Chromecast mich geärgert. Warum bietet Google nicht von Haus aus das Spiegeln der Smartphone-Inhalte an, egal ob diese in der Cloud oder lokal gespeichert sind? So muss der User auf nicht so schicke Dritt-Apps zurückgreifen – unschön. Ich brauche Chromecast nicht: Ich surfe bequemer mit dem Laptop und verwalte und bearbeite dort Fotos leichter. Für Musik nutze ich das Smartphone, für Filme streamen die App meines Smart-TVs. Wer allerdings noch keinen internetfähigen Fernseher hat, aber einen mit HDMI-Eingang, und Online-Videotheken wie Watchever, Maxdome oder Googles Play Movies nutzen will, für den ist Chromecast die Lösung. Für 35 Euro kann man auch nicht viel verkehrt machen. Als reine Streamingmaschine ist der Stick top.”

Felix Disselhoff bei Meedia.de:
“Wer nicht abwarten möchte, bis etwa die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen auch Chromecast-kompatibel sind, kann einen kleinen Umweg wählen. Haben Sie den TV-Dongle in ihrem Netzwerk angemeldet, können Sie im Browser Chrome das Plugin “Chrome Cast” installieren. Anschließend lässt sich der komplette Inhalt eines Tabs auf den Fernseher streamen. So ist es etwa möglich, einen Web-TV-Stream über das heimische Netzwerk und Chromecast auf den Fernseher zu streamen. Allerdings ist hier mit Einbußen in der Qualität zu rechnen. Zudem befindet sich die Chrome Cast für den Browser noch im Beta-Stadium. Insofern kann es zu Abbrüchen bei der Übertragung kommen.”

Rainer Schuldt auf Computerbild.de
“Chromecast bietet viele Funktionen, die man auch von teureren Geräten wie Apple TV kennt. Einen Vorteil hat der Mediaplayer aus Cupertino aber: Apple integriert die auf Ihrer heimischen Festplatte gespeicherten Filme ohne Komplikationen – via iTunes. Eine solche Lösung müssen Sie bei Chromecast nachträglich installieren. Hierfür steht in Deutschland „Plex“ zur Verfügung. Plex besteht aus einer Server-Software, die dafür sorgt, dass Ihre Filme im Heimnetzwerk abrufbar sind, und einer App, über die Sie die Videos auf Smartphone/Tablet abspielen und von dort zu Chromecast übertragen.
Bei einem ersten Kurz-Test mit Plex kam es via Chromecast zu Aussetzern, wenn die Filme in Full-HD-Auflösung vorlagen. Offenbar ist der im Stick vorhandene Pufferspeicher nicht groß oder schnell genug, um ausreichend Daten vorzuhalten. Hier scheint Apple TV die Nase vorn zu haben.”

Matthias Kremp auf Spiegel Online:
“Chromecast ist ein typisches Google-Gerät: Kann viel, kostet wenig. Wie Googles Tablets und Smartphones wird er zu einem Kampfpreis angeboten, der die Offerten der Konkurrenz deutlich unterbietet. In Deutschland kostet er nur 35 Euro. Google kann sich das leisten, weil der Konzern mit der Hardware kein Geld verdienen muss. Vielmehr soll sie Anwender dazu bringen, Googles Dienste häufiger, intensiver und länger zu nutzen. Häufiger und intensiver als die meisten Smart-TV-Funktionen wird man die Streaming-Möglichkeiten des Chromecast vermutlich wirklich nutzen. Schon weil es so einfach ist, ganz im Gegensatz zu den oft undurchschaubar verschachtelten und langsamen Benutzeroberflächen der angeblich so smarten Fernseher.”

Eike Kühl bei Zeit Online:
“Google möchte erreichen, dass möglichst viele Apps mit Chromecast funktionieren. Unter dem inoffiziellen Projektnamen Google Cast plant der Konzern, ein komplettes Streaming-Ökosystem zu errichten. Die Chromecast-Technik soll dabei gemeinsam mit dem mobilen Betriebssystem Chrome OS und dem Chrome-Browser im Mittelpunkt stehen. Für die Chromecast-Nutzer bedeutet diese Initiative im besten Fall schon bald mehr Auswahl bei den unterstützten Apps. Das wäre gerade für das deutsche Angebot wichtig. Denn zum Verkaufsstart ist Chromecast eigentlich nur für Nutzer von Streaming-Portalen wie Watchever und YouTube interessant, die einen günstigen und einfachen Weg suchen, um die Inhalte auf den TV-Bildschirm zu übertragen. Als universelle Schnittstelle zwischen Fernseher, mobilen Geräten und Computer ist Chromecast zurzeit nur bedingt und mit etwas Improvisationstalent zu gebrauchen. Der kleine 35-Euro-Stick hat aber Potenzial für die Zukunft.”

Und für alle, die es verpasst haben: Hier ist auch noch einmal unsere Einschätzung zum Chromecast.