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Presseschau zum “Tatort” aus Münster: “Der Hammer”

"Tatort"-Folge "Der Hammer":

“Tatort”-Folge “Der Hammer”: Maskenmann gegen Flatrate-Puff

Der “Tatort” aus Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers als ein Ermittlerpärchen wie Feuer und Wasser gehört seit Jahren zu den beliebtesten Folgen der ARD-Krimiserie. Allerdings bemängelten die TV-Kritiker in den vergangenen Episoden einen übertriebenen Hang zur reinen Blödelei. Die aktuelle Folge “Der Hammer”, über einen skurrilen Möchtegernrächer im Superheldenkostüm schneidet bei den Rezensenten aber wieder besser ab.

Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung:
“Der Tatort als Sendung mit der Fledermaus. Ein Mann, kostümiert mit Wollmütze, Strumpfhose, Flügelumhang und Hodenschutz aus Plastik, will den Bau des Großpuffs Waikiki-Oase in Münster verhindern. Der Maskierte hat eine Spritzpistole dabei und einen Hammer, mit dessen Hilfe er seine Opfer durchnummeriert. Er quatscht allerdings zu viel, als dass ihn jemand wirklich fürchten könnte. Er brüllt: „Ich bin der Hammer, der auf das Geschmeiß niedergeht.“ Er ruft: „Sehe ich aus wie ein Idiot in Strumpfhosen?“ Die Antwort ist: ja.”

Elmar Krekeler auf Welt.de
“Eine wunderbare Moritat hätte man aus dem “Hammer” machen können. Eine nächtliche Elegie über einen Geist, der stets das Gute will, und stets nicht nur das Böse haut, sondern es auch schafft, eine finstere Philosophie über die Grenzen des Rechtsstaates. Aber wir sind ja in Münster. Da darf das nicht, auch nicht zum Jubiläumsfall (mit “Der Hammer” haben Boerne und Thiel das Viertelhundertfälle voll). Da muss es lustig zugehen und albern. Da steckt der Krimi in einem lächerlichen Humorkorsett fest. Lars Kraume, Grimmepreisträger und Regisseur und Drehbuchautor vom “Hammer”, muss man sich nun als eine Art Bruce Banner von Münster vorstellen. Wie der Nuklearforscher, der zu Hulk wird und dabei seinen Anzug zerreißt, unternimmt Kraume den heroischen Versuch, das Humorkorsett von Münster von innen her zum Bersten zu bringen. Es bleibt vorerst beim Versuch, doch man sieht schon die Risse. Es bricht endlich Licht durch die betonierte Witzdramaturgie.”

Christian Buß auf “SPIEGEL Online”
“Die scheinbare Unangestrengheit, mit der Kraume die humoristische Entfesselung probt, und die nonchalante Detailversessenheit in Bezug auf die Figuren – das erinnert in den besten Momenten an den höheren Klamauk der Coen-Brüder. Und so findet der Münsteraner “Tatort” zum Jubiläum endlich seine Bestimmung: Die Provinz wird zum grotesken Parallelkosmos, in dem auf aberwitzige Weise der eine mit dem anderen verbandelt ist. Wie weh das tut. Wie gut das tut.”

Hans Hoff auf DWDL.de:
“Ja, die in Münster sind wieder lustig. Richtig lustig und das mehrfach. Das macht schon deshalb doppelten Spaß, weil der Sonntagskrimi in den vergangenen Wochen so sehr von Minderleistern beherrscht wurde, dass es schon wehtat.”

Kurt Sagatz im Tagesspiegel:
“Bei aller Komik verliert dieser Krimi zum Glück nicht aus dem Blick, dass ein Mord – und erst recht ein Serienmord – immer auch einen ernsten Hintergrund hat. Um dies zu verdeutlichen, benötigt ein „Tatort“ aus Münster allerdings einen breiteren Pinsel als andernorts. Oder eine breitere Blutspur.”