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Tag Archives: Markus Hündgen

Fans pushten “Kollegah” zum Webvideopreis

Webvideopreisträger "Kollegah" (mit Moderator Joko Winterscheidt)

Webvideopreisträger “Kollegah” (mit Moderator Joko Winterscheidt)

Differenzen: Wäre es nach der Jury des Deutschen Webvideopreises (WVP) gegangen, hätte der Rapper “Kollegah” nicht drei, sondern keine einzige Auszeichung bei der diesjährigen Verleihung erhalten. Das geht aus den Voting-Ergebnissen hervor, die Webvideopreis-Ausrichter Markus Hündgen im WVP-Blog öffentlich machte. Die Fachjury, gebildet aus Gewinnern und Nominierten der vergangenen Jahre, hatte die zwei nominierten Beiträge des Rappers in drei Kategorien jeweils nur auf die Plätze 3, 4 und 5 gewählt – eine massive Fan-Unterstützung, die mit 50 Prozent gewertet wurde, schob “Kollegah” dann aber auf alle drei ersten Plätze. Gegen die Auszeichnungen für den Rap-Künstler (mit bürgerlichen Namen Felix Antoine Blume) hatten viele Fans und Youtuber schon während der Verleihung protestiert.

Konkurrenz: Deutliche Kritik gegen einen neuen Mitbewerber übt Zattoo-Chef Nick Brambring im Interview mit “IPTV-Anbieter”: “Es gibt Magine in Deutschland, die sich so positionieren als hätten sie Internet-TV erfunden. Wir als Zattoo machen das seit 2006. Dann geht teilweise aus dem Markenauftritt dieses Anbieters hervor, das Catch-Up-TV von ihnen kommen würde – das machen wir in der Schweiz bereits seit 2010″, so Brambring. Was Magine derzeit mit seinem Gratisangebot mache, sei nicht nachhaltig: “Es werden ja derzeit Inhalte eingekauft und verschenkt.”

Wachstum: Interessante Zahlen über den US-Bewegtbildmarkt bietet die aktuelle Analyse von Digiday. Danach werden sich die Werbeausgaben für digitales Video von 4,18 Milliarden Dollar 2013 auf 12,27 Milliarden im Jahre 2018 erhöhen – allerdings bleibt der Abstand zum klassischen TV-Geschäft (78,64 Milliarden in 2018) nahezu gleich. Vor allem im Geschäft mit NewTV-Inhalten über VoD-Plattformen liege das größte Wachstumspotential für die Branche.

Angebot: Wohl auch als eine Art von “Begrüßungsgeschenk” für den neuen Konkurrenten Netflix ist das aktuelle Angebot zu werten, mit dem Watchever auf Kundenfang geht: Für sechs Monate Nutzung des Dienstes plus eines Gutschein für einen TV-Streamingstick “Chromecast” von Google (im Werte von 35 Euro) ruft der deutsche Video-on-demand-Anbieter gerade mal 49 Euro auf. Wohl ein erster Vorbote auf den Preiskrieg, der im Herbst mit dem Start von Netflix hierzulande beginnen wird. (Area DVD)

Exklusiv: Drei Euro pro Monat kostet es, wenn man über die neue ProSiebenSat.1-App “7TV” auf das Liveprogramm der Sendergruppe plus ausgewählter Inhalte der Mediathek zugreifen will. Die 7TV-App gibt es derzeit für iOS und Android, eine Windows-App soll folgen. (heise.de)

Genervt: Zu lange Werbung, langweilige Shows, zu viel Gewalt – das sind die häufigsten TV-Ärgernisse der Deutschen. Das ergab eine Umfrage der Bauer-Programmies “Auf einen Blick”. Interessant: Während die “Flut” von Castingshows ebenfalls kritisiert wird, stört sich an den allgegenwärtigen Kochsendungen kaum jemand. (wuv.de)

Etikett: Der Bayrische Rundfunk benennt seinen, bislang nicht übermäßig erfolgreichen Bildungssender “BR-alpha” um und will unter dem neuen Namen “ARD-alpha” nun bundesweit Zuschauer gewinnen. (Quotenmeter.de)

Lesetipp: “Das Fernsehen erlebt sein zweites goldenes Zeitalter“, “Das Fernsehen übernimmt das Internet” – Time Warner CEO Jeff Bewkes gibt sich im CNN-Interview (Vollständiges Transkript unter dem Videoplayer) mehr als optimistisch über die Zukunft des Mediums. Vor allem in der technologischen Verbindung von Netz und TV und damit den Möglichkeiten einer bestmöglichen Nutzererfahrung überall sieht Bewkes den entscheidenden Schritt für die Transformation des klassische Systems in die Moderne. Selbst abzüglich des PR-Sprechs: Wann hat man solche Aussagen schon von einem deutschen Senderchef gehört?

Millionen für “Wochit”, Kritik an “Krautreporter”

"Wochit"-Videoclipangebot: Vollautomatische Videoproduktion per Software

“Wochit”-Videoclipangebot: Vollautomatische Videoproduktion per Software

Anschub: Das israelisch-amerikanische US-Startup “Wochit”, das mit seiner selbst entwickelten Software die einfache, beinahe vollautomatische Produktion von Videoclips ermöglicht, und derzeit als eines der begehrtesten jungen Unternehmen der Webvideoszene gilt, hat in einer zweiten Finanzierungsrunde weitere elf Millionen Dollar eingesammelt. Die Wochit-Technologie basiert auf einem Keyword-Erkennungssystem, das aus vorliegenden Newstexten die wichtigsten Begriffe herausfiltert und daraus einen kurzen Videobeitrag bastelt, über den dann nur noch ein Sprechertext gelegt werden muss. Zu den Wochit-Kunden gehören bereits unter anderem Yahoo, Forbes und die Chicago Tribune. (Techchrunch)

Enttäuschung: Markus Hündgen, Geschäftsführer der “European Webvideo Academy” und als “Videopunk” einer der führenden Köpfe der jungen deutschen Bewegtbildbranche, hat sich kritisch zum Konzept des geplanten “Krautreporter”-Onlinemagazins geäußert. In einem Facebook-Eintrag bemängelt Hündgen, dass bei dem durch prominente Vertreter der Webszene ins Leben gerufenen Journalismusprojekt der für ihn “unverzichtbare” Videoanteil viel zu kurz komme: “Schnöde Video-Interviews wären für mich (…) kein Grund, mein Geld zu geben”, so Hündgen. Er sei aber “andersherum sogar gern bereit, deutlich mehr für innovativen Video-Journalismus zu zahlen”, als die vom Crowdfunding-Projekt aufgerufenen 60 Euro pro Jahr.

Kampagne: Die im Netz vorherrschende Gratis-Mentalität, die sich wenig um Lizenzrechte und Copyright-Verstöße schert, bringt nicht nur den Qualitätsjournalismus, sondern auch die Pornofilmindustrie in große Schwierigkeiten. Als Reaktion darauf, dass immer mehr ihrer Produktionen kopiert und auf zahllosen Websites gratis zur Verfügung gestellt werden, hat die Branche in den USA nun eine Kampagne unter dem Slogan “Porn is worth paying for it” ins Leben gerufen. (Basic Thinking)

Sponsoren: Das auf das Management und Lizensierung von User-generated Content spezialisierte US-Medienunternehmen “Junkin Media” hat in seiner ersten Finanzierungsrunde eine Million Dollar von Investoren gesammelt, darunter den Maker Studios, aber auch unter anderem von Bertelsmann. (Tubefilter)

Serie: Auch die zweite Folge des ARD-“Quizduells” geriet zur Pannensendung. Wieder konnten die Zuschauer bei der Show mit Jörg Pilawa nicht wie geplant via Smartphone-App mitspielen. Nach einem vermeintlichen Hackerangriff sind die technischen Probleme noch immer nicht gelöst, so die ARD, die aber weiter fest an das Format glaubt. (Süddeutsche.de)

Report: Zuschauerschwund? Werbeeinbußen? Alles Unsinn – sagt zumindest der aktuelle Nielsen-US-Report über die Nutzung von “klassischem” Fernsehen. Danach habe weder die Sehdauer von Zuschauern auf linearen Programmen abgenommen (knapp 56 Stunden pro Monat), noch sei ein Rückgang bei Werbebuchungen (78 Milliarden Dollar 2013) zu verzeichnen gewesen. Zusätzlich habe aber der Konsum anderer Bewegtbildangebote (mobil und on demand) auch noch zugenommen. (Media Post)

Showtime: Das ZDF sucht nach wie vor nach einem neuen Konzept für den nach dem Aus von “Wetten, dass..?” freiwerdenden Sendeplatz. Das erklärte Thorsten Haas, Vizechef und Leiter der strategischen Entwicklung beim ZDF auf einer Branchenveranstaltung. Für die “mindestens 150 Minuten lange” Show, die an etwa sechs Samstagabenden des Jahres laufen und ein möglichst breites Familienpublikum ansprechen solle, stünde zwar nicht mehr wie ehemals zwei Millionen Euro pro Folge zur Verfügung, aber “wir haben auf jeden Fall ein ausreichendes Budget”, so Haas.

Verdient: Die taz würdigt mit einem “Redaktionsbesuch” zurecht die Arbeit des Online-Portals “Serienjunkies”, das hierzulande zur ersten Info-Adresse für Fans von TV-Serien, vor allem aus den USA, geworden ist. (Taz.de)

Lesetipp: AppleTV? Amazon FireTV? Chromecast? Wer sich schwer tut mit der Entscheidung, welches Streaming-Device denn nun tatsächlich das beste für ihn ist, bekommt Hilfe von Tech-Godfather himself: Walter Mossberg hat für sein Onlineportal “re/code” die Vor- und Nachteile der gängigsten TV-Gadgets zusammengestellt.

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Gemeinsam gegen die Krise: Webvideo-Branche im Umbruch

Mediakraft-Star "LeFloid": Harter Konkurrenzkampf auf Youtube

Mediakraft-Star “LeFloid”: Harter Konkurrenzkampf auf Youtube

Die Meldung kam überraschend, und sie kann zu einem Meilenstein für die digitale Bewegtbildlandschaft werden: Neun große Webvideo-Netzwerke (sogenannte MCNs) aus den USA haben sich zur “Global Online Video Association” (GOVA) zusammengeschlossen, einer weltweit agierende Interessenvertretung der Webvideo-Branche. Der Verband wolle sich zunächst vor allem für eine Angleichung  technischer Standards und einer signifikanten Verbesserung der Vermarktungssituation im Online-Bewegtbild einsetzen, ließen GOVA -Vorstandsmitglieder verlauten.

Die Gründung der GOVA spiegelt paradoxerweise sowohl das wachsende Selbstbewusstsein der noch jungen Branche, als auch ihre Probleme wider: Zum Einen drängen immer mehr klassische TV-Vermarkter ins Web und verschärfen die Konkurrenzsituation dort immens. Zum anderen sind trotz nach wie vor boomender Entwicklung auf der Userseite, nachhaltige Finanzierungsmodelle noch kaum etabliert, der erfolgsverwöhnten Onlinevideoszene droht eine erste echte Krise. Vor allem der Preisverfall bei der Videowerbung auf der größten Plattform Youtube, aber auch anderswo, zwingt die Netzwerke, die sich bislang untereinander nicht sonderlich kooperativ gegeben haben, neue Wege zu gehen.

Große deutsche Webvideo-Netzwerke äußern sich positiv über den neuen Lobbyverband. So unterstreicht Christoph Poropatits, Vizepräsident des Marktführers “Mediakraft”: “Die GOVA ist eine tolle Initiative.” Das Mediakraft-Netzwerk, das führende Youtube-Künstler wie  Y-Titty oder LeFloid unter Vertrag hat, stehe im engen Kontakt zu den GOVA-Mitgliedern und arbeite schon jetzt “mit vielen MCNs zusammen, sowohl bei der gegenseitigen Erweiterung der Zielgruppen als auch auf der Ebene der Künstler”.  Diese Zusammenarbeit wolle man in Zukunft noch intensivieren, so Poropatits.

Auch Claudia Murawski vom Berliner Netzwerk “Divimove”, dem größten europäischen MCN, spricht von einem “positiven Zeichen einer sich entwickelnden Industrie”. Der Start von GOVA setze neue Standards, so Murawski weiter:  “Er gibt den MCNs die Möglichkeit, in die wichtigen digitalen Medienunternehmen zu wachsen, die sie sind.” Auch Divimove könnte sich eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Netzwerken vorstellen. Man untersuche dafür schon jetzt “die Möglichkeiten für den europäischen Online-Video-Markt.”

Für Markus Hündgen, den Geschäftsführer der European Web Video Academy (EWVA) und einen der besten Kenner der Szene, ist eine verstärkte Kooperation zwischen den Netzwerken mehr als dringend erforderlich: “Wir wissen seit geraumer Zeit um die drückenden Probleme der Videoproduzenten und ihrer Netzwerke.” Hündgen kündigt deshalb (“als neutrale Instanz”) eine eigene Initiative der EWVA an: “Wir werden am Vortag des Webvideopreises, also am 23. Mai,im Rahmen eines Summits zum ersten Netzwerk-Gipfel nach Düsseldorf einladen. Auf der Tagesordnung stehen unten anderem die sinkenden Werbeerlöse auf YouTube und ihre Folgen für unsere Branche.”

Ralf Klassen

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