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Angst vor dem APP-Sturz – das deutsche TV und das Netz

ARD-Format "Quizduell" mit Jörg Pilawa: "Klappt's jetzt?"

ARD-Format “Quizduell” mit Jörg Pilawa: “Klappt’s jetzt?”

Verunsichert: Trotz der nicht abreißenden Pannenserie beim neuen ARD-Rätselformat “Quizduell” (hier der aktuelle Stand) blickt die deutsche TV-Branche gespannt auf die nächsten Experimente bei der Verschmelzung von Internet und Fernsehen. So startet ProSieben bereits nächste Woche seine Castingshow “Keep Your Light Shining” – und setzt dabei auf seine eigene bewährte “Connect”-App, die bereits bei “The Voice” in Live-Sendungen (fehlerfrei) eingesetzt wurde. Auch RTL wird sich die Probleme des Pilawa-Formats im Ersten bestimmt ganz genau anschauen, denn auf die neue Castingshow “Rising Star”, die im September starten soll, setzt der Sender sehr große Hoffnungen. Auch hier stimmen schon während des Songs sowohl die Jury als auch die gesamte Zuschauerschaft über eine App ab, ob ihnen der Gesang der Kandidaten zusagt oder nicht. Bei der Premiere der von einer israelischen TV-Produktionsfirma entwickelten Show in Brasilen versagte die App-Stimmung ebenfalls komplett. RTL hat nach OneTVMag-Informationen nun eine nochmalige Überprüfung der Technik beauftragt. (Quotenmeter.de)

Rekord: Netflix bleibt auch in diesem Jahr unangefochtener Spitzenreiter im Datenverbrauch. Wie eine neue Statistik zeigt, belegte der VoD-Streamingdienst im März über 34 Prozent des gesamten US-Primetime-Netztraffics, eine nochmalige Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Dagegen sank der Datenverbrauch von Youtube im gleichen Zeitraum um über fünf Prozent auf 13,2 Prozent ab. (Variety.com)

Expansion: Zattoo verstärkt sein Engagement in Deutschland. Der Schweizer Internet-TV-Anbieter beschäftigt an seinem vor einem Jahr eröffneten Standort in Berlin nunmehr bereits 20 feste Mitarbeiter und bezog jetzt eine neue Bürofläche in Friedrichshain. Man wolle nicht nur bei den Kundenzahlen, sondern auch als Unternehmen in Deutschland weiter kontinuierlich wachsen, sagte Zattoo-Chef Nick Brambring, der in der vergangenen Woche mit einem Offenen Brief Aufsehen erregt hatte, in dem er die Zattoo-Preispolitik als Bemühen um “nachhaltiges, gesundes Wachstum” verteidigte.

Urteil: Die Vermischung von Programm und Werbung bleibt hierzulande – zumindest im klassischen Fernsehen – verboten. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz entschied nun, dass ein so genannter “Werbetrenner”, der mit einem Programmhinweis verbunden ist, gegen das Trennungsgebot von Programm und Werbung verstößt. Sat.1 hatte während der Unterbrechung zweier Vorabendserien entsprechende Trenner zur Einleitung eines Werbeblocks ausgestrahlt, die mit Programmhinweisen verbunden waren. (DWDL.de)

Mangelhaft: Ärger mit Verbraucherschützern haben derzeit viele Anbieter von Streamingdiensten hierzulande, darunter auch VoD-Services wie Watchever und Lovefilm von Amazon. So beklagt der “Verbraucherzentrale Bundesverband” unter anderem zu komplizierte AGBs, die einseitige Möglichkeiten zur Änderung von Vertragsinhalten und Preisen, oder auch mangelhaften Umgang mit persönlichen Daten. (GIGA.de)

Lesetipp: Sie habe sich “sehr sehr alt gefühlt” bei der Recherche über den neuen “SozialTV”-Sender “joiz”, beichtet Zeit.de-Autorin Anne-Kathrin Gerstlauer. Sie ist 24. (Zeit.de)

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OneTV-News: Youtube macht Werbung für Youtube-Stars

YouTube-Werbekampagne: Offensive für die Stars

YouTube-Werbekampagne: Offensive für die Stars

Premiere: Zum ersten Mal in seiner Geschichte wirbt Youtube mit einer TV-Kampagne für ausgewählte Stars seiner Videoplattform – und damit natürlich auch für sich selbst. Ab Montag werden in zahlreichen Spots im US-Fernsehen die drei Vloggerinnen Michelle Phan, Bethany Mota und Rosanna Pansino präsentiert, die mit ihren Mode- und Kochkanälen mehrere Millionen Abonnenten auf Youtube vereinigen. Zusätzlich schaltet Youtube auch noch Anzeigen in ausgewählten Printtiteln und bucht große Billboards in New York und Chicago. Die Kampagne ist der bislang offensichtlichste Versuch von Youtube, seine individuellen Stars besser zu promoten – nachdem es von Produzenten- und Netzwerk-Seite vor allem in den USA massive Kritik an fehlender Unterstützung und zu niedrigen Einnahmen gegeben hatte. Sicher aber spielt die neue Werbeoffensive auch noch auf einer anderen Ebene: Alle drei Vloggerinnen haben ihrerseits Werbeverträge mit großen Unternehmen, deren Produkte sie recht offen auch in ihren Youtube-Shows präsentieren. Eine Schleichwerbe-Debatte wie hierzulande, die gerade durch eine “Aufklärungsoffensive” prominenter deutscher Vloggerinnen neue Fahrt aufnimmt, kennt die Webvideo-Szene in Übersee nicht. (Adage) (Tubefilter)

Erkenntnisse: “Nicht jeder muss alles machen”, aber alle brauchen mehr Wissen und Verständnis für die Möglichkeiten und Anforderungen des neuen digitalen Fernsehmarktes. So lautet das Fazit des gestrigen “newTV-Kongresses” in Hamburg, bei dem rund 180 Teilnehmer von Produktionsfirmen, Fernsehsendern und Dienstleistern über Gegenwart und Zukunft des Mediums Bewegtbild diskutierten. Bei dem von der “next.Media”-Initiative der Stadt Hamburg organisierten Event präsentierten Speaker wie Arnd Benninghoff (ProSiebenSat.1), Christoph Falke (Axel Springer), Frank Beckmann (NDR) und Trent Wheeler (Tribune Media Services) ihre Visionen und Aktivitäten, die allesamt eins miteinander verbindet: Der schnelle Wechsel von Technik und Trends ist derzeit wohl die einzige Konstante der Branche. (kress.de)

Geschäft: Der Boom von Online-Videowerbung hält an. Nach einer Studie von “eMarketer” werden Webvideo-Spots in diesem Jahr in den USA ein Volumen von knapp 5,9 Milliarden Dollar erreichen, ein Plus von 41 Prozent gegenüber 2013. Klassische TV-Werbung steigt um 3.3 Prozent auf 68,5 Milliarden US-Dollar. (Media Post)

Nachgezogen: Nach der RTL-Gruppe verbreitet nun auch ProSiebenSat.1 sein Programm über den Online-TV-Dienst Zattoo. Neben den Sendern ProSieben und Sat.1 werden auch Kabel eins, Sixx, Sat.1 Gold und Pro Sieben Maxx demnächst über Zattoo laufen. (Onvista)

Videopost: Vine-Videos können nun auch als private Nachricht an andere Nutzer verschickt werden. Mit dem in der vergangenen Nacht erfolgten Update ist auch der schnelle Versand von bis zu 10-sekündigen Videos an einen ausgewählten Freundeskreis möglich. (GigaOM)

Abgang: David Letterman, Ikone des US-Fernsehens, hat seinen bevorstehenden Abschied aus der “Late Night Show” angekündigt. Gelegenheit, sich noch einmal an die guten alten Zeiten zu erinnern, hat er reichlich: Er wird die CBS-Show noch rund ein Jahr moderieren. (New York Times)

Experiment: Mit dem ganztägigen Projekt “24h Jerusalem” starten der Bayrische Rundfunk und Arte das Format “Echtzeit-Dokumentation”. Am 12. April zeigt das Bayerische Fernsehen ausschließlich Beiträge über einen Tag im Leben von Jerusalem und seiner Bewohner. Dazu begleiteten 70 Filmteams rund 90 Protagonisten in der Stadt. Ergänzt wird die Dokumentation durch eine aufwändig gestaltete Website. (WuV.de)

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OneTV-News: Die neuen WebTV-Quoten sind ein Meilenstein für die Branche

WebTV-Angebot zu "Germanys Next Topmodel"

WebTV-Angebot zu “Germanys Next Topmodel”

Die neuen WebTV-Quoten der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) sind, ungeachtet aller Lücken und Baustellen, die sie noch aufweisen, ein Meilenstein für die Entwicklung des NewTV in Deutschland. Hiermit wird auch hierzulande endlich die Existenz eines sehr dynamisch wachsenden neuen Marktes für die gesamte Bewegtbildindustrie “offiziell anerkannt”. Die Zahlen selbst, die durch Erhebungen bei den Webangeboten von bislang insgesamt 11 TV-Sendern (die ARD folgt noch) ermittelt werden, können aufgrund unterschiedlicher Messansätze nicht wirklich verlässlich Auskunft über das WebTV-Verhalten der Zuschauer geben – erste Anhaltspunkte sind sie gleichwohl schon jetzt. So etwa in der klaren Dominanz von Reality-Shows wie “Germany’s Next Topmodel” oder dem “Bachelor” auf RTL, die pro Folge mehrere hunderttausend Abrufe erzielen. Ein Anfang ist gemacht. (Zahlenzusammenfassung bei Meedia.de; Hintergründe auf DWDL.de)

Feierstimmung: Mit den jüngsten Millionen-Investitionen traditioneller Medienunternehmen in Youtube-Netzwerke, etwa wie die gestern bekannt gewordene Beteiligung von ProSiebenSat.1 am US-MCN “CollectiveDigital Studio”, schreitet die Transformation von Youtube zu einer durchprofessionalisierten NewTV-Plattform rapide voran – trotzdem gibt es noch sehr viele Baustellen, wie Will Richmond in seiner Analyse für Videonuze aufzeigt.

Alarmstimmung: Mit dem Aufstieg von Youtube, AOL und anderer Webvideodienste wachsen die Befürchtungen der TV-Branche. Nicht nur im Hinblick auf den Verlust von jüngeren Zuschauern, sondern zunehmend auch über den Wegfall von Werbebudgets traditioneller TV-Kunden, die von den neuen Playern auf dem Bewegtbildmarkt aggressiv angegangen werden. (Wall Street Journal)

Interaktiv: RTL II entdeckt die Werbemöglichkeiten des “Red Button”. Zum ersten Mal bieten der Münchner Sender und sein Vermarkter El Cartel Media in Zusammenarbeit mit “teveo interactive” eine Kampagne über ihr HbbTV-Portal an. Durch Drücken des roten Knopfes auf der Fernbedienung innerhalb von Formaten wie “Berlin – Tag & Nacht” und “Köln 50667″ bekommt der Zuschauer Zugang zu weiteren Informationen und exklusiven Rabattangeboten des werbetreibenden Kunden. (DWDL.de)

Zufrieden: Viele Benutzer von Streaming-Tools wie der “AppleTV”-Box oder des neuen “Chromecast”-Sticks von Google sind so angetan von der Technik, dass sie den Kauf weiterer Geräte für ihren Haushalt, also auch für das Zweit- und Dritt-TV-Gerät planen. (Multichannel.com)

Effektiver: Auch ohne “Schleichwerbung” und übertriebenes Product Placement sei Werbung auf Youtube günstiger und trotzdem erfolgreicher platziert, meint die Hamburger Performance-Marketing-Agentur “Eprofessional” und fasst die Vorteile von Webvideo-Ads in fünf Punkten zusammen. (Lead Digital)

Lesetipp: Alles schön und gut in der neuen Videostreamingwelt? Nicht für Farhad Manjoo. Der Autor der New York Times verzweifelt an alten Spielfilmen, ultrakurzen Ausstrahlungsfenstern, unflexiblen Kundenverträgen und einer zunehmenden Unübersichtlichkeit des gesamten VoD-Angebots. “Warum gibt es nicht ein Angebot für alles?”, fragt er. Tja. (New York Times)

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